Bundesliga

Schwarz über Mainz-Rückkehr: "Es wäre für alle Beteiligten nicht gut gewesen"

Ex-Trainer und aktueller Moskau-Coach blickt im kicker-Interview zurück

Schwarz über Mainz-Rückkehr: "Es wäre für alle Beteiligten nicht gut gewesen"

Zu Mainzer Zeiten: Sandro Schwarz.

Zu Mainzer Zeiten: Sandro Schwarz. imago images

Er folgte auf Martin Schmidt, ist gebürtiger Mainzer und hatte dort von 2017 bis 2019 zweieinhalb Jahre als Cheftrainer verbracht. Vor zwölf Monaten wurde Sandro Schwarz bei den Nullfünfern nach einem 2:3 gegen Union Berlin beurlaubt. Der 42-Jährige hat Zeit gebraucht, um diese Phase zu reflektieren. Detailliert hat er seine Amtszeit aufgearbeitet und sich für einen neuen Job vorbereitet. Seit Oktober ist er wieder zurück auf der Trainerbank. Bei Dynamo Moskau. Und sein Start hätte besser nicht laufen können. Drei Spiele, drei Siege.

Es war mehr als ein Trainerjob - das hat viel Kraft und Energie gekostet.

Sandro Schwarz

"Bei einem Traditionsklub wie diesem, wo der Druck schon auch spürbar ist, hilft ein solcher Einstieg natürlich enorm", sagt er im kicker-Interview. Zu Mainzer Zeiten war das anders, da stotterte der Motor zu Beginn einer Saison manchmal noch. Aber, so Schwarz, "das kann man nicht vergleichen. Man vergisst häufig: In Mainz war es damals Mainz-untypisch, wie viele Themen es außerhalb des Platzes gab." Rumoren in der Führungsetage, der Rücktritt von Ex-Präsident Harald Strutz, Querelen mit dem Aufsichtsrat, Fan-Boykotts... "Das hat es schwierig gemacht, reinzukommen und die Stimmungslage in Ordnung zu bringen, das hat viel Kraft und Energie gekostet", erinnert sich der Coach: "Es war mehr als ein Trainerjob. Ich denke aber, wir haben es gut gelöst."

Das Theater außerhalb des Platzes wollte nie ganz enden

So ganz enden wollte das Theater außerhalb des Platzes für Sandro Schwarz allerdings nie. Denn selbst nach dem 2:3 gegen Union hatte der Aufsichtsrat, insbesondere der Vorsitzende Detlev Höhne und Fanvertreter Christian Viering, im Stadion-Innenraum wild gestikulierend Stimmung gemacht. Ein ungewöhnlicher Prozess und ein sehr merkwürdiges Auftreten für Mitglieder eines Organs, das laut Satzung nichts mit der Operative zu tun hat. Der Druck auf Sportvorstand Rouven Schröder, der selbst in der Kritik stand, ist damals gestiegen. Er musste handeln.

Als Nachfolger installierte der Manager dann Achim Beierlorzer, der zwar den Klassenerhalt geschafft, aber die Mannschaft in kürzester Zeit verloren hatte und bereits am zweiten Spieltag dieser Saison seinen Platz räumen musste. Seither übernimmt der vorherige Co-Trainer Jan-Moritz Lichte. Vorerst auch längerfristig, weil der finanzielle Spielraum bei Mainz 05 arg begrenzt ist.

Der Zeitpunkt hätte nicht gepasst.

Sandro Schwarz

Theoretisch wäre da auch eine Rückkehr von Schwarz möglich gewesen, schließlich lief sein Vertrag zum Zeitpunkt von Beierlorzers Aus nach wie vor bei den Rheinhessen (inzwischen wurde er aufgelöst). Allerdings, und das sagt Schwarz auch, "wäre es für alle Beteiligten - auch für mich - nicht gut gewesen. Der Zeitpunkt hätte nicht gepasst. Nichtsdestotrotz wird Mainz für ihn ein besonderes Kapitel bleiben. "Ich bin ja noch mit vielen Menschen dort regelmäßig in Kontakt - auch oder gerade mit Rouven Schröder", betont er: "Und ich wünsche ihnen nur das Allerbeste."

Das komplette Interview mit Sandro Schwarz lesen Sie in der aktuellen Montagsausgabe des kicker (auch im eMagazine erhältlich). Darin spricht der 42-jährige Coach über sein neues Leben in Moskau, einen äußerst interessanten Januar, Persönlichkeitsentwicklung und das Trainerleben.

Georg Holzner

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