2. Bundesliga

Nürnbergs Hack droht kein zweiter Fall "Lohkemper" zu werden

FCN-Mannschaft zeigt im Training die erhoffte Reaktion

Nürnbergs Hack droht kein zweiter Fall "Lohkemper" zu werden

Arbeitet an seinem Comeback: Robin Hack.

Arbeitet an seinem Comeback: Robin Hack. imago images

War Robert Klauß am vergangenen Sonntag nach der Partie von seiner Mannschaft noch "enttäuscht und frustriert", so hat sie in dieser Trainingswoche seiner Ansicht nach eine gute, vielversprechende Reaktion gezeigt.

Klauß hat hinten rechts zwei Optionen

Doch der Reihe nach. Musste Klauß gegen Hamburg rechts hinten improvisieren, so stehen ihm nun die zwei etatmäßigen Optionen zur Verfügung: Enrico Valentini hat seine beim 2:1 in Darmstadt erlittene Zerrung im Oberschenkel komplett auskuriert und die vergangenen Einheiten problemlos bestritten.

Spielersteckbrief Sorg
Sorg

Sorg Oliver

Spielersteckbrief Valentini
Valentini

Valentini Enrico

Spielersteckbrief Margreitter
Margreitter

Margreitter Georg

Spielersteckbrief Lohkemper
Lohkemper

Lohkemper Felix

Spielersteckbrief Mühl
Mühl

Mühl Lukas

Spielersteckbrief Möller Daehli
Möller Daehli

Möller Daehli Mats

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Sörensen

Sörensen Asger

Spielersteckbrief Hack
Hack

Hack Robin

Spielersteckbrief Knothe
Knothe

Knothe Noel

Spielersteckbrief Borkowski
Borkowski

Borkowski Dennis

Spielersteckbrief Rosenlöcher
Rosenlöcher

Rosenlöcher Linus

Spielersteckbrief Latteier
Latteier

Latteier Tim

Spielersteckbrief Shuranov
Shuranov

Shuranov Erik

Und Oliver Sorg, der in Darmstadt für ihn eingewechselt wurde und dann wegen eines vermeintlichen Handspiels im Strafraum Rot sah, hat die Sperre abgesessen. Den Zuschlag erhält wohl Kapitän Valentini, der von 2014 bis 2017 für den KSC am Ball war, ehe er zu seinem Jugend- und Ausbildungsverein FCN zurückkehrte.

Margreitter beginnt

Robert Klauß

Mit der Leistung gegen St. Pauli nicht zufrieden: Robert Klauß. imago images

Klar benennt der FCN-Coach unterdessen, dass der gegen St. Pauli nach der Pause eingewechselte Georg Margreitter in der Innenverteidigung beginnt. "Georg hat eine gute Mentalität und ist gut in der Luft", führt Klauß auch im Hinblick auf die Standardstärke der Badener aus.

Wobei, eine große Erklärung hätte es gar nicht bedurft, denn der Österreicher und Lukas Mühl sind die einzigen zwei gelernten Innenverteidiger, die der Kader derzeit hergibt. Noel Knothe ist an der Sehne operiert worden, Asger Sörensen hat sich gegen St. Pauli eine Zehe gebrochen und steht frühestens gegen Braunschweig wieder zur Verfügung.

Hack peilt Düsseldorf-Spiel an

Letzteres gilt auch für den fürs Offensivspiel so wichtigen Robin Hack. Der 22-Jährige laboriert unverändert an einer komplizierten, weil tiefliegenden Bandverletzung im Knöchel, die zunächst als gar nicht so gravierend eingestuft wurde.

Ein zweiter Fall "Felix Lohkemper" droht Hack aber nicht zu werden. Während das Comeback des seit Mitte Dezember fehlenden Lohkempers weiter in den Sternen steht, macht Hack laut Krauß so gute Fortschritte, dass dieser spätestens in zwei Wochen in Düsseldorf wieder am Ball sein wird.

Auch das gehört zum Fußball-Ein-mal-Eins

Robert Klauß

Apropos Ball. Der lief gegen St. Pauli beim FCN auch deswegen so holprig, weil das Passspiel sowie die Stellung zum Ball, und damit zwangsweise der erste Kontakt, schlampig waren. "Auch das gehört zum Fußball-Ein-mal-Eins. Und dass wir das in jener Partie hatten vermissen lassen, ärgerte mich so, dass ich das auch klar ansprach", so Klauß, der nach dem 1:2 seine Mannschaft öffentlich so deutlich kritisierte wie noch nie.

Jedem wird klar sein, dass ich so nicht mit der Mannschaft spreche.

Robert Klauß

Dass er gegen Ende seiner Ausführungen noch eine Extra-Schleife drehte und seinen Matchplan im modernen Trainer-Slang ausbreitete, brachte ihm zu Wochenbeginn unfreiwillig bundesweite Aufmerksamkeit ein. "Ich habe das gar nicht so mitbekommen, weil ich in den Sozialen Medien nicht unterwegs bin", so der 36-Jährige, der wohl immer noch zu Recht sehr verwundert sein dürfte, welche Wellen seine den asymmetrischen Linksverteidiger oder dem ballfernen Zehner beinhaltende Ausführung geschlagen hat.

"Jedem, der im Fußball unterwegs ist, wird klar sein, dass ich so nicht mit der Mannschaft spreche", betont Klauß, der dennoch seine Lehren daraus zieht. "Ich muss mich zwar für das Gesagte nicht schämen, doch ich würde das so nicht mehr machen."

Ein-mal-Eins wird erwartet

Von seiner Mannschaft erwartet er unterdessen, dass sie beim KSC das zuletzt vermisste Ein-mal-Eins auf dem Platz zeigt. "Egal, wie ein Spiel läuft, das muss ich immer abrufen", so Klauß. Wie dringend das am Sonntag notwendig sein wird, zeigt allein ein Blick in die Statistik.

In der Hinrunde lag der Club nach dem 1:1 im Max-Morlock-Stadion am 5. Spieltag noch zwei Punkte vor dem KSC - nun vor dem Wiedersehen im Wildpark haben die Nord-Badener 13 Zähler mehr auf dem Konto. Das Team von Trainer Christian Eichner hat im Jahr 2021 die beste Punktausbeute aller Zweitligisten, der FCN indes die zweitschlechteste. Anders ausgedrückt: Der KSC, der in der Vorsaison mit einem furiosen Endspurt die Franken in die Abstiegsrelegation schickte, hat die Entwicklung genommen, die dem Club vorschwebte.

Emotionaler Video-Appell von Hecking

Dieter Hecking

Setzt sich für den Club ein: Dieter Hecking. imago images

Müßig zu erwähnen, dass es nicht zu der Aufbruchsstimmung gekommen ist, die der Traditionsverein im Sommer mit der Verpflichtung von Dieter Hecking als Sportvorstand und Robert Klauß erzeugen wollte. Somit ist die Sorge gerade inmitten der Corona-Pandemie groß wie berechtigt, dass Sponsoren ihr Engagement zu überdenken beginnen.

Deswegen hat sich Hecking dieser Tage mit einem emotionalen Video-Appell "Bleiben Sie bei uns" an die FCN-Partner gewendet. Sollte sich ein, schlimmstenfalls gleich mehrere Geldgeber verabschieden oder ihre Zahlungen reduzieren, würde dies den Club sehr hart treffen.

Etatunterdeckung verkleinert

Zu Jahresbeginn steuerten die Franken auf eine Etatunterdeckung von rund 17 Millionen Euro zu - mittlerweile ist diese Lücke aufgrund des Gehaltsverzichts von Profis und Angestellten sowie dem Abgang eines Besser-Verdieners wie Virgil Misidjan geringer geworden.

Allerdings nicht signifikant, denn den vier Abgängen stehen mit den Leihen Mats Möller Daehlis und Dennis Borkowskis zwei Neuzugänge auf der Gehaltsliste gegenüber. Zudem hat der FCN seine Eigengewächse Erik Shuranov (19), Tim Latteier (20) und Linus Rosenlöcher (20) mit einem Profivertrag ausgestattet.

Christian Biechele

So lange laufen die Verträge der Zweitliga-Trainer