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29.08.2002, 10:40

Freiburg: Warum Trainer Finke auf Newcomer Sascha Riether setzt

Willi: Absturz eines Überfliegers

Für DFB-Trainer Uli Stielike (47) ist der Fall Sascha Riether (19) "eigentlich nichts Besonderes". Spieler von der Qualität des jungen Freiburgers "haben wir im U-20-Nationalteam durch die Bank". Trotzdem: Riether ist der Einzige aus dem glorreichen Jahrgang der jüngst gekürten Vize-Europameister mit einem Stammplatz im Profi-Bereich. Beim SC beackert der Youngster die rechte Außenbahn, absolvierte bislang alle drei Punktspiele (kicker-Durchschnittsnote 3,67). Das jüngste in Ahlen (3:1) sogar trotz Bänderrisses im Sprunggelenk. Kommentieren mag Riether seinen Höhenflug nicht. "Ich bin doch erst viel zu kurz dabei."

"Dass Volker Finke auf junge Spieler baut, ist ja nicht neu", sagt Stielike. In der Tat: Ein viel versprechender Teenager, gerade aus den eigenen A-Junioren gekommen, sprintstark, lernwillig, draufgängerisch auf dem Platz und bescheiden-bodenständig außerhalb, so einen hatte Freiburg just auf der rechten Seite schon einmal: Tobias Willi. Der stand sogar auf dem Sprung zum FC Bayern und in die Nationalmannschaft, brachte es auf 84 Bundesliga-Einsätze. Heute sitzt das einst hoffnungsvollste SC-Talent auf der Bank, mit gerade 22 Jahren verdrängt von einem Jüngeren - Sascha Riether. Trotz dessen Verletzungsproblemen wurde Willi zuletzt nicht einmal eingewechselt. Ein klares Zeichen.

Trainer Finke betont, Willi nicht fallen zu lassen, verdeutlicht aber auch gestiegene Ansprüche: "Tobias ist jetzt drei Jahre dabei, muss ganz einfach von seiner Fehlerquote runter." Gerade in der zurückliegenden Abstiegssaison sei eben jene die Ursache zu vieler Gegentore gewesen. Grundsätzlich sieht Finke fußballerische Vorteile bei Riether: "Tobias ist auf die rechte Seite festgenagelt. Sascha hat eine sehr, sehr gute Spielübersicht, könnte mittelfristig zentraler agieren."

Bei der Beurteilung von Willis Entwicklung warnt Finke vor dem "Trugschluss, dass junge Spieler automatisch immer besser werden. Ich habe schon erlebt, dass einer mit 19 seinen Zenit erreicht hatte." Willi selbst, bis 2006 an den Verein gebunden, attestiert sich "eine normale Entwicklung". Und: "Für mich zählt nur, gut zu trainieren und dass der SC wieder aufsteigt." Seine persönliche Laufbahn ging vorerst in die andere Richtung: Vom Senkrechtstarter zum Schattenmann.

Thiemo Müller

 

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