2. Bundesliga

Aalen reicht Unterlagen für die 3. Liga ein

"Nicht leicht": VfR meldet seine U 23 ab

Aalen reicht Unterlagen für die 3. Liga ein

Wie geht es weiter - mit dem Trainer, mit dem Verein? Aalens Coach Stefan Ruthenbeck ist die Ratlosigkeit anzumerken.

Wie geht es weiter - mit dem Trainer, mit dem Verein? Aalens Coach Stefan Ruthenbeck ist die Ratlosigkeit anzumerken. imago

Drei Jahre spielte der VfR Aalen in der 2. Liga und schien sich relativ früh in der Liga etabliert zu haben. Platz neun und elf standen nach den ersten zwei Spielzeiten als Zweitligist zu Buche. In der verflixten dritten Saison allerdings lief es gar nicht. Seit dem 10. Spieltag in der Runde 2014/15 war die Mannschaft nicht mehr besser platziert als Rang 15.

Finanziell ist der Verein klamm. Der DFB verlangte für die Drittligalizenz 5,6 Millionen Euro - eine Summe, die für den Verein schwer zu stemmen schien. Hätte sich bis Donnerstag niemand gefunden, der für diese Summe aufkommt, hätte der Klub sich aus dem Profi-Fußball verabschieden müssen. Präsident und Mäzen Scholz ist wieder einmal in die Bresche gesprungen, nachdem er am Mittwoch noch sagte, er habe "doch keine Gelddruckmaschine". Am Donnerstag reichte nun der VfL die Lizenzunterlagen für die 3. Liga fristgerecht ein - die auferlegten Bedingungen sind mit dem Schließen der Liquiditätslücke in der ersten Lizenzentscheidung erfüllt. "Wir sind zuversichtlich, die Lizenz für die 3. Liga zu erhalten, jedoch gilt es die finale Entscheidung des DFB abzuwarten", so Scholz.

Spielersteckbrief Quaner
Quaner

Quaner Collin

Spielersteckbrief Ofosu-Ayeh
Ofosu-Ayeh

Ofosu-Ayeh Phil

2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
FC Ingolstadt 04 FC Ingolstadt 04
64
2
SV Darmstadt 98 SV Darmstadt 98
59
3
Karlsruher SC Karlsruher SC
58
Trainersteckbrief Ruthenbeck
Ruthenbeck

Ruthenbeck Stefan

VfR Aalen - Vereinsdaten
VfR Aalen

Gründungsdatum

08.03.1921

Vereinsfarben

Schwarz-Weiß

Hauptsponsor sagt für 3. Liga zu

Sollte Aalen kommende Saison in der 3. Liga an den Start gehen, ist zumindest der Hauptsponsor gesichert. proWIN hat angekündigt, auch in der dritthöchsten deutschen Spielklasse die Zusammenarbeit mit dem VfR fortzusetzen. Zudem hat Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler angekündigt, den Preis für die Nutzung des Stadions "fair anpassen" zu wollen.

Eines aber ist auf jeden Fall klar: Der Verein muss sparen. Überlegungen umfassten unter anderem eine Abschaffung der U 23 oder des Nachwuchsleistungszentrums. Am Mittwochnachmittag schaffte der VfR diesbezüglich dann auch Gewissheit. "Der Schritt fällt uns nicht leicht und hat ausschließlich finanzielle Gründe. Aus sportlicher Sicht hätten wir die U23 nach dem Klassenerhalt in der Oberliga gerade auch im Sinne der Ausbildung unserer Talente gerne behalten", erklärte Meidert.

Wenig verwunderlich, die Lizenzierung für die dritte Liga steht eindeutig im Vordergrund. Und die Auflösung der Aalener Zweitvertretung soll dem Klub immerhin rund 200.000 Euro pro Spielzeit mehr auf der Habenseite garantieren. Zumindest ein positives Zeichen in Sachen Jugendarbeit entsendete der VfR: Das Nachwuchsleistungszentrum wird in leicht abgeänderter Form fortgeführt.

"Schlagkräftige Mannschaft" - ohne Quaner und Ofosu-Ayeh

Auch personell wird ein großer Umbruch nötig sein. "Ich werde jetzt alles tun, um eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen, die dann auch konkurrenzfähig ist", sagt Trainer Stefan Ruthenbeck. Der Vertrag des 43-Jährigen läuft zwar noch bis 2017, doch auch sein Verbleib ist ungewisser denn je - andere Anfragen sollen bereits vorliegen. Mit Collin Quaner (zu Union Berlin) und Phil Ofosu-Ayeh (zu Eintracht Braunschweig) haben sich am Dienstag bereits zwei Leistungsträger verabschiedet. Und auch die Zukunft von Geschäftsführer Meidert ist noch nicht geklärt - einen Vertrag für die 3. Liga besitzt er nämlich nicht.

kid/msc/Alexander Haag