2. Bundesliga

Nullnummer auf der Alm - Nürnberg ist Dritter

KSC siegt wieder - Club stürzt Freiburg - RB übernimmt Spitze

Nullnummer auf der Alm - Nürnberg ist Dritter

Den Abzug betätigen: Bielefelds Nöthe (re.) beim Schuss.

Den Abzug betätigen: Bielefelds Nöthe (re.) beim Schuss. Getty Images

Himmelmann glänzt in einem mäßigen Spiel

Am Montagabend war der FC St. Pauli bei Arminia Bielefeld gefordert. Die Kiez-Kicker brauchten dabei drei Punkte, um Platz drei in der Tabelle zu verteidigen. Hoffnung machte den Hamburgern die Tatsache, dass sie zuletzt mit dem 2:1 in Kaiserslautern wieder ein Erfolgserlebnis feiern konnten. Als Schlüssel zum Erfolg nannte St. Paulis Trainer Ewald Lienen, "die defensive Stärke" und, dass seine Spieler "zu unseren Tugenden zurückgekehrt" sind. Diese Tugenden kamen dann auch auf der Alm zur Geltung; zumindest in der Abwehr. St. Pauli ließ hinten gegen wenig mutige Bielefelder nur selten etwas anbrennen - bis auf die 27. Minute, als Himmelmann binnen weniger Sekunden stark gegen Nöthe und Hemlein pariert. Offensiv ging hüben wie drüben kaum etwas, das Spiel beschränkte sich weitgehend auf intensive, teils harte Zweikämpfe. Chancen waren dafür nicht zu sehen. Daraus folgte konsequenterweise ein 0:0, das beiden Mannschaften nur beding weiterhilft. St. Pauli rutscht auf Rang vier ab, Bielefeld auf Platz 13.

2. Bundesliga - Scorer 2015/16
SC Freiburg Petersen Nils
19
1. FC Nürnberg Burgstaller Guido
12
SV Sandhausen Bouhaddouz Aziz
11
2. Bundesliga - 18. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
RB Leipzig RB Leipzig
38
2
SC Freiburg SC Freiburg
35
3
1. FC Nürnberg 1. FC Nürnberg
30
2. Bundesliga - Torjäger 2015/16
SC Freiburg Petersen Nils
15
VfL Bochum Terodde Simon
10
1. FC Nürnberg Burgstaller Guido
8
Ein Eigentor von Föhrenbach besiegelte die Freiburger Niederlage.

Ein Eigentor von Föhrenbach besiegelte die Freiburger Niederlage. imago

Das Topspiel am Sonntag entschied der 1. FC Nürnberg mit 2:1 gegen den bisherigen Tabellenführer SC Freiburg für sich und bestätigte damit seine starke Form der letzten Wochen. Zugleich gelang dem Club die Revanche für die 3:6-Klatsche aus der Hinrunde. Die Führung gelang Guido Burgstaller schon in der 14. Minute, der nach einem Abpraller aus vier Metern abstaubte. In der Folge waren die Breisgauer zwar optisch überlegen, taten sich aber gegen kompakt stehende Franken schwer. Die Nürnberger setzten nach vorne zudem immer wieder Nadelstiche, beispielsweise in der 42. Minute, als Burgstaller mit dem Außenrist das Ziel nur knapp verfehlte.

Im zweiten Durchgang hatte zunächst Füllkrug in der 53. Minute die dicke Chance, das Ergebnis auszubauen, traf jedoch den Ball nicht richtig. Dann wurde es hektisch: Erst glich Höhn nach Kopfball-Vorlage von Petersen aus (64.), doch nur eine Minute später ging der Club durch ein wirklich unglückliches Eigentor von Föhrenbach, dem der Ball im Laufen einfach auf den Fuß fiel, erneut in Führung. Freiburg bemühte sich vergeblich um den erneuten Ausgleich, auch die gelegentlichen Nürnberger Konter verpufften: Am Ende stand der vierte Club-Sieg in Folge fest. Mit der Niederlage verlor der SC Freiburg erstmals seit dem 13. Spieltag wieder die Tabellenführung, die Nürnberger verkürzten ihren Rückstand auf die Streich-Truppe auf fünf Punkte.

Leipzig überrollt FSV nach der Pause

Nutznießer der Freiburger Niederlage war RB Leipzig. Die Rangnick-Elf kam zu einem 3:1 gegen den FSV Frankfurt und eroberte wieder die Spitze im Unterhaus. Nach einer torlosen Halbzeit, in der die Leipziger trotz Überlegenheit nur zu einem Pfostentreffer von Poulsen (15.) kamen, brach der Führungstreffer von Sabitzer (58.) den Bann. Nur wenige Minuten später war Kaiser zur Stelle und vollendete mit einem spektakulären Seitfallzieher zum 2:0 (61.). Damit nicht genug: In der 67. Minute stand Sabitzer goldrichtig und machte alles klar, auch wenn Perdedaj zwei Minuten später noch einmal verkürzen konnte (69.). Mit dem Sieg machten die Sachsen den nächsten Schritt in Richtung 1. Bundesliga.

FCK: Dritter Heimsieg - MSV abgeschlagen

Auch das dritte Sonntagsspiel endete mit einem Heimsieg. Für Kaiserslautern war das 2:0 gegen Schlusslicht MSV Duisburg erst der dritte Heimdreier der Saison. Trotz munterem Beginn enttäuschte die chancenarme erste Hälfte die Zuschauer auf ganzer Linie. Nach der Pause konnten immerhin die Anhänger der Pfälzer den Führungstreffer durch Deville (60.) bejubeln. Die Lauterer entkrampften sich in Folge zwar sichtlich, wirklich ansehnlicher wurde das Spiel dadurch nicht. In der Nachspielzeit erhöhte Klich noch auf 2:0. Die Zebras bleiben nach der elften Saisonniederlage weiterhin Tabellenschlusslicht und haben bereits fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Karlsruhe siegt dank Diamantakos

Am Samstag wollte der Karlsruher SC gegen die SpVgg Greuther Fürth endlich die eigene Abschlussschwäche ablegen. Das gelang in der ersten Hälfte der Partie allerdings noch nicht, da Fürth zu Beginn versuchte, offensiv Druck aufzubauen und die Badener so defensiv band. Das Spiel blieb in der ersten Hälfte ohne nennenswerte Torgelegenheiten, nach dem Seitenwechsel aber durfte der KSC jubeln. Torres' Schuss aus acht Metern parierte Fürth-Keeper Mielitz mit einem klasse Reflex, doch der Ball landete vor den Füßen von Diamantakos, der zum 1:0 abstaubte. Wenig später kam Yamada gegen Röcker zum Schuss, doch Mielitz war zur Stelle (58.). Für die Fürther gab es gegen die Defenisve der Karlsruher kein Durchkommen, die Angriffsversuche wurden früh im Keim erstickt. Durch den Erfolg hat der KSC vorerst den Abstand auf den Relagationsplatz auf sechs Zähler vergrößert und endlich seinen Negativtrend (drei Niederlagen in Serie) gestoppt.

Hermann-Effekt verpufft - Wood erzielt Doppelpack

Doppelpack gegen Düsseldorf: Berlins Bobby Wood (re.).

Doppelpack gegen Düsseldorf: Berlins Bobby Wood (re.). imago

Düsseldorf peilte gegen Union Berlin den dritten Sieg in Serie unter Interimstrainer Peter Hermann an, allerdings erwischten die Gäste aus Köpenick den besseren Start. Einen Traumpass von Zejnullahu nahm Wood prima an, enteilte den beiden Innenverteidigern und lupfte die Kugel technisch anspruchsvoll über Rensing hinweg ins Tor (13.) - 1:0. Die Fortuna bemühte sich in der Folgezeit um den Ausgleich, hatte durch Pohjanpalo (22., 35.) sowie Iyoha (36.) Gelegenheiten, doch vor der Pause gelang kein Treffer mehr. Direkt nach dem Seitenwechsel vergab Düsseldorfs Schmitz einen Strafstoß, Haas ahnte die Ecke und hielt die Führung fest (47.). Einen Kopfball von Pohjanpalo lenkte der Keeper wenige Sekunden später mit einem guten Reflex über das Tor. Auch in der Folgezeit konnte sich Union kaum befreien, doch einer der wenigen Angriffe führte zum zweiten Treffer. Wood, umdribbelte nach Anspiel von Thiel im Strafraum Madlung gekonnt und netzte ein - 2:0, Doppelpack! Doch es kam noch dicker für die Fortuna: Einen Schuss von Zejnullahu lenkte Schmitz beim Abwehrversuch zum 0:3 aus Düsseldorfer Sicht ins eigene Tor. Union Berlin und Düsseldorf tauschen somit in der Tabelle die Plätze und die Köpenicker konnten sich ein wenig Luft im Abstiegskampf verschaffen.

Mlapa bringt Bochum zurück in die Spur - Effenberg-Elf uninspiriert

Bochum jubelt mit dem Doppelpacker Mlapa (Nr. 14).

Bochum jubelt mit dem Doppelpacker Mlapa (Nr. 14). imago

Der SC Paderborn erlebte am Freitagabend sein blaues Wunder. Zum Auftakt der Rückrunde verlor die Mannschaft von Trainer Stefan Effenberg mit 0:4 und bleibt im siebten Pflichtspiel in Serie ohne Sieg. Das Unheil für den Bundesliga-Absteiger nahm schon im ersten Abschnitt seinen Lauf. VfL-Stürmer Mlapa schnürte gegen unentschlossene SCP-Defensivspieler einen Doppelpack, Hoogland legte munter zum 3:0 nach. Schon nach 34 Minuten reichte es dem Tiger auf der Paderborner Bank, er wechselte doppelt, doch die Wende leitete er damit nicht ein. Wieder war es Mlapa, der noch vor der Pause beinahe auf 4:0 gestellt hätte. Im zweiten Abschnitt warteten die SCP-Fans weiter vergeblich auf ein Aufbäumen des Bundesliga-Absteigers. Bochum hatte die Zügel fest im Griff, scheiterte zunächst durch Joker Terodde vom Elfmeterpunkt (Koc sah zuvor Rot), machte durch Bastians wenig später den 4:0-Endstand klar und feierte so nach fünf sieglosen Spielen einen ungefährdeten Erfolg.

Heidenheim siegt: Leipertz bestraft wackere Löwen

Weiter nicht aus dem Keller kommen die Münchner Löwen. 1860 verlor zuhause gegen Heidenheim mit 1:3 und bleibt unter dem Strich stehen. Den besseren Start erwischten die Gäste von der Ostalb, die durch Hallorans präzisen Schuss ins lange Eck früh in Führung gingen. Doch die Möhlmann-Elf ließ sich davon nicht groß beeindrucken, spielte weiter munter nach vorne, doch oft fehlte der letzte Pass, um die Stafette mit einer Großchance abzuschließen. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte waren die Sechziger erfolgreich: Standard Liendl, Kopfball Okotie - 1:1 zur Pause, und das verdientermaßen. Mit Beginn des zweiten Durchgangs wirkte Heidenheim optisch ein wenig überlegen, wenn auch nicht zwingend. Dann aber kam die 54. Minute: Leipertz zündete den Turbo, ließ zwei Gegenspieler stehen und markierte die erneute Führung für die Schmidt-Elf. Nun waren wieder die Löwen gefordert, die zwar alles versuchten, aber in der Schlussphase durch Morabit den 1:3-Endstand kassierten.

Braunschweig überholt Sandhausen - Komisches Khelifi-Tor

In Sandhausen empfing die Überraschungsmannschaft aus dem Hardtwald die Eintracht aus Braunschweig. Die erste Halbzeit war ausgeglichen, spielerisch auf durchschnittlichem Niveau und mit jeweils einer Großchance versehen: Für die Niedersachsen scheiterte Berggreen alleine vor Torwart Knaller, die Sandhäuser wären nach Bouhaddouz' Kopfball fast in Front gegangen, doch Keeper Gikiewicz parierte stark. Direkt nach Wiederanpfiff machte es der Braunschweiger Mittelstürmer aber besser und drückte eine Reichel-Flanke energisch in die Maschen zum 1:0 für die Gäste. Sandhausen schüttelte sich kurz und ergriff dann die Initiative. Bouhaddouz hatte eine Doppelchance, die erneut eine Beute von Gikiewicz wurde. Die Schwartz-Elf versuchte bis zum Schlusspfiff alles, doch die Lieberknecht-Schützlinge verteidigten geschickt. Als Bouhaddouz am Boden lag und sich nach einem Zweikampf den Kopf hielt, spielten die Braunschweiger weiter. Die Sandhäuser dagegen hörten plötzlich auf zu attackieren und Khelifi nutzte dies eiskalt mit dem Tor zum 2:0 aus. Der SVS protestierte heftig, doch der Treffer zählte trotz fadem Beigeschmack. Braunschweig schnuppert mit dem clever herausgespielten Auswärtssieg wieder an Platz drei.

kon