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Gladbach | Hütter: "Wenn man ehrlich ist, muss man ja sagen"

Österreicher äußert sich ausführlich

Hütter: "Wenn man ehrlich ist, muss man sagen: ja"

Nicht mehr Trainer in Gladbach: Adi Hütter.

Nicht mehr Trainer in Gladbach: Adi Hütter. Getty Images

… die Entscheidung:
"Wir sind nach guten Gesprächen zu dem Entschluss gekommen, dass wir uns einvernehmlich trennen und jeder seinen Weg geht. Die finale Entscheidung haben wir schlussendlich gestern Abend getroffen. Wir waren in einer sehr schwierigen Situation, speziell nach dem Spiel in Stuttgart (2:3 nach 2:0-Führung, d. Red.). Wir waren in sehr unangenehmen Sphären, haben uns dann aber mit Ruhe und Energie wieder in sichere Gefilde gebracht. Das war der Zeitpunkt, um intensivere Gespräche zu führen. Es waren inhaltlich gute Gespräche und ein sehr respektvoller Umgang miteinander. Dafür möchte ich mich beim kompletten Verein herzlich bedanken."

… die Gründe für die Trennung:
"Es ist wichtig, am Saisonende eine gute Analyse zu betreiben. Wir haben uns zusammengesetzt und erörtert, was die Gründe für diese Saison waren. Jeder weiß, aus welchen Beweggründen ich zu Borussia Mönchengladbach gekommen bin. Nach diesen vielen Gesprächen und der Analyse sind wir zu dem Entschluss gekommen, getrennte Wege zu gehen. Am Ende waren es viele Punkte, die zu der Entscheidung geführt haben. Ich möchte auch niemandem im Wege stehen. Es ist schade und tut mir leid, dass wir diese Erwartungen - sowohl von meiner Seite als auch vom Klub - nicht erfüllen konnten. Speziell die beiden Derby-Niederlagen gegen Köln tun weh. Sonst war die Bilanz der neun letzten Spiele positiv."

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Hütter: "Die finale Entscheidung haben wir gestern getroffen"

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… seine Zukunft:
"In erster Linie freue ich mich auf den Urlaub, mit der Familie zusammen zu sein. Ich habe jetzt fast 14 Jahre durchgehend gearbeitet bis auf die drei Monate zwischen den Stationen Salzburg und Bern. Ich habe jetzt noch keinen Plan, wie es weitergeht."

… das Gespräch mit der Mannschaft:
"Kurz nach dem Schlusspfiff habe ich die Mannschaft informiert, bevor ich dann nach draußen getreten bin. Die Jungs sind alle aufgestanden, es gab Standing Ovations. Das tut dann noch mal richtig weh. Man merkt in diesem Moment, dass vielleicht auch nicht alles verkehrt war. Es war für mich ein emotionaler Moment, das geht unter die Haut."

Mit Manu Koné hat Borussia Mönchengladbach ein unglaubliches Juwel

Adi Hütter

... unerfüllte Versprechungen, zum Beispiel bei der Kaderzusammenstellung, und die Frage, ob er unter diesen Voraussetzungen vielleicht gar nicht in Gladbach angefangen hätte:
"Wenn man ehrlich ist, muss man sagen: ja. Nach den Gesprächen vor knapp einem Jahr war die volle Überzeugung da, zu Borussia Mönchengladbach zu kommen. Ich war voller Energie, voller Power. Max Eberl und ich hatten gute Gespräche darüber, den Kader zu verändern und frisches Blut reinzubringen. Wir wissen alle, dass dann viele Dinge nicht so funktioniert haben - ohne jetzt jemanden anpinkeln zu wollen, ganz im Gegenteil. Corona war ja auch ein Faktor. Viele Dinge sind einfach nicht aufgegangen. Dann kamen auch nicht die Ergebnisse, die wir uns erhofft hatten. Es ist grundsätzlich eine gute Basis vorhanden. Aber ich glaube, dass man schon versuchen muss, einiges zu verändern."

… den eingeleiteten Umbruch:
"Das freut mich besonders. Ich habe mich nicht gescheut, den Weg der jungen Spieler zu gehen. Ich bin darauf stolz, in schwierigen Zeiten 18-jährige Jungs eingebaut zu haben. Mit Manu Koné, zum Beispiel, hat Borussia Mönchengladbach ein unglaubliches Juwel. Er wird dem Klub noch viel Freude bereiten."

Jan Lustig

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