Bundesliga

Ein bisschen Anfield für Heiko Herrlich

Augsburgs Trainer ist noch ohne Heimsieg

Ein bisschen Anfield für Herrlich

Heiko Herrlich

Heiko Herrlich hat den FC Augsburg in der vergangenen Saison als Cheftrainer übernommen. imago images

Enges Stadion, steile Tribünen, hohe Lautstärke. Er habe die "besondere Atmosphäre" in der WWK-Arena schon als gegnerischer Trainer kennengelernt, sagte Herrlich bei seiner Vorstellung in Augsburg am 10. März: "Man spricht hier ja auch vom kleinen Anfield." Was Herrlich damals noch nicht gewusst hatte: Fünf Tage später wurde die Saison unterbrochen, die folgenden Heimspiele fanden ohne Zuschauer statt.

Gerade für Mannschaften wie uns ist es extrem wichtig, dass man die Fans im Rücken hat.

Heiko Herrlich

Wenn der FCA am Samstag zum ersten Heimspiel der neuen Saison auf Borussia Dortmund trifft, sind zumindest wieder 6000 Zuschauer zugelassen. Herrlich erlebt also erstmals als Augsburger Trainer immerhin ein bisschen was vom "kleinen Anfield". Und hofft gegen den großen Favoriten auf einen Effekt: "Gerade für Mannschaften wie uns ist es extrem wichtig, dass man die Fans im Rücken hat, dass man sie spürt. Das treibt die Mannschaft nach vorne, das pusht sie bei jeder Balleroberung, jedem Zweikampf. Klar, dass das einen Spieler zu Höchstleistungen treibt."

Herrlichs Heimbilanz liest sich bescheiden

Eine Höchstleistung, gerade in Sachen Aggressivität und Defensivarbeit, dürfte auch nötig sein, um gegen den BVB zu bestehen. Herrlichs Heimbilanz als FCA-Coach liest sich bislang bescheiden: Im ersten Spiel gegen Wolfsburg (1:2) fehlte er wegen einer selbst auferlegten Sperre nach einem Quarantäne-Verstoß, es folgten zwei Unentschieden (Paderborn, Köln) und zwei Niederlagen (Hoffenheim, Leipzig) in der leeren Arena. Nur ein FCA-Trainer musste vor Herrlich mindestens so lange auf seinen ersten Heimsieg warten: Jos Luhukay (2011/12) gelang der erste Dreier zu Hause erst im siebten Spiel.

Die aktuelle Heimmisere des FCA begann aber schon vor Herrlichs Dienstantritt. Augsburg ist im eigenen Stadion seit sieben Heimspielen sieglos. Den letzten Erfolg gab es vor fast acht Monaten beim 2:1 gegen Werder Bremen am 1. Februar. Reißt diese Negativserie nun ausgerechnet gegen Dortmund? Vielleicht hilft die Rückkehr der Zuschauer …

David Bernreuther

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