Bundesliga

Union: Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden

Mitarbeitern droht Kurzarbeit

Union: Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden

Union-Präsident Dirk Zingler

Mit den Auswirkungen der Corona-Krise konfrontiert: Union-Präsident Dirk Zingler. imago images

Eigentlich würde heute beim 1. FC Union Berlin vermutlich heftig über den Ausgang des Hauptstadt-Duells bei Hertha BSC diskutiert werden, das ursprünglich für den vergangenen Samstag angesetzt war. Doch die Corona-Krise lässt alles in den Hintergrund rücken. Die wirtschaftlichen Folgen der Bundesliga-Zwangspause sind für den Aufsteiger noch nicht absehbar. Hinter den Kulissen spielt die Vereinsführung um Präsident Dirk Zingler alle Szenarien durch. Offiziell kommuniziert wurden sie allerdings noch nicht.

Zingler informierte in dieser Woche zumindest schon mal die rund 200 Mitarbeiter in einer E-Mail über die derzeitige Lage, die der Redaktion vorliegt. "Die aktuellen Entwicklungen stellen uns und den Verein auf eine harte Probe und niemand kann derzeit das Ausmaß und das Ende der Krise absehen", merkte Zingler an.

Zingler schließt Kurzarbeit nicht aus

Der 55-jährige Logistik-Unternehmer ist sich sicher, dass im Stadion An der Alten Försterei irgendwann wieder Fußball gespielt wird und externe Veranstaltungen stattfinden können. Erklärtes Ziel sei es, die aktuelle Phase zusammen mit den Mitarbeitern bewältigen zu können. "Wir werden daher alles daran setzen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden", erklärte Zingler.

Der seit 2004 im Amt befindliche Alt-Unioner schloss aber Kurzarbeit keinesfalls aus. Der aktuelle Arbeitsausfall werde durch die Anzeige von Kurzarbeit in allen Gesellschaften aufgefangen. Zingler schrieb den Mitarbeitern: "Wir werden mit jedem von Euch dazu eine individuelle Regelung über den Umfang der Kurzarbeit finden."

Spieler trainieren bis Ende März individuell

Viele der Angestellten arbeiten seit gut einer Woche im Homeoffice. Geschlossen sind inzwischen die Geschäftsstelle, das Stadion An der Alten Försterei und die drei Zeughäuser. Fanartikel können aber noch online geordert werden.

Die Mannschaft, die ursprünglich am vergangenen Freitag wieder gemeinsam trainieren wollte, soll nun erst wieder am 31. März geschlossen zusammenkommen. Bis dahin wird weiter individuell geackert.

An Vertragsgespräche ist in diesen Tagen nicht wirklich zu denken. Der auslaufende Profi-Kontrakt von U-19-Torwart Leo Oppermann soll dennoch verlängert werden.

Matthias Koch/rei