Schwaches Freiburg muss wieder verletzungsbedingt wechseln

1:2 gegen Eindhoven - diesmal trifft es Stenzel

Florian Jozefzoon

Traf gegen Freiburg zum 2:0: Eindhovens Florian Jozefzoon (Mi.). imago

Aus Freiburgs Trainingslager in Sotogrande/Spanien berichtet Carsten Schröter

In den ersten 45 Minuten bekamen die Zuschauer in Algeciras von beiden Teams zähe Magerkost vorgesetzt. Kaum gelungene Kombinationen, folgerichtig nur vereinzelte Torraumszenen. SC-Ersatzkeeper Rafal Gikiewicz bewahrte sein Team erst gegen Steven Bergwijn (13.) und später nach einer Kontersituation gegen Marco van Ginkel (43.) mit guten Paraden vor einem Rückstand.

Offensiv brachte Freiburg noch weniger zustande als Eindhoven. Günter drang zwar einmal beherzt in den Strafraum ein, konnte letztlich aber keine echte Gefahr erzeugen (13.). Nach einem Doppelpass mit Janik Haberer kam Mats Möller Daehli in der letzten Aktion vor der Pause wenigstens einmal zum Abschluss, sein Schüsschen geriet jedoch arg harmlos. Auch wenn das SC-Angriffsquartett munter rochierte, wirkten die Vorstöße doch überwiegend uninspiriert.

Das änderte sich auch nach der Pause nicht wesentlich. Haberers Schuss war leichte Beute für PSV-Keeper Remko Pasveer. Auf der Gegenseite zimmerte van Ginkel den Ball dann aber unhaltbar rechts oben in den Winkel - 0:1. Eindhoven erwischte den SC in dieser Phase eiskalt, drei Minuten später machte Florian Jozefzoon den Doppelschlag nach einer Umschaltsituation perfekt.

Damit nicht genug: Wie im ersten Test des Tages musste Streich verletzungsbedingt wechseln. Pascal Stenzel fasste sich nach einem Sprint und einer gelungenen Abwehraktion humpelnd an den Oberschenkel. Er hatte einen Schlag aufs Knie erhalten. Für ihn kam der einzige, an diesem Tag noch zur Verfügung stehende Feldspieler: Havard Nielsen. Bemerkenswert, dass der Stürmer Stenzel positionsgetreu hinten rechts ersetzte.

Gikiewicz hat nach Notbremse Glück

Führung! Die PSV Eindhoven bejubelt van Ginkels Tor zum 1:0.

Führung! Die PSV Eindhoven bejubelt van Ginkels Tor zum 1:0. kicker/Schröter

Knappe zehn Minuten später hatte Freiburg dann riesiges Glück. Gikiewicz tauchte außerhalb des Sechzehners unter einem langen Ball durch und foulte danach den allein aufs Tor zulaufenden Jorrit Hendrix (68.). Für diese Notbremse gab es aber überraschend nur Gelb und Freistoß. Diese "Testspiel-Milde" bleibt das Geheimnis des Schiedsrichters, den Regeln entsprach seine Entscheidung jedenfalls nicht.

Nachdem der Freistoß in der Mauer landete, wachte der Sportclub immerhin ein wenig auf und kam nach feiner Einzelaktion und sattem Distanzschuss von Maximilian Philipp zum Anschlusstreffer (77.). Kurz vor Schluss vergab Jonas Meffert per Kopf aus kurzer Distanz noch die Chance auf einen schmeichelhaften Ausgleich.

"Es ist alles ok", fiel Christian Streichs Fazit dennoch positiv aus: "Nach dem 0:2 haben wir gut weitergespielt. Insgesamt haben viele 90 Minuten gespielt, das wollten wir."

Die Bilanz des ersten Doppeltest-Spieltags aus Freiburger Sicht: ein 3:0 gegen Vaduz, den Letzten der Schweizer Superleague, und ein 1:2 gegen den amtierenden holländischen Meister Eindhoven. Viel bitterer sind natürlich aber die Verletzungen von Amir Abrashi und Stenzel. Die genauen Diagnosen stehen bei beiden noch aus. Bei Stenzel soll laut erstem Urteil der medizinischen Abteilung immerhin keine gravierende Verletzung vorliegen.

Statistik zum Spiel

Freiburg: Gikiewicz - Stenzel (59. Nielsen), Torrejon, Söyüncü, Günter - Höfler, Meffert - Philipp, Möller Daehli - Guedé, Haberer
Eindhoven: Pasveer (71. Koopmans) - Brenet, Moreno (46. van Bruggen), de Wijs, Poulsen - Rigo (66. Rosario) - Bergwijn, van Ginkel, Hendrix, Jozefzoon - Lammers (72. Beto da Silva)
Tore: 0:1 van Ginkel (55.), 0:2 Jozefzoon (58.), 1:2 Philipp (77.)