Bundesliga

Markus Gisdol nach dem 3:1 des Hamburger SV beim 1. FC Köln: "Das hätten wir so nicht gedacht" - "Effzeh" hadert mit dürftiger Ausbeute

Punktloser 1. FC Köln hadert mit dem eigenen Fehlverhalten

Gisdol: "Das hätten wir so nicht gedacht"

Hamburger SV

Volle Ausbeute aus zwei Spielen und vorübergehender Spitzenreiter: Beim Hamburger SV läuft es nach dem peinlichen Pokal-Aus. imago

Der Hamburger SV genießt in der Tat nach dem 3:1-Erfolg beim 1. FC Köln das inzwischen doch recht selten gewordene Erlebnis der Tabellenführung. Zum ersten Mal seit fast genau acht Jahren nimmt der Bundesliga-Dino zumindest für einen knappen Tag die Spitzenposition ein - und das alles nach dem Katastrophen-Auftritt im DFB-Pokal bei Drittligist Ostnabrück (1:3) .

André Hahn (28. Minute), der US-Amerikaner Bobby Wood (34.) und der eingewechselte Lewis Holtby (90.+8) sorgten vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Kölner Stadion für den zweiten Startsieg nacheinander - das war den Hanseaten letztmals in der Saison 2010/11 gelungen. "Ich freue mich sehr, dass ich der Mannschaft helfen konnte und dass mein persönlicher Knoten geplatzt ist", sagte der Gladbacher Neuzugang Hahn, der seinen ersten Pflichtspieltreffer für den neuen Arbeitgeber verzeichnete.

Spielersteckbrief Mavraj
Mavraj

Mavraj Mergim

Spielersteckbrief Holtby
Holtby

Holtby Lewis

Spielersteckbrief Hahn
Hahn

Hahn André

Spielersteckbrief Wood
Wood

Wood Bobby

Trainersteckbrief Gisdol
Gisdol

Gisdol Markus

Trainersteckbrief Stöger
Stöger

Stöger Peter

Auch Coach Gisdol zeigte sich glücklich - auch wenn während des verrückten Spielverlaufs (Schiedsrichter-Verletzung, Gelb-Rote Karte für Mergim Mavraj, über zehn Minuten Nachspielzeit) auch etwas Glück im Spiel war: "Köln war in der ersten Hälfte klar tonangebend, wir waren aber wach. Die beiden Tore haben uns in die Karten gespielt. Es ist richtig schön, dass wir mit sechs Punkten in die Länderspielpause gehen können, das hätten wir vorher so nicht gedacht."

Schmadtke: "Wir haben einfach eine schlechte Leistung abgerufen"

Etwas anderes haben sich auch die Null-Punkte-Kölner vorgestellt - nach den beiden Bundesliga-Auftaktniederlagen steht der Europa-League-Teilnehmer vor den vielen englischen Wochen bereits ein wenig unter Druck. Das musste auch FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke gegenüber "Eurosport" eingestehen: "Ich bewerte einen Start erst nach sechs oder sieben Spieltagen. Aber natürlich ist die Ausbeute dürftig."

Peter Stöger

Null Punkte nach zwei Spielen - die Konsequenz: lange Gesichter bei Peter Stöger (Mitte) & Co. nach dem 1:3 gegen den HSV. imago

Der 53-Jährige bemängelte in Teilen auch die Spielweise des Teams, dass zwar vorne einige Chancen herausspielte und sogar zweimal Aluminiumpech hatte, aber gerade defensiv nicht allzu glücklich agierte: "Wir haben untaugliche Mittel gewählt, um einen Gegner zu bespielen. Am Ende haben wir unter dem Strich eine verdiente Niederlage einstecken müssen, gegen einen Gegner der nicht einmal ein überragendes Spiel hat abliefern müssen. Es war unserem fehlerhaften Verhalten geschuldet. Wir haben einfach eine schlechte Leistung abgerufen. Daraus müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen." Einen Vorwurf wolle Schmadtke der Mannschaft damit nicht machen, er stelle lediglich fest: "Wir haben in den meisten Phasen den Ball zu lange geschleppt. Wir hatten wenig Tempo im Spiel. Der Ball zirkulierte nicht. So bekommt man keinen Spielfluss."

Spielbericht

Und so gewinnt man eben kein Spiel - das wusste auch Trainer Peter Stöger: "Die Fehler, die wir gemacht haben, waren zu einfach. Hamburg hat verdient gewonnen." Deswegen schlichen die Null-Punkte-Kölner am Ende sichtlich geknickt übers Feld, während der HSV und seine Fans die zumindest vorübergehende Tabellenspitze feierten.

mag

Bilder zur Partie 1. FC Köln - Hamburger SV