Hoffenheims Trainer Christian Ilzer vertraute derselben Elf, die zuletzt in einem turbulenten Spiel im Kampf um die Champions League 3:3 gegen Stuttgart gespielt und in Überzahl den Sieg noch spät aus der Hand gegeben hatte.
Werder-Coach Daniel Thioune veränderte seine Startelf im Vergleich zum 1:3 gegen Augsburg auf zwei Positionen: Njinmah und Musah (Startelfdebüt in der Bundesliga) starteten für Coulibaly sowie Milosevic (beide Bank). Die Gäste stellten somit auch das System um und kehrten zur Viererkette zurück.
Sugawaras früher Aussetzer - Touré trifft nach schneller Ecke
Das Spiel hatte kaum begonnen, das leistete sich Sugawara einen großen Aussetzer: Der Außenverteidiger stieg Touré ganz fies auf die Wade. Zunächst gab es nicht einmal Gelb, aber nach Ansicht der Videobilder zeigte Schiedsrichter Sören Storks zu Recht glatt Rot (5.). Sugawara ist somit der Werderaner, der den frühesten Platzverweis sah. Er unterbot Junior Baiano, der 1995/96 beim 1:1 gegen Kaiserslautern beim Stand von 1:0 in der 10. Minute raus musste (Rot wegen Nachtretens).
Der Matchplan der Werderaner war also nach wenigen Augenblicken Geschichte. Thioune wechselte nach zwölf Minuten und brachte Schmidt für Startelfdebütant Musah. Der neue Mann nahm die Position des rechten Verteidigers ein. In Unterzahl machte es der SVW dann ordentlich, ließ bis auf einen harmlosen Kopfball von Kramaric nichts zu (25.). Aber dann der nächste grobe Patzer der Bremer an diesem Nachmittag: Stages schlampiger Rückpass führte zur Ecke, die Hoffenheim schnell ausführte. Die Gäste schalteten nicht schnell genug und Touré brachte die Kraichgauer mit einem Abschluss ins rechte obere Eck in Führung (26.).
Die Bremer versuchten auch in Unterzahl, offensiv immer mal wieder Nadelstiche zu setzen, wie Demans Schuss in der 29. Minute. In Summe spielten die Hanseaten die sich bietenden Konter aber nicht gut genug aus. Auf der anderen Seite fiel der TSG mit einem Mann mehr herzlich wenig ein. Da Lemperle kurz vor der Pause zu zentral abgeschlossen hatte (45.+4), ging es mit dem 1:0 für den Favoriten in die Kabinen.
Burger trifft den Pfosten
Nach der Pause ging es direkt flott los, Lemperle köpfte den Ball knapp links vorbei (46.). Auch in Überzahl bot Hoffenheim den Bremern immer wieder etwas an, stand defensiv mitunter sehr luftig, wie in Minute 50, als der durchgebrochene Njinmah alleine vor Baumann scheiterte. Die Partie wogte hin und her, in der 61. Minute hatte Werder dann Glück, dass Burgers Flanke nur an den Pfosten klatschte.
Ansonsten hielt Bremen das Spiel lange offen, weil die Gäste defensiv sehr viel investierten und es den Hausherren weiterhin schwer machten. Nach vorne ging bei Werder allerdings in der Schlussphase nichts mehr, der Tank war leer. Somit blieb es beim Arbeitssieg der Hoffenheimer, die als Fünfter punktgleich mit dem Vierten Stuttgart sind. Der VfB hat allerdings die um fünf Treffer bessere Tordifferenz.
Werder verpasste erneut den Klassenerhalt aus eigener Kraft. Da St. Pauli allerdings in Leipzig mit 1:2 verlor, halten die Bremer die Klasse, wenn Wolfsburg nicht gegen Bayern gewinnt.
Am letzten Spieltag finden alle Spiele zeitgleich am Samstag um 15.30 Uhr statt. Hoffenheim ist in Mönchengladbach gefordert, die Bremer empfangen Borussia Dortmund.


































































