Bundesliga

Watzke: "Das Spiel gegen Schalke wird uns wieder eine Million kosten"

BVB-Geschäftsführer stört sich an "populistischem Fußball-Bashing"

Watzke: "Das Spiel gegen Schalke wird uns eine Million Euro kosten"

Hans-Joachim Watzke ist Geschäftsführer von Borussia Dortmund.

Macht sich so seine Gedanken in der aktuell wieder kritischeren Corona-Phase: Hans-Joachim Watzke. imago images

Viele englische Wochen stehen Borussia Dortmund bevor, das heißt auch viel Reiserei - wie zum Beispiel nach Italien, wo am kommenden Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) der Champions-League-Auftakt bei Lazio Rom auf der Agenda steht. In einer Woche, genauer gesagt am Samstag (18.30 Uhr), kommt es zudem zum 97. Bundesliga-Derby gegen Schalke 04.

Die sportliche Vorfreude darauf? Groß. Die Wehmut? Ebenfalls gewaltig, weil natürlich in Zeiten der Coronavirus-Pandemie in Verbindung mit aktuell wieder steigenden Fallzahlen striktere Maßnahmen Einzug finden und viele Zuschauer dem Derby im Dortmunder Signal-Iduna-Park fernbleiben müssen.

Geisterspiele das Mindeste

Watzkes Statement diesbezüglich: "Es ist schon - sagen wir mal - etwas, was dich bewegt. Die Gesamtsituation bewegt dich. Ich weiß dabei natürlich schon, dass wir im Fußball eine ganz andere Situation haben. Ich kenne viele Kleinunternehmer, viele Gastronomen, viele Taxifahrer. Die haben noch ganz andere Sorgen als wir. Aber wir drehen natürlich auch ein größeres Rad, das ist ja klar." Was der BVB-Boss damit meint: "Wir haben eine riesige Kostenstruktur und natürlich müssen wir irgendwann wieder Geld einnehmen. Und da war das jetzt wieder ein Rückschlag, dass wir jetzt wieder ohne Zuschauer spielen müssen. Das bei so einem Spiel wie gegen Schalke ... das wird uns wieder eine Million Euro kosten, die wir nicht einnehmen - gegen Zenit St. Petersburg vier Tage später dann das gleiche. Das ist schon schlimm."

Signal-Iduna-Park

Die Corona-Lage bleibt angespannt: Der Signal-Iduna-Park wird beim Derby gegen Schalke 04 nicht gefüllt sein. Getty Images

Spiele überhaupt spielen zu können, sei allerdings die oberste Prämisse. Das dürfe auf keinen Fall wieder einreißen, wie Watzke deutlich unterstrichen hat: "Es muss weitergehen. Wir brauchen mindestens diese Geisterspiele. Wenn wir diese auch nicht mehr haben würden, wird es natürlich ganz schlimm."

Watzke sieht den Fußball als Musterbeispiel

Was dem Geschäftsführer der Schwarz-Gelben darüber hinaus sauer aufstoße, sei "populistisches Fußball-Bashing, wie das die letzten Tage wieder verstärkt auch aus der Bundesregierung gekommen ist". Das sei einfach nicht angebracht. "Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht, warum man sich da wieder am Fußball abarbeitet. Der Fußball hat ein weltweit anerkanntes Top-Konzept in Deutschland umgesetzt, es geht überhaupt keine Gefahr aus. Die Veranstaltungen, die wir gemacht haben - heute zum Beispiel in Hoffenheim mit 6000 Zuschauern oder davor in zwei Heimspielen in Dortmund mit jeweils etwa 10.000 Zuschauern, was ich live beobachtet habe, das ist top. Da hat es keinen einzigen positiven Fall gegeben."

Watzke kommt deswegen zu einer unmissverständlichen Aussage: "Wenn alle Veranstaltungen, die in Deutschland unter freiem Himmel oder auch nicht unter freiem Himmel gibt, so abgelaufen wären wie die im Fußball, dann hätten wir jetzt möglicherweise nicht diese hohen neuen Zahlen. Wir haben als Liga der Politik ein Angebot gemacht, was angenommen worden ist. Und dabei müssen wir auf jeden Fall verlässlich sein, und das waren wir bisher."

Sonst drohe wirklich vielen deutschen großen Bundesliga-Aushängeschildern der Kampf um die nackte Existenz. Watzke hat auch dazu Stellung genommen: "Das bricht auch über den großen Klubs herein. Wenn wir zwei, drei Jahre solch eine Situation durchmachen müssten, das würde kein Verein verkraften."

Watzke über 2022 hinaus BVB-Geschäftsführer? - "Nach Corona führe ich die Gespräche"

Watzke nahm zudem auch Stellung zu seiner persönlichen Zukunftsplanung. Sein Vertrag als BVB-Geschäftsführer läuft im Jahr 2022 aus, der 61-Jährige kann sich aber eine erneute Verlängerung vorstellen. "Ich verlasse in so einer Situation nicht die Brücke", sagte er. Eine Entscheidung werde aber erst fallen, wenn die aktuelle Pandemie überwunden ist. "Nach Corona führe ich die Gespräche."

mag

Bilder zur Partie TSG Hoffenheim - Borussia Dortmund