Bundesliga

Stiller Abschied aus dem Profi-Kader: Arps bewusster Schritt zurück

Bayern-Talent dauerhaft in der 2. Mannschaft

Stiller Abschied aus dem Profi-Kader: Arps bewusster Schritt zurück

Will sich in der 3. Liga beweisen: Fiete Arp.

Will sich in der 3. Liga beweisen: Fiete Arp. imago images

Ein Blick auf die Webseite des FC Bayern genügt, um festzustellen, dass sich ein Spieler - zumindest vorerst - heimlich, still und leise aus dem Profikader verabschiedet hat. Fiete Arp, vor gut einem Jahr für 2,5 Millionen Euro vom Hamburger SV an die Isar gewechselt, taucht seit Kurzem nicht mehr neben Robert Lewandowski im Starensemble von Hansi Flick auf, sondern ist in der 2. Mannschaft gelistet. Nach kicker-Informationen hat sich der 20-jährige Stürmer schon vor einiger Zeit entschieden, eine ganze Saison fest und konstant beim Nachwuchs in der 3. Liga zu spielen.

Während Zirkzee oder Musiala spielen durften, tauchte Arp ab

Vielleicht nicht die schlechteste Entscheidung des Talents, das in seinen jungen Jahren eine wahre Achterbahnfahrt hinter sich hat. Beim Hamburger SV galt Arp früh als der kommende Stürmer Deutschlands. Eine Erwartungshaltung, die Arp erdrückt haben muss. Der HSV stieg 2018 ab, Arp unterschrieb zum 1. Juli 2019 bei den Bayern bis 2023. Seinen 18 Bundesligaspielen (zwei Tore) konnte er in seinem ersten Bayern-Jahr kein einziges hinzufügen.

Während Joshua Zirkzee debütierte und viermal traf, Spieler wie Oliver Batista Meier oder Jamal Musiala bei Flick trainieren und sogar kurz spielen durften, tauchte Arp ab. Das hatte auch mit fortwährendem Verletzungspech zu tun, das die guten Eindrücke während der USA-Reise in der Sommervorbereitung 2019 bald in Vergessenheit geraten ließ.

Ein erneuter Vereinswechsel würde sich sehr schwierig gestalten

Um Spielpraxis zu erlangen, lief Arp bislang 13-mal in der 3. Liga auf, für Bayerns 2. Mannschaft erzielte er dabei drei Tore. Beim Saisonauftakt gegen Türkgücü München bereitete er am vergangenen Samstag beim 2:2 einen Treffer vor. Ein Neustart auf der Suche nach Konstanz, sein Talent wird Arp kaum verloren haben.

Außerhalb des Platzes tritt er stets freundlich auf, gilt er als reflektierter Mensch. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass sich ein erneuter Vereinswechsel sehr schwierig gestalten würde, weil Arp in diesem Fall deutliche Abstriche beim Gehalt machen müsste. Geht der Plan mit dem Umweg über die 2. Mannschaft auf, schießt Arp dort bei seinem Talent realistische 15 bis 20 Saisontore, dann läuft er 2021/22 garantiert wieder in einer höheren Liga auf, beim FC Bayern oder andernorts.

Frank Linkesch

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