Bundesliga

Konaté: Das Ziel heißt Mannschaftstraining im September

Gute Fortschritte nach Hüft-OP

Konaté: Das Ziel heißt Mannschaftstraining im September

Tastet sich immer mehr wieder ans Teamtraining heran:Der Leipziger  Ibrahima Konaté.

Tastet sich immer mehr wieder ans Teamtraining heran:Der Leipziger Ibrahima Konaté. imago images

Derlei Extraschichten sollen dazu beitragen, dass der junge Franzose, der 2017 vom FC Sochaux nach Leipzig kam, möglichst bald wieder auf den Rasen zurückkehren kann. Wobei: Auf dem Platz ist Konaté bereits gewesen. So etwa zum Ende der vergangenen Woche, als er abseits der Kollegen auf dem Trainingsplatz Laufübungen absolvierte und dabei auch schon mal den Ball wieder am Fuß hatte.

Ende Juli war Konaté an der Hüfte operiert worden, nachdem der hünenhafte Abwehrspieler (1,94 Meter, 95 Kilo) im Champions-League-Gruppenspiel am 2. Oktober 2019 gegen Olympique Lyon (0:2) nach 27 Minuten wegen einer Sehnenverletzung am Hüftbeuger ausgewechselt und anschließend monatelang ausgefallen war. In der Endphase der vergangenen Saison hatte er ein kurzes Comeback gegeben, am 31. Spieltag in Hoffenheim (2:0) sowie am 33. Spieltag gegen Dortmund (0:2) war Konaté eingewechselt worden, um am letzten Spieltag der abgelaufenen Runde in Augsburg (2:1) 90 Minuten durchzuspielen.

Doch damit war die Blessur mitnichten abgehakt, wie sich zeigen sollte. "Ich habe mich bereit gefühlt, aber die Beschwerden sind unter Vollbelastung wieder aufgetreten", erinnert sich Konaté, "anschließend haben wir uns gemeinsam für die OP entschieden."

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Auf die Frage, ob er zu früh wieder angefangen habe, antwortet der französische U-21-Nationalspieler: "Ich mache niemandem einen Vorwurf und schaue nach vorn. Ich will wieder angreifen und mit RB Leipzig die nächste erfolgreiche Saison spielen." In der Spielzeit 2020/21 will Konaté wieder ausschließlich sportliche Schlagzeilen machen. Während der langen Leidenszeit habe er zwar keine Angst um seine Karriere verspürt, so der Abwehrspieler, "aber die letzte Saison war nicht einfach. Ich hatte lange Probleme und nach meiner Rückkehr am Ende der Saison wurde es nicht besser. Die Verletzung hat mich gestört, ich war nicht frei im Kopf. Deswegen haben wir die Operation vorgenommen".

Ich setze mich nicht unter Druck, sondern will erst dann wieder spielen, wenn ich dem Team auch wirklich helfen kann.

Ibrahima Konaté

Wann er wieder spielen kann, lässt Konaté offen. "Ich habe in Lissabon mit dem Lauftraining begonnen. Mittlerweile kann ich schon wieder einige Übungen mit dem Ball machen und hoffe, im September ins Mannschaftstraining zurückzukehren", betont er, "ich setze mich nicht unter Druck, sondern will erst dann wieder spielen, wenn ich dem Team auch wirklich helfen kann."

Nagelsmanns Zuversicht wächst

Sein direkter Vorgesetzter beobachtet die Fortschritte seiner Nummer 6 mit Wohlwollen. "'Ibou' ist auf einem guten Weg", sagt Julian Nagelsmann und der RB-Coach ergänzt: "Er bewegt sich jetzt schon gut, in Lissabon hat er sich noch nicht so gut bewegt." Da sei Konaté "noch sehr gehumpelt", so der Trainer, "da hatte ich nicht so ein gutes Gefühl, dass er schnell zurückkommt." Inzwischen ist Nagelsmanns Zuversicht, dass der schnelle und zweikampfstarke Defensivspezialist bald zurückkehren kann, gewachsen, auch wenn er sagt: "Es war eine schwerwiegende Verletzung, dann kam die OP nochmal dazu. Aber es ist alles gut verlaufen. Die Röntgenbilder zeigen, dass dieser Knochenvorsprung nicht mehr da ist und kein Druck mehr auf der Sehne ist. 'Ibou' ist schmerzfrei, und nun versuchen wir, ihn wieder in Teile des Teamtrainings zu integrieren und behutsam aufzubauen." Konaté selbst fühlt sich gut, wie er sagt. Größere Beschwerden habe er nicht mehr, "die Narbe zwickt manchmal, aber das ist normal". Schritt für Schritt will sich der baumlange Verteidiger nun wieder in Richtung fußballerische Normalität bewegen.

Andreas Hunzinger