Bundesliga

Gladbachs Matthias Ginter: "Wahnsinn, dass wir hier 0:3 verlieren"

Nach Pleite beim VfL Wolfsburg

Ginter: "Wahnsinn, dass wir hier 0:3 verlieren"

Sichtlich angefressen: Matthias Ginter nach der 0:3-Niederlage in Wolfsburg.

Sichtlich angefressen: Matthias Ginter nach der 0:3-Niederlage in Wolfsburg. imago

Nach vier Minuten gerieten die Fohlen aus Mönchengladbach gegen stark in die Partie gestartete Wölfe bereits ins Hintertreffen, nach 25 Minuten stand es nach einem Traumtor von Daniel Didavi 0:2. "Wir haben den Start komplett verschlafen", ärgerte sich Matthias Ginter im Anschluss an die Partie am "Sky"-Mikrofon. "Wir waren die ersten 25 bis 30 Minuten einfach nicht da."

Torhüter Yann Sommer, bei allen drei Treffern machtlos, kritisierte das Defensivverhalten seiner Vorderleute, konzentrierte sich hierbei allerdings auch vor allem auf die erste halbe Stunde: "Wir waren viel zu weit weg von den Leuten, der Rückraum war oft frei. Das ist zu einfach", monierte der Schweizer, der zudem anfügte, dass es Wolfsburg mit "viel Qualität effizient ausgespielt" habe.

Gladbach zu harmlos im Abschluss

Dass die Elf vom Niederrhein nach rund einer halben Stunde ins Spiel fand, hatte sie zum Teil aber auch dem VfL zu verdanken, der sich mit dem 2:0 im Rücken in die eigene Hälfte zurückzog und das Heft des Handelns an Gladbach abgab. Dennoch rannten Ginter & Co. an "und hatten Chancen. Es ist Wahnsinn, dass wir hier mit 0:3 verlieren." Ähnlich sah es auch Sommer: "Wir haben unsere Möglichkeiten bekommen. Das Spiel könnte anders aussehen, wenn wir das 1:2 machen. Aber das ist uns heute leider nicht gelungen."

Ob es denn daran gelegen hatte, dass der Sieg gegen den Branchenprimus aus München immer noch in den Köpfen umhergegeisterte, wollte Ginter nicht leugnen: "Nach dem Bayern-Sieg haben wir ein paar Prozent nachgelassen. Eigentlich ist es unsere Aufgabe, das nicht zuzulassen. Vielleicht", so zeigte sich der Weltmeister selbstkritisch, "haben wir den ein oder anderen Schritt weniger gemacht, sind nicht so sehr in die Zweikämpfe gegangen und waren nicht so präsent auf dem Platz."

Bayern-Sieg ohne Einfluss auf Ergebnis

Ganz anders sah es sein Trainer: "Nein, auf der Bayern-Wolke haben wir nicht geschwebt. Das war schnell abgehakt", so Hecking, der mit Hinblick auf das 0:3 ein in eine Neckerei verpacktes Kompliment an einen ehemaligen Schützling schickte. "Dass Joshua Guilavogui so weit schießen kann, war mir nicht bekannt", kommentierte der ehemalige Wölfe-Trainer das Distanzschuss-Tor des Franzosen.

Heute haben wir als Mannschaft verloren, so wie wir letzte Woche als Mannschaft gewonnen haben.

Dieter Hecking

Letztlich muss die Borussia den Heimweg nun ohne Punkte, dafür aber mit einem weiter aufrecht erhaltenen Mythos im Gepäck antreten und verpasst durch die Niederlage das, was zuvor schon acht anderen Bundesligisten nicht gelungen war: nach einem Sieg über Bayern München einen Dreier einzufahren. Dennoch ist die Pleite für Ginter nicht nachvollziehbar, denn: "Normal sollte ein Bayernsieg beflügeln, anstatt zu bremsen." Mythos hin oder her, den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz haben die Rheinländer verpasst. Allerdings ist bei den Fohlen, wie Hecking erklärte, alles im Reinen, denn: "Heute haben wir als Mannschaft verloren, so wie wir letzte Woche als Mannschaft gewonnen haben."

kög

Bilder zur Partie VfL Wolfsburg - Bor. Mönchengladbach