Bundesliga

Andrich: "Das Kapitel Hertha ist abgehakt, ich bin Unioner"

Berliner Stadtderby steht an - Aufsteiger mit Rückenwind

Andrich: "Das Kapitel Hertha ist abgehakt, ich bin Unioner"

Robert Andrich

Robert Andrich wurde bei Hertha BSC ausgebildet und kam über Dresden, Wiesbaden und Heidenheim schließlich zum Stadtrivalen Union. imago images

Zweimal setzte sich Union in den vergangenen zehn Tagen gegen den SC Freiburg durch, beide Male verdient. Das anerkannte auch Freiburgs Coach Christian Streich, der am Dienstagabend auf der Pressekonferenz mit seinem Berliner Trainerkollegen Urs Fischer scherzte: "Urs, ich hoffe, du kommst nicht alle zehn Tage her, sonst muss ich dir irgendwann sagen, ich möchte dich nicht mehr sehen."

Mit 2:0 hatte sich Union in der Liga durchgesetzt, am Dienstag folgte ein 3:1 im Pokal. Beide Male waren die Eisernen auch dank ihrer aggressiven Herangehensweise erfolgreich, weshalb Streich feststellte: "Union verteidigt wie die Tiger."

Ich finde es richtig gut, wenn ich im Spiel angeschrien werde: 'Was bist du denn für ein ekliger Gegenspieler'.

Robert Andrich

Was dem gegnerischen Trainer offensichtlich imponierte, gefällt dem einen oder anderen Gegenspieler der Eisernen hingegen wohl weniger. Und daran wiederum findet der Aufsteiger Gefallen. "Ich finde es richtig gut, wenn ich im Spiel angeschrien werde: 'Was bist du denn für ein ekliger Gegenspieler'", sagte Unions Mittelfeldspieler Robert Andrich, der in Freiburg drei Minuten vor dem Ende das vorentscheidende 2:1 für die Berliner erzielt hatte. "Jede Mannschaft versucht, die Sachen rauszuholen, die sie gut kann. Wir sollten immer über den Kampf kommen. Es ist immer ein Kompliment, wenn man als eklig bezeichnet wird", so der 25-Jährige weiter.

Dank des Erfolgs in Freiburg steht Union erst zum vierten Mal in seiner Geschichte im Achtelfinale des DFB-Pokals. Letztmals war das im Dezember 2013 der Fall, als man in der Alten Försterei gegen den 1. FC Kaiserslautern 0:3 verlor. Diese Partie war zudem das letzte Heimspiel im Pokal für die Eisernen, die nach zehn Pokalauftritten in der Fremde wenig überraschend mal wieder auf ein Heimspiel hoffen.

Ein "sehr, sehr interessantes" Derby

Zunächst aber geht der Blick Richtung Wochenende, wenn es gegen Hertha BSC zum ersten Bundesliga-Derby der Geschichte kommt. "Durch den Einzug in die nächste Pokalrunde haben wir noch mal Selbstvertrauen getankt", sagte Abwehrspieler Keven Schlotterbeck, der sich auf ein "sehr, sehr interessantes" Derby einstellt. Das gilt nicht zuletzt auch für seinen Teamkollegen Andrich, der einst bei Hertha ausgebildet wurde und insgesamt über elf Jahre für die Alte Dame spielte.

"Klar ist es ein besonderes Spiel. Elf Jahre gehen nicht spurlos an einem vorbei. Aber das Kapitel Hertha ist abgehakt. Ich freue mich, dass ich bei Union bin, und bin komplett Unioner. Ich will niemandem etwas schenken an dem Tag", sagte der Sommerneuzugang aus Heidenheim, der für das Stadtduell am Samstag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) im heimischen Stadion an der Alten Försterei die Parole ausgab: "Dass wir uns alle reinhauen und an dem Tag Kämpfer sein müssen, steht außer Frage."

Carsten Schröter-Lorenz, Jan Reinold