Bundesliga

"Keiner ist unverkäuflich": Baumann braucht Transfererlöse

Werder-Manager hat beim Pokern schlechte Karten

"Keiner ist unverkäuflich": Baumann braucht Transfererlöse

Frank Baumann

Eine knifflige Transferperiode steht ihm und dem SVW bevor: Frank Baumann. imago images

Werder Bremen geht offen und transparent mit der Aufarbeitung der abgelaufenen Saison um. Von einer falschen Belastungssteuerung im Sommer über das zu lange öffentliche Schönreden des Abwärtstrends bis hin zur suboptimalen Kaderzusammenstellung - an Selbstkritik sparten die Verantwortlichen nicht.

Dennoch gibt es keine personellen Konsequenzen, allerdings hat das einen Grund, wie Aufsichtsratschef Marco Bode betont, da es die Bereitschaft gebe, "aus unseren Fehlern zu lernen, die wir immer machen". Gleichwohl heißt das in Richtung Manager Frank Baumann und Coach Florian Kohfeldt, dass es in der kommenden Saison besser laufen muss. Der klare Auftrag: aus einem nominell schwächeren Kader mehr herauszuholen als zuletzt. Klingt einerseits nicht allzu schwer angesichts dessen, wie weit die Erwartungen verfehlt wurden.

Werder braucht Transfererlöse

Allerdings gibt es ein großes Problem. Angesichts von rund 30 Millionen Euro Mindereinnahmen durch die Corona-Krise gibt es keinen Spielraum für Neuverpflichtungen. An Verstärkungen wie etwa den Versuch einer Weiterverpflichtung von Kevin Vogt ist nicht zu denken. Transfererlöse müssen als zwingend her - und Baumann hat den Poker eröffnet: "Keiner ist unverkäuflich. Wir müssen und werden aber auch keinen Spieler unter Wert abgeben."

Die Konkurrenz weiß: Bremen hat kein gutes Blatt

Doch Baumanns Blatt, um im Bild zu bleiben, ist nicht sonderlich gut - und die Konkurrenz weiß das. So ist das Interesse von RB Leipzig an Milot Rashica bekannt, allerdings sind die Sachsen weit davon entfernt, die fixe Ablöse von 35 Millionen Euro für den Stürmer zu zahlen. Werder muss auf einen Bieterwettbewerb hoffen, um nicht anderweitig unter Zugzwang zu geraten: etwa im Fall Davy Klaassen, der mit Ajax in Verbindung gebracht wird, oder bei Maxi Eggestein, für den garantiert ein Markt besteht. Die Interessenten können bislang sicher sein: Bremen muss Kompromisse eingehen.

drm/Thiemo Müller

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