2. Bundesliga 2016/17, 27. Spieltag
17:40 - 11. Spielminute

Rote Karte
Roßbach
Sandhausen

17:45 - 16. Spielminute

Spielerwechsel
Paqarada
für Derstroff
Sandhausen

17:48 - 19. Spielminute

Gelbe Karte
Bouhaddouz
St. Pauli

18:12 - 43. Spielminute

Gelbe Karte
Stiefler
Sandhausen

18:17 - 45. + 2 Spielminute

Gelbe Karte
Nehrig
St. Pauli

18:33 - 46. Spielminute

Spielerwechsel
Thy
für Choi
St. Pauli

18:42 - 55. Spielminute

Spielerwechsel
Gordon
für Stiefler
Sandhausen

18:43 - 56. Spielminute

Gelbe Karte
Buballa
St. Pauli

18:51 - 64. Spielminute

Spielerwechsel
Kalla
für Buballa
St. Pauli

19:10 - 83. Spielminute

Spielerwechsel
Schneider
für Nehrig
St. Pauli

19:15 - 88. Spielminute

Spielerwechsel
Kuhn
für Lukasik
Sandhausen

STP

SAN

Sandhausens Roßbach fliegt in der 11. Minute vom Platz

Trotz 80-minütiger Überzahl: St. Pauli verpasst Heimsieg

Aziz Bouhadouz

Blieb gegen seinen Ex-Klub glücklos: St. Paulis Stürmer Aziz Bouhadouz. imago

Ein Trio kehrt zurück

St. Paulis Trainer Ewald Lienen reagierte auf das 0:1 im Kellerduell in Aue mit vier personellen Veränderungen: Hornschuh, Kalla, Thy (alle Bank) und der kurzfristig erkrankte Möller Daehli fielen aus der Startelf. Dafür kehrte mit Nehrig (nach muskulären Problemen), Cenk Sahin (nach Grippe), Bouhaddouz (nach Gelbsperre) ein Trio zurück, außerdem spielte Choi von Beginn an.

Sandhausens Coach Kenan Kocak brachte gegenüber dem 0:0 gegen Bochum drei frische Kräfte. Lukasik, Stiefler und Derstroff ersetzten Kapitän Kulovits (nicht im Kader), Kosecki und Kuhn (beide Bank).

Beide Mannschaften gingen die Partie mit einer hohen Intensität an, zeigten sich in den Zweikämpfen präsent und resolut. Spielerische Elemente blieben auch wegen einer hohen Fehlerquote beiderseits auf der Strecke. Auch vor den Toren herrschte selten Betrieb, lediglich Nehrig verzeichnete in der Anfangsphase einen nennenswerten Abschluss. Knaller war zur Stelle (8.).

Roßbachs frühes Aus

Mit einer einzigen Szene änderten sich die Vorzeichen dann schlagartig: Choi schickte Sobota in den freien Raum, Roßbach kam einen Schritt zu spät und stoppte den Polen als letzter Mann mit einer Notbremse. Referee Badstübner zückte sofort Rot (11.). SVS-Coach Kocak reagierte und opferte Flügelspieler Derstroff, Paqarada komplettierte die Vierer-Abwehrkette (15.). Trotz der numerischen Unterzahl igelten sich die Kurpfälzer nicht ein, sondern suchten durch schnelle Kombinationen immer wieder den Weg nach vorne - und kamen zu einer guten Chance: Höler ließ den Ball bei einer Standardsituation über den Hinterkopf rutschen, die Kugel zischte hauchzart links vorbei (29.).

Hinten organisierte Abwehrchef Karl in der Regel erfolgreich - mit einer Ausnahme: Sobotas Dropkick aus der zweiten Reihe parierte Knaller zwar, der Abpraller landete aber direkt vor den Füßen von Bouhaddouz. Der Ex-Sandhäuser setzte die Kugel auf die Oberkante der Latte (24.). Ansonsten lag den Kiezkickern die ihnen aufgezwungenen Rolle, die Initiative ergreifen und das Spiel kontrollieren zu müssen, nicht. Wegen eines schlampigen Passspiels gaben die Hamburger den Gästen immer wieder die Möglichkeit, sich zu sortieren. Dementsprechend ging es torlos in die Kabinen.

2. Bundesliga, 27. Spieltag

Mit Wiederanpfiff sendete Trainer Lienen durch die Einwechslung von Thy für Choi frische Impulse (46.) - und der Joker zeigte sich umgehend in Aktion: Seinen Schuss aus 14 Metern fälschte Linsmayer noch ab (48.). St. Pauli war jetzt zielstrebiger, spielte schneller und direkter. Cenk Sahin steckte links im Strafraum auf Buchtmann durch, der aufgerückte Spielgestalter zog umgehend aus der Drehung ab. Knaller lenkte das Leder um den Pfosten (50.).

Gordon: Retter in höchster Not

Für Sandhausen zählte in den zweiten 45 Minuten nur noch das Verteidigen, das unterstrich Kocaks Einwechslung von Abwehrmann Gordon für Kreativspieler Stiefler (55.). Das gelang den nach wie vor dezimierten Kurpfälzern gut, die Angriffswellen bremsten Kister & Co. relativ schadlos aus. Auch dank Keeper Knaller, der auch bei Standardsituationen eine enorme Ruhe ausstrahlte. Einmal griff der Keeper aber daneben, sodass Nehrig aus acht Metern frei zum Abschluss kam. Gordon stand auf der Linie goldrichtig und klärte in letzter Sekunde (69.).

Je länger die Partie dauerte, desto mehr stellte sich die Frage: Wie lange halten die Kräfte bei den Kocak-Schützlingen? Viel ließen die Kurpfälzer auch nicht mehr zu, der Verschleiß war dem SVS vor allen Dingen in den letzten Minuten deutlich anzumerken. Trotzdem hielt Sandhausen auch dem immens Druck stand - und entführte einen Zähler aus Hamburg.

Sandhausen spielt am kommenden Freitag (18.30 Uhr) gegen Bielefeld. St. Pauli tritt zur gleichen Zeit beim 1. FC Nürnberg an.