Bundesliga

BVB verlängerte Jadon Sanchos Vertrag im Vorjahr heimlich bis 2023

Angreifer spielt ein weiteres Jahr in Dortmund

BVB verlängerte Sanchos Vertrag im Vorjahr heimlich bis 2023

Jadon Sancho

Hat seit 2019 einen Vertrag bis 2023 in der Tasche: Dortmunds Jadon Sancho. imago images

Aus dem BVB-Trainingslager in Bad Ragaz berichtet Thomas Hennecke

Um 12.47 Uhr stieg Jadon Sancho am Montag vor dem Grand Resort Hotel Quellenhof aus dem Mannschaftsbus, das Base Cap lässig nach hinten gedreht, die Schutzmaske nicht ganz vorschriftsmäßig nur über Mund und Kinn gezogen. Dass der Engländer zu den 31 mitreisenden Fußballern der BVB-Delegation gehörte, hatte schon drei Stunden zuvor auf dem Dortmunder Flughafen die Spekulationen um einen Transfer zu Manchester United beendet. Der Dritte der abgelaufenen Premier-League-Saison hat die geforderten 120 Millionen Euro nicht zahlen können. Oder wollen.

Für Sancho heißt das: die persönliche Wechselfrist verstrichen, ein weiteres Jahr Bundesliga, eine weitere Saison BVB.

Dass Sancho nun von seiner Seite aus Druck ausüben könnte, um zu einem späteren Zeitpunkt noch einen Wechsel zu erzwingen, wird von der Borussia und der Agentur des Spielers ausgeschlossen. "Jadon wird in der kommenden Saison bei uns spielen", beteuerte Michael Zorc. "Diese Entscheidung ist definitiv." Zwischen ihm und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bestehe in dieser Frage ein "absolutes Agreement".

Sanchos Vertragsverlängerung wurde nicht öffentlich

Der BVB-Sportdirektor stellte am Montag vor der ersten Trainingseinheit im Stadion Ri-Au auch klar, dass Sancho nicht mit einer Gehaltserhöhung "milde gestimmt" werde, wie es der Boulevard verbreitet hatte. Sanchos Vertrag (bis 2022) ist schon vor einem Jahr angepasst und vorzeitig bis 2023 verlängert worden. Damit sollten seine ausgezeichneten Leistungen angemessen honoriert und sein hervorragender Stellenwert innerhalb der Mannschaft ausdrücklich gewürdigt werden. Öffentlich kommuniziert wurde das damals nicht.

Die heimliche Vertragsverlängerung erklärt das unaufgeregte Auftreten der Dortmunder Bosse in dem wochenlangen Sommer-Theater: Sie können auch im nächsten Jahr noch eine dicke Ablöse für Sancho generieren. Die Annahme, dass er 2021 bei einer Restlaufzeit seines Vertrages von angeblich nur noch einem Jahr deutlich günstiger zu haben sein könnte, ist falsch, wie man jetzt weiß.

Die Vertragslaufzeiten der BVB-Profis