Bundesliga

Leipzigs Plan: Erstmals die 100-Millionen-Schwelle knacken

Es winkt ein unverhofftes Transferplus mit Augustin

Leipzigs Plan: Erstmals die 100-Millionen-Schwelle knacken

Jean-Kevin Augustin könnte noch 21 Millionen Euro Erlös einbringen.

Jean-Kevin Augustin könnte noch 21 Millionen Euro Erlös einbringen. imago images

Zum Jahreswechsel hatte Oliver Mintzlaff im Bilanz-Interview mit dem kicker in deutlichen Worten angemahnt, dass die Zeit des ewigen Expandierens bei RB Leipzig ein Ende haben müsse. Man könne nicht immer nur junge und (vermeintlich) hochbegabte Spieler einkaufen, man müsse auch mal wieder Profis mit einem entsprechenden sportlichen und daher auch wirtschaftlichen Mehrwert veräußern. Im Kaufen sei das Management rückblickend "Schulnote eins" gewesen, so die Worte des Leipziger Geschäftsführers: "Im Verkaufen hielt sich das in Grenzen, da ist es abgesehen von Naby Keita eher eine drei minus oder vier. Da müssen wir uns verbessern, sowohl was die Quantität als auch die Qualität angeht."

In den dreieinhalb Jahren zwischen dem Bundesliga-Aufstieg im Sommer 2016 und dem geführten Interview Ende 2019 hatte RB Leipzig allein an Ablösesummen rund 230 Millionen Euro in neues Personal investiert, aber nur etwa 120 Millionen Euro durch Transfers eingenommen. Knapp die Hälfte davon brachte der zum FC Liverpool transferierte Mittelfeldspieler Naby Keita.

2020 indes wird aller Wahrscheinlichkeit nach das größte Ertragsjahr in der elfjährigen Klub-Geschichte, erstmals wird wohl die Schwelle von 100 Millionen Euro an Transfereinnahmen überschritten. Die in der Winterpause abgegebenen Matheus Cunha (für 18 Mio zu Hertha BSC) und Diego Demme (für 12 Mio zum SSC Neapel) machten den Anfang. Timo Werners Wechsel zum FC Chelsea für die festgeschriebene Ablöse von 50 Millionen Euro ist beschlossene Sache.

Weitere 21 Millionen Euro für Augustin?

Zudem winkt ein unverhofftes Transferplus mit einem der größten Fehleinkäufe, Jean-Kevin Augustin. Der an den englischen Zweitligisten Leeds United ausgeliehene französische Stürmer führt mit seinem Klub die Tabelle in der am kommenden Wochenende wieder startenden Serie an, sieben Punkte Vorsprung auf Platz drei bedeuten beste Chancen auf einen direkten Aufstiegsplatz. Augustin hat dazu wenig beigetragen, kam bislang erst zu drei Kurzeinsätzen und stand in den letzten drei Spielen vor der Corona-Pause nicht einmal im Kader. Doch sollte Leeds die Zulassung zur Premier League erreichen, greift eine mit RB ausgehandelte Kaufverpflichtung. Leeds müsste dann neben der bereits entrichteten Leihgebühr von vier Millionen Euro weitere 21 Millionen Euro an Leipzig überweisen. RB hatte den Angreifer 2017 für 16 Millionen Euro von Paris St. Germain verpflichtet.

Oliver Hartmann

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