Bundesliga

VfB-Abschied: Michael Wimmer will Cheftrainer werden

VfB hätte Trainer gerne gehalten

Wimmer will Chef werden: "Der Moment ist gekommen"

VfB-Abschied nach dreieinhalb Jahren: Michael Wimmer.

VfB-Abschied nach dreieinhalb Jahren: Michael Wimmer. IMAGO/Pressefoto Baumann

Michael Wimmer hat offenbar Gefallen daran gefunden, in der ersten Reihe zu stehen. Deswegen verzichtet er darauf, nach der Verpflichtung des neuen Cheftrainers Bruno Labbadia beim VfB Stuttgart wieder in die zweite Reihe zu wechseln, sondern verlässt den Klub lieber ganz.

"Einvernehmlich" habe man sich darauf verständigt, die Zusammenarbeit "mit sofortiger Wirkung" zu beenden, teilte der VfB mit, dem Wimmers Abschied an diesem Montagnachmittag eine eigene Pressemitteilung wert war. Allein das zeigt, dass der 42-Jährige mehr als ein Übergangstrainer war.

Wimmer, seit Juli 2019 Co-Trainer, hatte nach der Trennung von Pellegrino Matarazzo am 9. Oktober vorübergehend dessen Posten übernommen und war danach länger geblieben als zunächst vermutet. Weil einerseits die Suche nach einem neuen Trainer stockte, Wimmer andererseits aber auch Ergebnisse lieferte, hielt der VfB zunächst "mindestens" bis zur Winterpause an seinem Interimstrainer fest.

Anfragen für Wimmer gab es zuletzt schon, etwa aus der 3. Liga

Mit wichtigen Heimsiegen gegen den VfL Bochum (4:1), Arminia Bielefeld (6:0, DFB-Pokal), den FC Augsburg (2:1) und Hertha BSC (2:1) hielt Wimmer den VfB im Abstiegskampf zumindest auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Als Tabellen-16. und punktgleich mit dem 15. Hertha BSC verabschiedeten sich die Stuttgarter in die WM-Pause.

Wimmer hatte gehofft, sogar zum Cheftrainer beim VfB aufzusteigen. Doch spätestens mit dem Aus von Fürsprecher Sven Mislintat als Sportdirektor sanken seine Chancen. Nun ist klar: Er sucht sein Glück als Cheftrainer anderenorts. Anfragen, etwa aus der 3. Liga, gab es in jüngster Vergangenheit bereits.

Wehrle: "Wir hätten ihn gerne im Verein gehalten"

"Ich habe sehr gerne für den VfB gearbeitet, zunächst als Co-Trainer und in den vergangenen Wochen als verantwortlicher Trainer der Profimannschaft", wird Wimmer vom VfB zitiert. "Für mich ist jetzt der Moment gekommen, den nächsten Schritt zu gehen und eine neue Herausforderung anzunehmen. Es waren ereignis- und lehrreiche Jahre beim VfB, nach denen ich mich nun bereit fühle, dauerhaft als Cheftrainer zu arbeiten. Ich danke den Verantwortlichen des VfB für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde und für die Möglichkeit, mich hier als Trainer zu entwickeln."

Vorstandschef Alexander Wehrle attestiert Wimmer, "einen sehr guten Job" gemacht zu haben: "Wir sind ihm für seine Arbeit und seine Verbundenheit zum VfB in den vergangenen dreieinhalb Jahren sehr dankbar und hätten ihn aufgrund seiner fachlichen und persönlichen Qualitäten gerne im Verein gehalten. Zugleich ist es absolut verständlich, wenn er jetzt anderswo die Chance auf eine Cheftrainer-Position sucht. Dafür wünschen wir ihm viel Erfolg und alles Gute."

Unter den VfB-Trainern seit 2010 hatte Wimmer den drittbesten Punkteschnitt (1,43).

jpe

Nur drei besser: Die Punkteschnitte der VfB-Trainer seit Labbadia