2. Bundesliga

Hecking: "Wir werden was zu feiern haben"

HSV-Trainer erinnert vor Heidenheim an alle seine Saison-Prognosen

Hecking: "Wir werden was zu feiern haben"

HSV-Trainer Dieter Hecking spürt "riesige Vorfreude".

HSV-Trainer Dieter Hecking spürt "riesige Vorfreude". imago images

Dann seufzt Hamburgs Trainer kurz auf während der Pressekonferenz vor dem Trip nach Heidenheim und räumt ein, dass er und der HSV sich dieses Saisonfinish hätten ersparen können. "Ich hätte es mir auch anders gewünscht, aber es bringt jetzt nichts, uns damit zu beschäftigen." Der 55-Jährige versucht in diesen Tagen, ein Gefühl dafür zu vermitteln, was seine Spieler am Sonntag gewinnen können und nicht das zu verstärken, was sie zu verlieren drohen. Sein öffentlicher Auftritt am Freitag jedenfalls geriet zu einer Demonstration für positives Denken. "Ich habe riesige Vorfreude in mir."

Das vorangegangene Training hatte ihm gefallen. Eine intensive Übungseinheit nach dem freien Donnerstag, in der sich nicht nur Jeremy Dudziak voll belastbar zurückmeldete, sondern auch die totale Bereitschaft spürbar war. "Hätten wir diese Intensität am Dienstag gegen Osnabrück gehabt", glaubt Hecking, "hätte es danach keine Diskussionen gegeben."

"Deppen von der Elbe? Davon müssen wir uns freimachen"

Es gibt aber Diskussionen. Und der aus seiner Vergangenheit erfolgsverwöhnte Coach registriert sie. "Bei uns heißt es in der Berichterstattung, die können schon wieder alles verspielen, dann sind es wieder die Deppen von der Elbe. Aber genau davon müssen wir uns freimachen."

Hecking blickt auf vergangene Spielzeiten, die geprägt waren von Existenzkämpfen und sagt: "Der HSV hatte in der Vergangenheit Finals, die deutlich negativer behaftet waren. Wir können in Heidenheim und am Sonntag darauf sehr viel erreichen." Ein Interview mit Jan Gyamerah in der "Bild" hatte ihm am Freitag deshalb aus der Seele gesprochen. Der Ex-Bochumer hatte darin nicht die Absturz-Gefahr angesichts von zwei Zählern Differenz angesprochen, sondern die Ausgangslage als "geile Situation" beschrieben. "Das", sagt Hecking, "hat mir gefallen, denn es drückt die Stimmung in der Mannschaft aus. Jeder ist angespannt, aber die Jungs wollen."

Hecking: "Meine Jungs hätten den Aufstieg verdient"

Zu Heckings Prophezeiungen gehörte auch, dass er den Sonntags-Gegner sehr frühzeitig zum Kreis der Aufstiegsanwärter hinzugezählt hat. "In Heidenheim wird hervorragend gearbeitet, sie haben in Frank Schmidt einen sehr guten Trainer. Irgendwann werden sie den großen Sprung machen." Der Trainer-Routinier sagt irgendwann. Nicht Sonntag. Weil er überzeugt davon ist, "dass am Ende jeder bekommt, was er verdient. Und meine Jungs hätten den Aufstieg verdient".

Zuletzt haben sie ihn mehrfach liegen gelassen und eine frühzeitige Entscheidung vergeben, doch Hecking vertraut darauf, "dass ich bislang bei allen Vorhersagen für unsere Saison richtig gelegen habe. Ich hatte da offenbar ein ganz gutes Gespür". Dann kramt er noch eine heraus. "Ich habe auch mal gesagt, dass wir am Ende was zu feiern haben. Ich werde auch diese Aussage nicht revidieren."

Sebastian Wolff