Bundesliga

"Wir dachten, das war's": Bittencourt schrieb den Aufstieg ab

Bremens Mittelfeldmann zu Gast bei "kicker meets DAZN"

"Wir dachten, das war's": Bittencourt schrieb den Aufstieg ab

Große Freude: Leonardo Bittencourt & Co. feierten ein Riesen-Comeback in Dortmund. 

Große Freude: Leonardo Bittencourt & Co. feierten ein Riesen-Comeback in Dortmund.  IMAGO/Moritz Müller

Einen viel besseren Termin hätte man für einen Podcast mit Leonardo Bittencourt kaum finden können. "Selbst heute können wir es gar nicht so richtig begreifen, es war wie im Film", blickte der 29-Jährige im Gespräch mit Alex Schlüter und Benni Zander auf das 3:2 in Dortmund zurück, als Bremen ab der 89. Minute drei Treffer schoss und somit Bundesliga-Geschichte schrieb. "Ich habe beim 3:2 Menschen Emotionen zeigen gesehen, die haben selbst beim Aufstieg nicht so viele Emotionen gezeigt."

Wie vermutlich fast alle Bremer Fans hat sich auch Bittencourt die letzten Minuten der Partie noch einmal angesehen. "Das war so unreal", findet der Offensivmann selbst noch kaum Worte für das Spiel. Erklärbarer ist für ihn da der aktuelle Erfolg, den die Werderaner haben: "In der zweiten Liga sind wir enger zusammengerutscht, wir haben viel durchgemacht - und wir kennen uns mittlerweile auf dem Platz gut, sind ein eingespielter Haufen. Wir haben unsere Idee vom Fußball, die versuchen wir 90 Minuten auf den Platz zu kriegen."

Bittencourt: "Was ist denn hier los?"

Dabei war es lange keine Selbstverständlichkeit, dass Bremen sofort wieder in die Bundesliga zurückkehrt. Nach dem Abstieg lagen einige Steine oder gar Felsbrocken im Weg der Grün-Weißen. Nach dem Impfskandal um Markus Anfang dachte sich auch Bittencourt: "Was ist denn hier los?". Und weiter: "Du steigst ab, Chaos. Hast eine Vorbereitung mit Chaos. Viele wichtige Spieler waren verletzt, wir hatten keinen guten Start in der Liga. Dann gewinnen wir in Nürnberg, die verletzten Spieler kamen so langsam zurück und wir gingen mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause." Und als die Spieler zurückkamen stand eben die Partie gegen Schalke auf dem Programm, am morgen vor der Begegnung warf Anfang, der wegen eines gefälschten Impfpasses in den Fokus polizeilicher Ermittlungen geraten war, hin und die Bremer standen ohne Trainer da. 

Werner haucht der Mannschaft neues Leben ein

Nach einem 1:1 gegen Schalke fanden die Bremer noch keinen neuen Trainer, unter Interims-Coach Christian Brand gab es dann ein 1:2 in Kiel. Der nächste Nackenschlag für die Hanseaten. "Wir saßen alle in der Kabine und dachten: Alles klar, das war's. Wir spielen um die goldene Ananas und es wird ein richtig schwieriges Jahr", beschreibt Bittencourt seine Gefühlswelt nach dem 15. Spieltag, als Werder mit acht Punkten Rückstand auf Rang zwei Zehnter war. 

Doch dann kam Ole Werner. "Er hat eine Ansprache gehalten, bei der alle gedacht haben: Oh, schön", erzählt der Bremer Mittelfeldspieler, der sich beim neuen Coach direkt wohl fühlte: "Er war ruhig, sachlich, unvoreingenommen und komplett entspannt. Wir haben dann das erste Spiel gegen Aue gleich mit 4:0 gewonnen, dann waren wir auf einer Welle, die uns wieder hochgetragen hat." 

Beeindruckender Start der Bremer

Hochgetragen in die Bundesliga, wo der SV Werder nach drei Spielen fünf Punkte auf dem Konto hat. Auf das 2:2 in Wolfsburg sowie das 2:2 gegen Stuttgart folgte eben jener Comeback-Sieg in Dortmund. Der Start ist geglückt, beim SVW läuft es nach dem Aufstieg weiter gut. Aber Bittencourt legt auch den Finger in die Wunde: "Es passt gerade sehr gut, aber wir können nicht jedes Spiel zwei Tore in der Bundesliga schießen. Das Hauptaugenmerk muss sein, hinten dicht zu machen, das geht nur über das Kollektiv."

Am besten aus Bremer Sicht direkt am Sonntagabend (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im nächsten Bundesliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt.

Was er zur ganzen Geschichte rund um Markus Anfang sagt und wie die erste Besprechung von Ole Werner war, verrät Bittencourt in der neuen Folge "kicker meets DAZN".

kicker meets DAZN jetzt hier hören:

KMD - WM-Spezial #1
23. November 202201:30:53 Stunden

KMD - WM-Spezial #1

Deutschland verliert also wie bei der Weltmeisterschaft 2018 sein Auftaktspiel. Passt ja irgendwie zur bisherigen WM-Stimmungslage der KMD-Crew. Warum die Japaner gegen die Jungs von Hansi Flick am Ende jubeln durften, analysieren Alex und Benni - wie ihr das gewohnt seid - in aller Ausführlichkeit. Außerdem klingeln sie bei kicker-Reporter Matthias Dersch in Katar durch, um mit ihm über die Lage vor Ort, den Matchkampf um die "One Love"-Kapitänsbinde und die weltweit ziemlich unterschiedliche Sichtweise auf dieses Turnier zu diskutieren.

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