2. Bundesliga

Anfangs Defensiv-Puzzle und das Warten auf Toprak

Nur zweimal die gleiche Werder-Kette

Anfangs Defensiv-Puzzle und das Warten auf Toprak

Bremens Ömer Toprak konnte das Mannschaftstraining beschwerdefrei absolvieren.

Bremens Ömer Toprak konnte das Mannschaftstraining beschwerdefrei absolvieren. imago images/Nordphoto

Viel größer könnten die Unterschiede vor dem direkten Aufeinandertreffen am Freitagabend (18.30 Uhr) eigentlich nicht sein. Während beim 1. FC Nürnberg in den vergangenen zwölf (!) Pflichtspielen in Folge stets die gleichen Spieler die Startformation der Viererkette (Tim Handwerker, Asger Sörensen, Christopher Schindler, Enrico Valentini) bildeten, war das beim SV Werder Bremen in der 2. Liga bislang nur zweimal der Fall: Nach dem 3:2-Sieg am 2. Spieltag in Düsseldorf und nach dem 3:0-Sieg am 9. Spieltag gegen Heidenheim. Jeweils beließ es Trainer Markus Anfang im darauffolgenden Spiel bei seiner personellen Auswahl.

Verletzungsgründe und Formschwankungen: Keine Konstanz in Bremens Defensive

Ansonsten jedoch hat sich noch immer keine Bremer Stammformation gebildet, zum einen aus Verletzungsgründen (vor allem Ömer Toprak), aber zum Großteil auch aus Leistungsgründen. Milos Veljkovic (874) und Marco Friedl (810) kommen zu den bislang meisten Einsatzminuten, wobei Letzterer oftmals zwischen den Positionen als Innen- und Linksverteidiger pendelte. Das hat auch mit den bislang schwankenden Darbietungen von Anthony Jung zu tun, der links hinten noch nicht vollends überzeugen konnte. Auch der vom FC Bayern ausgeliehene Lars Lukas Mai hat immer wieder Ausreißer nach unten in seinen Leistungen drin.

Am wenigsten Konstanz gab es auf der Position hinten rechts: Zu Saisonbeginn lief dort für drei Spiele zunächst der umfunktionierte Sechser Manuel Mbom auf, anschließend zweimal Felix Agu, dann dreimal der verpflichtete Mitchell Weiser. Es folgten erneut zwei Auftritte von Mbom. Doch weil der U-21-Nationalspieler - wie auch Weiser - auf dieser Position bislang unter seinen Möglichkeiten blieb, bekam zuletzt wieder zweimal Agu den Vorzug.

Dessen Rolle war gegen den FC St. Pauli am vergangenen Samstag eine offensivere als sonst, weil Trainer Anfang die Startformation in der Defensive erstmals in dieser Saison von Beginn an auf Dreierkette umgestellt hatte. Friedl agierte im Spielaufbau zentral mit Jung (links) und Veljkovic (rechts) an seiner Seite. Mit Agu, der sich auf der rechten Außenbahn gegen den Ball oftmals in die Viererkette fallen ließ, und Romano Schmid, der auf der linken Außenbahn auch mal in eine Mittelfeldraute einrückte, blieb Werder weitgehend flexibel.

Toprak macht weiter Fortschritte

Ob diese nächste Variante von Anfangs Defensiv-Puzzle nun auch in Nürnberg Beachtung findet, wird sich zeigen. Dass Kontinuität in dieser Hinsicht zumindest hilfreich sein kann, lässt sich etwa an den erst neun Gegentoren der Franken ablesen - Bestwert in der 2. Liga; Werder kassierte doppelt so viele. Andererseits: Eine Änderung dürfte mittelfristig noch bevorstehen in der Bremer Startelf. Auf dem bereits sechs Spieltage andauernden Weg zum Comeback macht Kapitän und Abwehrchef Toprak nach seiner Wadenverletzung Fortschritte. Das Mannschaftstraining hat er bislang beschwerdefrei wieder aufgenommen, nun gilt es den körperlichen Rückstand aufzuholen - eine Rückkehr in den Kader noch vor der Länderspielpause käme aber eher überraschend.

Tim Lüddecke

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