Bundesliga

Bittencourt über Werner: "Er seziert uns die Gegner"

Was der Werder-Coach in der Bundesliga anders macht - und was nicht

Bittencourt über Werner: "Er seziert uns die Gegner bis ins letzte Detail"

Werder-Coach Ole Werner und Leonardo Bittencourt (r.) in der Endphase der letzten Zweitligasaison.

Werder-Coach Ole Werner und Leonardo Bittencourt (r.) in der Endphase der letzten Zweitligasaison. IMAGO/RHR-Foto

Am Tag nach der historischen Partie zwischen Borussia Dortmund und dem SV Werder Bremen sei natürlich "alles wie immer" gewesen, berichtet Leonardo Bittencourt - zumindest im Umgang mit Chefcoach Ole Werner. Keine Spur mehr von den Geschehnissen vom Samstag, als der Aufsteiger einen 0:2-Rückstand in der 89. Minute beim BVB innerhalb von sechs Minuten noch in ein 3:2 umbog.

"Wir schaffen dort etwas bisher Einmaliges - und am nächsten Tag gibt er dir die Hand, als wenn nichts gewesen wäre. 'Guten Morgen, Leo' - 'Guten Morgen, Trainer'. Alles klar, habe ich gedacht, nichts passiert also", so Bittencourt gegenüber dem kicker. Keinerlei Mimik sei bei Werner auszumachen gewesen, "da wird vorab auch nichts gesagt, sondern ganz normal videoanalysiert, rausgegangen und dann wird trainiert".

In der 2. Liga wusste Werner, was "im Normalfall passiert"

In dieser Hinsicht, sagt der Bremer Mittelfeldspieler über den 34-Jährigen, "bleibt er, wie er ist - und das schätzen wir ja auch alle an ihm. Es macht ihn einfach aus. Warum sollte er sich auch verändern, wenn es hier so gut passt?" Auch beim Einwirken auf die Mannschaft und in der Spielvorbereitung mache Werner in seiner ersten Bundesliga-Saison als Training nicht viel anders.

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"Das, was er uns vorstellt, ist genauso umfänglich wie in der vergangenen Saison. Die Mannschaften in der 2. Liga kannte er natürlich besser und hat uns oftmals gewarnt: 'Im Normalfall passiert dieses und jenes.' Jetzt hat er sich sicher näher mit den für ihn neuen Klubs auseinandergesetzt", erklärt Bittencourt: "Aber es bleibt dabei: Er seziert uns die Gegner bis ins letzte Detail."

"Bittencourt: "Beim Jubel ist er anders"

Eine Sache, in dem sich das Verhalten seines Trainers seit dem Aufstieg unterscheidet, hat der Werder-Profi dann aber doch ausgemacht: "Bei den Toren, die wir in der Bundesliga erzielen, geht er beim Jubel schon eher aus sich heraus als in der 2. Liga." Bis dato hatte Werner dazu bereits mehrfach Gelegenheit; sieben Treffer erzielte seine Mannschaft in den ersten drei Spielen (2:2, 2:2, 3:2).

Haben die noch ungeschlagenen Bremer damit bereits bewiesen, dass sie gut genug sind für die Bundesliga? "Die Saison ist noch lang, nach drei Spieltagen irgendetwas zu messen, ist ein bisschen früh", sagt Bittencourt: "Klar merken wir, dass wir mithalten können und dass es schwer wird, uns zu schlagen, wenn wir uns zusammenraufen und alle am Limit spielen. Diese Herangehensweise muss normal werden für uns - und das zeigen wir ja auch gerade ganz gut."

Nichts mit dem Abstieg zu tun? "Das wäre blauäugig"

Daraus nun jedoch abzuleiten, dass der Aufsteiger in dieser Spielzeit nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird, "wäre blauäugig". Doch der langjährige Bundesliga-Profi betont: "Wenn wir weiter so auftreten und uns weiterentwickeln, bin ich guter Dinge, dass wir eine gute Saison spielen können. Darauf haben wir alle Bock."

Und welche Rolle könnte der SV Werder Bremen dann perspektivisch wieder in der Bundesliga einnehmen? "Ich hoffe, eine attraktive. Dass wir hier wieder aktiven Fußball spielen und einen Trainer haben, der die Jungs weiterentwickelt, macht den Verein auch attraktiver für andere Spieler, was in den letzten Jahren vielleicht nicht so war", so der 28-Jährige: "Mittlerweile hört man von vielen Leuten: Cool, dort entsteht wieder etwas."

Im kicker-Interview der Donnerstagsausgabe (schon am Mittwochabend digital abrufbar als eMagazine) spricht Leonardo Bittencourt zudem über das für Werder heilende und ihn persönlich schwierige Zweitligajahr, Strahlkraft, die Bremer Euphoriewelle sowie die abgelehnte Kapitänsbinde.

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Tim Lüddecke