2. Bundesliga

Baumgart wieder wütend wegen Schiedsrichter: "Traurig für den ganzen Sport"

Paderborns Trainer echauffiert über Ampelkarte wegen Zeitspiels

Baumgart wieder wütend wegen Schiedsrichter: "Traurig für den ganzen Sport"

Paderborns Trainer Steffen Baumgart und der Schiedsrichter Harm Osmers.

Paderborns Trainer Steffen Baumgart und der Schiedsrichter Harm Osmers. picture-alliance

Das einzige Freitagabendspiel der 2. Liga hatten fußballerisch einiges Sehenswertes zu bieten. Zunächst lag das am KSC, der früh in Führung ging und dann als Auswärtsteam den SCP vor viele Rätsel stellte. Und sich ärgern musste, dass sie nur 1:0 führten.

Flottes Spiel, 30 Torschüsse und am Ende Frust

Im zweiten Abschnitt kochte dann der SCP die Badener ab, drehte durch zwei Tore das Spiel, bei denen der Karlsruher Unglücksrabe Robin Bormuth zweimal unglücklichst abfälschte. Die turbulente Schlussphase mit verschossenem Elfmeter seitens des KSC plus Ausgleich in der Nachspielzeit passte zu diesem unterhaltsamen Fußballabend - nur Paderborns Trainer Baumgart konnte dem ganzen Treiben nach insgesamt 30 Torschüssen nichts Freudiges entnehmen.

Grund dafür war Schiedsrichter Harm Osmers, der den Paderborner Linksverteidiger Jamilu Collins in der 90. Minute wegen Zeitspiels beim Ausführen eines Einwurfes mit der Ampelkarte vom Platz stellte. Zwei Minuten später fiel das 2:2 für den KSC, eingeleitet über die Seite, auf der Collins fehlte und kurz zuvor Wut schnaubend von seinen Kollegen vom Platz geleitet worden war.

"Ich versuche gerade sehr, mich zurückzuhalten, weil es sehr, sehr traurig für uns ist. Und ich meine wirklich traurig. Die Entscheidungen, die jedes Wochenende fallen, sind mittlerweile für den ganzen Sport traurig", so der 49-jährige Coach der Ostwestfalen gegenüber "Sky".

Möglicherweise muss man einfach ein bisschen Verständnis haben für Baumgart, der sich in der jüngeren Vergangenheit schon öfters lautstark über Leistungen der Referees beschwert hatte. So wurde aus Sicht Baumgarts im DFB-Pokal sein Team bei Borussia Dortmund wegen eines "gehörten Ballkontaktes", der die Abseitsstellung von BVB-Stürmer Erling Haaland aufgehoben hatte, entscheidend benachteiligt. Die Folge war damals eine Ermahnung Baumgarts durch den DFB.

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Kein Wunder, dass Baumgart nach seinen Äußerungen vom Freitag wieder Post vom DFB erwartet. "Ich werde bestimmt demnächst wieder eine Nachricht bekommen, da wird man mir erklären, dass das alles korrekt und in Ordnung ist", schimpfte Baumgart und bemühte eine alte Fußball-Weisheit. "Der wichtigste Mann oder der, der ein schönes Fußballspiel maßgeblich entscheidet, ist der, der eigentlich gar nicht zu sehen sein sollte. Null. Der bringt sich aber in den Vordergrund", so der SCP-Coach weiter. "Der entscheidendste Mann heute war leider kein Fußballer."

Der wichtigste Mann oder der, der ein schönes Fußballspiel maßgeblich entscheidet, ist der, der eigentlich gar nicht zu sehen sein sollte. Null.

Steffen Baumgart

Baumgart schob nach allem, was ihn in Rage gebracht hatte, eine Entschuldigung hinterher. "Vielleicht war ich am Rand etwas zu emotional und es heißt ja auch immer, dass wir Respekt haben müssen. Wenn ich den nicht hatte, entschuldige ich mich."

bst