Bundesliga

"Wink mit der Eckfahne": Köln lässt Marcus Thuram vergessen

FC-Profis ahmen Gladbacher Derby-Jubel nach

"Wink mit der Eckfahne": Köln lässt Thuram vergessen

Dieser Jubel kommt den Gladbachern doch bekannt vor: Salih Özcan reckt die Eckfahne mit seinen FC-Kollegen gen Himmel.

Dieser Jubel kommt den Gladbachern doch bekannt vor: Salih Özcan reckt die Eckfahne mit seinen FC-Kollegen gen Himmel. imago images

Mit einer wirklich stabilen und äußerst konzentrierten Abwehrleistung hat der abstiegsbedrohte 1. FC Köln an diesem Samstagabend dem Rivalen vom Rhein, Borussia Mönchengladbach, tatsächlich den Zahn gezogen und mit dem zweiten Bundesliga-Sieg in Folge etwas Raum im Erstliga-Keller geschaffen.

Klar, dass der Jubel nach dem Schlusspfiff keine Grenzen kannte. Die Spieler, Ersatzkräfte und auch Trainer Markus Gisdol, der dabei sprintend die rechte Jubelfaust gen Himmel reckte, rannten kurz nach dem eingefahrenen 2:1-Sieg in Richtung Spielfeldeck, umarmten sich und feierten lautstark. Gisdols Kommentar dazu im Anschluss gegenüber "Sky": "Wir sind alles Sportler und Trainer mit Leib und Seele. Und wenn ein Team so eine Leistung bringt nach so einem verrückten Tag wie heute, dann lässt man den Gefühlen freien Lauf. Ich habe das irgendwie genießen wollen."

Spielersteckbrief T. Horn
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Gisdol Markus

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München Bayern München
48
2
RB Leipzig RB Leipzig
41
3
VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg
38
Bor. Mönchengladbach - Vereinsdaten
Bor. Mönchengladbach

Gründungsdatum

01.08.1900

Vereinsfarben

Schwarz-Weiß-Grün

1. FC Köln - Vereinsdaten
1. FC Köln

Gründungsdatum

13.02.1948

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Was hierbei direkt auffiel: Salih Özcan stülpte ein Trikot über die Eckfahne, die im Anschluss im Gladbacher Borussia-Park wie eine Trophäe präsentiert wurde. Eine klare Breitseite in Richtung der Fohlen und in Richtung "Eckfahnen-Experte" Marcus Thuram, der bei den vorherigen drei Derby-Siegen der Borussia stets mit diesem Jubel - auch in Köln - auffiel.

Matchwinner Rexhbecaj: "Ich bewerte mich nicht"

Viel wichtiger als dieser "Wink mit der Eckfahne" war allerdings zweifelsohne die Tatsache, zum ersten Mal in dieser Saison zwei Dreier am Stück eingefahren und zugleich das bittere Achtelfinal-Aus unter der Woche gegen Zweitligist Regensburg abgehakt zu haben.

"In Regensburg war es ein bisschen leblos, auch schon in der Halbzeit. Heute dagegen haben wir alles gegeben, standen kompakt", freute sich deswegen auch Matchwinner und Doppelpacker Elvis Rexhbecaj. "Ich glaube, ganz Köln feiert jetzt zu Hause. Das ist auch ganz wichtig. Bei uns ist die Feier in der Kabine auch schon im Gange, die Busfahrt dürfte außerdem noch lustig werden." Dann aber geht es laut des Wolfsburger Leihspielers heim und ins Bett, um für die kommenden Aufgaben gerüstet zu sein.

Über sich selbst wollte Rexhbecaj, mit fünf Saisontoren gefärhlichster Schütze der Kölner, derweil nicht gern sprechen: "Von Statistiken bin ich nicht der Freund. Wir haben die drei Punkte, das ist das Wichtigste. Ich selbst bewerte mich nicht, das machen die Trainer - und dann mache ich immer weiter und versuche ich mich zu verbessern." Auch Fragen, ob er sich denn einen Verbleib in der Domstädt vorstellen könne, ließ der Mann des Abends offen: "Jetzt ist es auf jeden Fall zu früh, darüber zu sprechen. Wir sind im Abstiegskampf, darum geht es."

Gisdol und die Stimmungsschwankungen beim FC

Gisdol stellte sich dagegen noch Nachfragen bezüglich der Tatsache, warum denn gegen große Teams regelmäßig Erfolge gelingen (2:1 in Dortmund, 0:0 in Leipzig). Sein Ansatz: "Das ist schwer zu sagen. Vielleicht hängt es auch da dran, dass uns der ein oder andere Gegner unterschätzt hat."

Markus Gisdol & Co. feiern den Sieg in Gladbach.

Beste Laune: Markus Gisdol & Co. feiern den Sieg in Gladbach. imago images

Die Tatsache, dass die Stimmung in Köln stets zwischen "himmelhoch jauchzend" und "zum Tode betrübt" schwankt, macht Gisdols Arbeit laut eigener Aussage auch nicht schwerer - wenn es im Rahmen bleibt. Dazu führte der Trainer bezüglich der Unterschiede zwischen Pokal-Aus und Derby-Sieg aus: "Ich sage nicht, dass es jetzt eine Genugtuung ist. Aber uns war die ganze Saison klar, dass es nur ein Ziel gibt: den Klassenerhalt. Und heute haben wir eben mal wieder gezeigt, dass die Mannschaft einiges kann. Wir müssen aber auch damit rechnen, dass die Mannschaft nicht immer so spielen kann. Der Klub ist verrückt, aber ich liebe diesen Klub - und tue das auch weiter. Ich kann außerdem mit diesem Druck ganz gut umgehen. Nur wenn es unfair wird, dann kann ich auch mal blöde reagieren. Von fairer Kritik bin ich dagegen immer ein Freund."

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Bilder zur Partie Bor. Mönchengladbach - 1. FC Köln