2. Bundesliga

Anfang ist auch das Opfer "seiner Jungs"

Kommentar von kicker-Redakteur Frank Lußem

Anfang ist auch das Opfer "seiner Jungs"

Steht trotz Tabellenrang eins beim 1. FC Köln auf dem Abstellgleis: Trainer Markus Anfang.

Steht trotz Tabellenrang eins beim 1. FC Köln auf dem Abstellgleis: Trainer Markus Anfang. Getty Images

Anfang scheiterte nicht an der Qualität der Mannschaft. Er scheiterte daran, dass zu häufig Zweifel an dieser Qualität aufkamen. Sowohl bei den Spielern selbst, als auch bei den Gegnern. Gegen die Teams, die aktuell Platz zwei bis vier belegen, holte der 1. FC Köln in sechs Spielen ganze zwei Zähler. Seinen Vorsprung in der Tabelle erarbeitete sich die Mannschaft durch mächtige Zwischenspurts, die abgelöst wurden von rätselhaften Schwächephasen.

Der Geschäftsführung wird die wackelnde Mentalität der Profis nicht entgangen sein, diese unglaubliche Anfälligkeit immer wieder, diese unerklärlichen Fehler. Die Frage, ob diese Spieler nervlich in der Lage sind, am letzten Spieltag womöglich ein Endspiel erfolgreich zu gestalten, war angesichts der Vorstellungen zuletzt legitim - und Anfang damit auch das Opfer "seiner Jungs".

Veh übte Kritik - und es wurde besser

Weil der 1. FC Köln mit diesem Kader (plus/minus drei oder vier Spieler) in die kommende Bundesliga-Saison gehen muss, folgte die Entscheidung jetzt und mit Weitsicht, nicht als Panikreaktion, wenn sie auch so anmutet. Armin Veh, der Geschäftsführer, versuchte seit Beginn der Spielzeit, Anfang Hilfestellung zu geben. Dies geschah nicht immer vergnügungssteuerpflichtig, weil auch mal in der Öffentlichkeit. Allerdings: Als Veh nach den Spielen in Hamburg und Paderborn lautstark Kritik übte, wurde es prompt besser.

Was der Routinier dem Trainer nicht vermitteln konnte, war eine gewisse Lässigkeit im Umgang mit dem Alltag. Souveränität und Lockerheit gingen dem oft zu vorsichtig wirkenden Anfang weitgehend ab, der es nicht schaffte, die in verschiedene Richtungen gehenden Strömungen innerhalb des Kaders zu orten und zu kanalisieren. Da ihm auch hier die wichtigen Spieler keine große Hilfe waren, drifteten die verschiedenen Grüppchen immer weiter auseinander, auch der sich gerne als Sphinx gebende Kapitän Jonas Hector griff hier nicht erkennbar ein.

Frank Lußem

kicker-Redakteur Frank Lußem kicker

Veh steht jetzt in der Pflicht

Wie geht es weiter? Geschäftsführer Veh steht in der Pflicht, so nah wie möglich an die Mannschaft heranzurücken und ihr die Sicherheit zu vermitteln, die nötig ist, um den einen Sieg noch einzufahren, den die Kölner zum Aufstieg brauchen. Mit André Pawlak, dem Trainer der U 21 und Manfred Schmidt, Chef-Scout und Ex-Stöger-Assistent, stehen gute Unterstützer unter Vertrag.

Und für die kommende Saison sollte ein Trainer gesucht werden, der moderieren kann, der in der Lage ist, mehr als nur Fußball zu vermitteln, der etwa ähnliche Fähigkeiten aufweist wie Friedhelm Funkel in Düsseldorf.

Frank Lußem

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