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Müller: "Stachel sitzt brutal tief, gefühlt tiefer als sonst"

Noch keine Antwort auf die Frage nach seiner DFB-Zukunft

Müller: "Stachel sitzt brutal tief, gefühlt tiefer als sonst"

Tiefer Stachel und noch keine Antwort auf seine DFB-Zukunft: Thomas Müller.

Tiefer Stachel und noch keine Antwort auf seine DFB-Zukunft: Thomas Müller. IMAGO/Ulmer/Teamfoto

Direkt nach dem Schlusspfiff des Costa-Rica-Spiels richtete Thomas Müller eine Art Abschiedsrede an die Fans der deutschen Nationalmannschaft. Die Szenerie hatte etwas Unwirkliches - es schienen vorbereitete Worte, die er aber mit ein paar Minuten Abstand relativierte.

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Er müsse sich mit seiner Frau besprechen, so Müller am Abend nach dem nutzlosen 4:2 gegen die Mittelamerikaner. Mittlerweile gehört auch Bundestrainer Hansi Flick zu den Personen, mit denen sich der Bayern-Profi über seine Zukunft im Trikot der DFB-Elf austauschen will.

"Es gibt mehr Widersprüche"

Am Sonntagabend, als der amtierende Weltmeister Frankreich das Achtelfinale souverän gegen Polen gewann, ließ der Offensivspieler seinen Gedanken über das abermalige Gruppenphasen-Aus freien Lauf. Der Weltmeister von 2014 tut sich offensichtlich schwer, das auf dem Papier enttäuschende WM-Abschneiden zu ergründen. "Es ist undurchsichtiger als sonst, es gibt mehr Widersprüche. Es ist bei dieser WM schwieriger, das Erlebte zu filtern und richtig zu deuten", so der 33-Jährige auf seinem Instagram-Kanal.

Ähnlich wie Joshua Kimmich, der nach dem Ausscheiden davon sprach, "in ein Loch zu fallen", fürchtet auch Müller ein langwierigere Phase der Aufarbeitung. "Die große Frage im Leben: Woran hat's gelegen? Ich werde trotz aller Erfahrung mit großen Erfolgen und auch krachenden Niederlagen diesmal etwas Zeit brauchen, um alles einordnen zu können."

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Müllers aktuelle Gefühlslage allerdings ist eindeutig: "Der Stachel sitzt brutal tief, gefühlt tiefer als sonst", so der Routinier, der den Turnierverlauf in wenigen Worten wie folgt Revue passieren ließ: "Es war ein Wellenbad der Gefühle. Vorfreude, Ehrgeiz, Politik, Ablehnung, Start-Niederlage, Hoffnung und Anerkennung nach Spiel 2, dann mit unserem ersten Turniersieg zeitgleich das Ausscheiden und damit die Vollkatastrophe."

Ob sich Müller nach 121 Länderspielen und 44 Toren mit einer "Vollkatastrophe" von der Nationalelf verabschieden will - das ist die Frage, die er schlussendlich beantworten muss.

bst

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