Bundesliga

Karriereschub für umworbenen Pavard

Stuttgarts Franzose darf auf Platz im WM-Kader hoffen

Karriereschub für umworbenen Pavard

Über Stuttgart in Equipe Tricolore: Benjamin Pavard.

Über Stuttgart in Equipe Tricolore: Benjamin Pavard. picture alliance

Im vergangenen Sommer war 21-Jährige vom OSC Lille nach Stuttgart gekommen. Als eines von mehreren Talenten, die dem VfB beim Aufstieg helfen sollten. Pavard war mehr als das. Er war ein Garant für die Rückkehr der Schwaben in die Bundesliga. "Er hat eine gute Entwicklung genommen", sagt auch Hannes Wolf, der den Hut vor dem Jungnationalspieler zieht. "Ich freue mich riesig für den Jungen. Das hat er sich mit harter Arbeit verdient."

Und das trotz unterschiedlicher Widrigkeiten. Mal selbstverschuldet, in dem der Franzose seinem Hang zum Leichtsinn etwas zu oft freien Lauf ließ. Mal durch verschiedene Umstände, zum Beispiel "die Sprache", wie Wolf sagt, die das Einleben erschwert habe. Außerdem zählt er sich ebenfalls zu den Prüfsteinen in Pavards Weg. "Auch mit mir ist es nicht immer leicht..."

Pavard mit seinem Länderspieldebüt zufrieden

Der mittlerweile mit seiner fußballerischen Qualität und seinem Tempo zu den Leistungsträgern der Stuttgarter zählende Abwehrmann hat die beiden Länderspiele gegen Wales und Deutschland sichtlich genossen. "Ich denke, ich habe zwei gute Spiele abgeliefert", meinte er gegenüber dem kicker. "Es liegt jetzt an mir, dass ich in Zukunft weiterhin gute Leistungen zeige. Auch im Verein." Um sich über den Klassenerhalt zu freuen und Hoffnungen auf einen Kaderplatz für die WM 2018 in Russland machen zu können. Beim 2:2 am Dienstag in Köln gegen Weltmeister Deutschland habe er sich "auf dem Platz sehr wohl gefühlt. Es war ein sehr spannendes, ein sehr hartes Spiel". Was sich für ihn persönlich in einem harten Foul von Sandro Wagner wiederspiegelte.

Wolf freut sich für seinen Defensivallrounder

Nichts, was Spuren hinterließ. Zu sehr war er zudem von den Eindrücken bei der Equipe Tricolore beeindruckt. "Der Trainer und das ganze Team haben mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Ich habe einfach mein Spiel gespielt und wertvolle Erfahrungen für die Zukunft gesammelt." Einzig das Ergebnis war etwas enttäuschend. "Wir haben es leider nicht geschafft, das dritte Tor zu erzielen. Trotzdem war es eine sehr gute Partie von uns. Nur das Gegentor am Ende stört uns sehr. So ein spätes Gegentor frustriert." Wolf freut sich, seinen Abwehrspieler wieder in Stuttgart zu haben. Einen VfB-Profi mit der Perspektive Russland. "Dass er in so einer Mannschaft spielt, finde ich top."

Ist Pavard zu halten?

Ob er nächste Saison noch in Stuttgart spielt, ist offen, denn die Bewerber für den Defensivallrounder stehen Schlange, wenn man verschiedenen Medienberichten Glauben schenken darf. Neben Stuttgarts nächstem Gegner Dortmund wird in französischen Medien auch Bayern München Interesse nachgesagt. Auch internationale Topklubs wie Manchester United, AS Rom oder der FC Sevilla werden gehandelt. So oder so weiß Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke, dass es nicht leicht wird, Pavard dauerhaft von einem Verbleib am Neckar zu überzeugen. "Es wird eine Herausforderung, ihn länger zu halten", sagte Reschke jüngst.

G. Moissidis/E. Lußem

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