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22.04.2019, 17:22

Stuttgarts Hoffnungsträger im Porträt

Wer ist Willig? Acht Fakten zum neuen VfB-Trainer

Er bildete einst eine Fahrgemeinschaft mit Domenico Tedesco und Julian Nagelsmann und kann beim Fußballschauen schon mal anstrengend sein - jetzt soll Nico Willig den VfB Stuttgart in der Bundesliga halten. Ein Porträt in acht Fakten.

Nico Willig 1999 als Jugendspieler, jubelnd als U-19-Trainer und 2016 mit der Fußballlehrer-Urkunde.
Nico Willig 1999 als Jugendspieler, jubelnd als U-19-Trainer und 2016 mit der Fußballlehrer-Urkunde.
© imago (2)/Getty ImagesZoomansicht

Noch am Samstagabend, wenige Stunden nach dem 0:6-Debakel in Augsburg, gab der VfB Stuttgart bekannt, dass jetzt alle Hoffnungen auf Nico Willig liegen: Der bisherige U-19-Trainer beerbt interimsweise Markus Weinzierl und soll den dritten Abstieg nach 1975 und 2016 irgendwie noch abwenden. Wer ist der Bundesliga-Novize, der Sportvorstand Thomas Hitzlsperger die Überzeugung artikulieren lässt, "dass wir es hinbekommen"?

Willigs Erfolge mit den A-Junioren sprechen für sich

Der VfB ist immer noch Rekordmeister im A-Junioren-Bereich, war in den letzten Jahren aber nur noch Neunter, Dritter, Elfter und Sechster in der Bundesliga Süd/Südwest geworden. Dann kam Nico Willig: Der bisherige U-17-Coach hat die U 19 mit einem Punkteschnitt von 2,22 drei Spieltage vor Schluss zur souveränen Tabellenführung (fünf Punkte Vorsprung) und erstmals seit 2002 ins DFB-Junioren-Pokalfinale geführt. Das findet am 24. Mai in Berlin gegen RB Leipzig statt - genau zwischen den Bundesliga-Relegationsduellen.

Willig ist ein echter Schwabe

Willig wurde am 11. Dezember 1980 rund 30 Kilometer von Stuttgart entfernt in Tübingen geboren, wuchs im Balinger Stadtteil Heselwangen auf und wohnt heute noch mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Balingen. Er pendelt regelmäßig nach Stuttgart.

Als Spieler kam Willig nicht über die Oberliga hinaus

Mit dem Fußball-Profigeschäft kam Willig als Aktiver nicht in Berührung. Immerhin absolvierte er als Abwehrspieler für die TSG Balingen 92 Oberliga-Spiele - jenen Klub, bei dem er 2013, zwei Jahre nach dem Ende seiner Spielerlaufbahn, mit 32 Jahren auch seine erste Anstellung als Trainer übernahm.

Weil ihm der Praxisbezug im Studium fehlte, begann Willig als Trainer

Seine Leidenschaft für den Trainerberuf hatte er aber schon viel früher entdeckt. Weil ihm im Sportstudium der Praxisbezug fehlte, war es "ein Leichtes, mich als Trainer für eine Gruppe von Zehnjährigen bei der TSG Balingen zu gewinnen", erzählte Willig im vergangenen Sommer dem Portal "imländle". "Das hat gut funktioniert und mega viel Spaß gemacht. So bin ich Jahr für Jahr mit den Jungs eine Altersstufe hoch." Zur Saison 2015/16 wechselte er schließlich - nach einem Jahr als Personalcoach - in die Jugendabteilung der Stuttgarter Kickers, ehe ihn der VfB schon ein halbes Jahr später zum U-16-Trainer machte.

Willig bildete mit Nagelsmann und Tedesco eine Fahrgemeinschaft

Das war im Januar 2016, als Willig bereits mit der Ausbildung zum Fußballlehrer begonnen hatte - und was war das für ein Jahrgang: Mit Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco bildete Willig damals sogar eine Fahrgemeinschaft, um zu den Lehrgängen nach Hennef zu gelangen. "Julian und Domenico sind sehr umgängliche Typen und absolute Fachleute", erinnerte sich Willig später bei "dfb.de" an diese Zeit. "Inklusive der Ausbildung zum Fußball-Lehrer ging es morgens, mittags, abends und nachts eigentlich immer nur um Fußball." Im März 2016 erhielt Willig - als Stipendiat - schließlich seine UEFA-Pro-Lizenz.

Nagelsmann nennt Willig "sehr akribisch und detailversessen"

Auch wenn Willigs Kontakt zu dem inzwischen Bundesliga-erfahrenen Duo ein wenig abgerissen ist: Auch Nagelsmann erinnert sich noch an seinen Mitfahrer. Willig sei ein "sehr akribischer, eher ruhiger Trainer, der sehr detailversessen ist und einen guten Fußball spielen lassen wird", sagte der Hoffenheim-Coach dem SWR. Und Lukas Fölsch, Willigs ehemaliger Spieler bei der TSG Balingen, erinnert sich, dass es "schwierig" war, "ein normales Fußballspiel mit ihm anzugucken". Willig sei "akribisch ohne Ende", lebe "Fußball durch und durch".

Willig setzt auf eine Spielweise, die nicht unbedingt zum Profi-Kader passt

Seine wichtigsten Leitlinien als Trainer formuliert Willig so: "Erstens: Der Spieler soll mich als seinen Helfer wahrnehmen, der genauso wie er alles in seine Weiterentwicklung investiert und bereit ist, dafür auch Verantwortung zu übernehmen", sagte er bei "imländle". "Zweitens: Ich kritisiere den Spieler mit dem Ziel, ihn damit besser zu machen. Gleichzeitig wertschätze ich diesen jungen Menschen, der für seinen Traum einen enormen Zeitaufwand bringt und auf vieles verzichtet, was Gleichaltrige ausleben können." Im VfB-Jugendbereich setzt er - hauptsächlich mit einer Dreierabwehr und zwei Stürmern - auf eine mutige, mit und gegen den Ball aggressive, angriffslustige und nach Möglichkeit dominante Spielweise mit hohem Pressing, hohem Tempo, hoher Dynamik. Aber ob das zu den Fähigkeiten des Profi-Kaders passt?

Willig bringt drei Mitarbeiter mit zu den Profis

Mit Weinzierl haben den VfB auch Co-Trainer Wolfgang Beller, Athletiktrainer Thomas Barth sowie Individualtrainer Halil Altintop verlassen. Willig bringt die beiden neuen Co-Trainer Tobias Rathgeb und Francisco Paco Vaz sowie den U-19-Athletiktrainer Martin Franz mit. Athletiktrainer Matthias Schiffers und Torwarttrainer Marco Langner gehören weiterhin zum Team.

jpe

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© imago

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