Bundesliga

"Finales Agreement": Schalke 04 war mit Leon Goretzka schon einig

Bald-Münchner wusste wohl nichts von Heidels Verkündung

"Finales Agreement": Schalke war mit Goretzka schon einig

Sie waren sich schon einig: Leon Goretzka (l.) und Christian Heidel (r.) - dazwischen Axel Schuster.

Sie waren sich schon einig: Leon Goretzka (l.) und Christian Heidel (r.) - dazwischen Axel Schuster. imago

Die Schalker sind mit ihrem Plan, Leon Goretzka weiter an sich zu binden, gescheitert - dabei wähnten sie sich ganz nah dran. "Wir waren seit Mai 2017 in intensivsten Verhandlungen. Es war nicht nur so, dass wir uns nur mündlich einig waren - die Anwälte hatten sich sogar schon mit der Ausarbeitung der Verträge beschäftigt", sagte Christian Heidel am Freitag nach der offiziellen Verkündung des Wechsels zum FC Bayern . "Es gab ein finales Agreement. Wir wollten es bei der Saisoneröffnung verkünden."

So lauteten die Planungen vor dem Confed-Cup, der vom 17. Juni und 2. Juli in Russland stattfand. Nach dem Turnier, das die DFB-Elf auch dank eines brillant aufgelegten Goretzka gewann, seien die Verträge "mit der Zustimmung von Leon und seinem Berater final aufgesetzt" worden, sagte Heidel. Doch plötzlich habe Goretzka erklärt, "dass er noch mal abwarten möchte, bevor der Vertrag unterschrieben wird". Goretzka habe seine Bitte mit dem Argument begründet, die sportliche Entwicklung der Schalker abwarten zu wollen.

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"Die Fragen zum Sinneswandel müsste man Leon stellen"

"Da unsere sportliche Entwicklung dann nicht so schlecht war, haben wir immer wieder nachgehakt", sagte Heidel. "Es wurde uns immer gesagt, dass eine Entscheidung noch nicht gefallen sei." Obwohl Schalke als Tabellenzweiter in die Winterpause ging und zudem noch im DFB-Pokal dabei ist, sei Goretzkas "Entscheidung in eine andere Richtung gegangen. Mehr kann ich dazu nicht sagen", merkte Heidel an. Enttäuschung schwingt dabei in seiner Stimme mit. "Die Fragen zum Sinneswandel müsste man Leon stellen, die kann ich nicht beantworten."

Am vergangenen Montag hatte Goretzka den Schalker Sportvorstand sowie den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies erstmals in einem persönlichen Gespräch über die Tendenz informiert, den Verein im Sommer ablösefrei zu verlassen. Am Donnerstag absolvierte der Nationalspieler beim FC Bayern den Medizincheck, abends telefonierte Heidel mit Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Unterschrieben sind die Verträge zwischen Goretzka und dem FC Bayern mittlerweile auch.

Die Mannschaft sollte es eigentlich als erstes erfahren

Am Freitagmittag nahm Heidel die Verkündung des Wechsels in die Hand - auf jener Pressekonferenz, bei der es eigentlich um das erste S04-Rückrundenheimspiel am Sonntag gegen Hannover 96 (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de) gehen sollte. Dass statt Hannover eher Goretzka großes Thema war, dürfte für den Spieler selbst überraschend gekommen sein. Heidel: "Ich habe versucht, Leon vor der Pressekonferenz anzurufen, habe ihn aber nicht erreicht."

Gegenüber der Mannschaft hatte Goretzka stets versichert: "Wir werden die Ersten sein, die von seiner Entscheidung erfahren" - so hatte es unter anderem Kapitän Ralf Fährmann noch im Trainingslager in Spanien Anfang Januar betont. Am Donnerstag hatten die Schalker jedoch trainingsfrei, Goretzka konnte seine Mitspieler daher erst am Freitagnachmittag persönlich über alles informieren - als der Wechsel bereits öffentlich verkündet war.

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