2. Bundesliga

Club-Sportvorstand Robert Palikuca: "Ein Spiegelbild der Saison"

Tweet des FCN einfach nur unnötig

Club-Sportvorstand Palikuca: "Ein Spiegelbild der Saison"

Robert Palikuca

Muss mit dem Club in die Relegation: Sportvorstand Robert Palikuca. imago images

"Die Mannschaft wird ein völlig anderes Gesicht zeigen", hatte Jens Keller nach dem 0:6 gegen Stuttgart vor dem Gastspiel an der Förde gegenüber "Sky" angekündigt. Tatsächlich fand sein Team gut rein ins Spiel, alles lief bestens, als Patrick Erras eine Freistoßhereingabe von Johannes Geis zur frühen Führung einköpfte (3.).

Doch es war wie so oft in dieser Saison: Der FCN verfiel gegen einen zunächst nicht ins Spiel findenden Gegner zusehends in Passivität, machte diesen dadurch stark und hatte Glück, dass Christian Mathenia den Ausgleich durch Lion Lauberbach famos verhinderte (18.).

Hätte, hätte, Fahrradkette ...

Holstein scheiterte vor der Pause bei weiteren Gelegenheiten, ehe die Franken ihre beste Phase erlebten. Ja, hätten Nikola Dovedan oder Robin Hack (beide 39.) und Geis (Lattenfreistoß, 45.) das 2:0 erzielt, wäre der Club vielleicht von seinem Weg zum rettenden Dreier nicht mehr abzubringen gewesen.

Kiels Vorstellung war auch in Abschnitt zwei aller Ehren wert. Die spielerisch überlegenen Nordlichter drückten nach Wiederanpfiff vom Start weg erneut auf das 1:1, das schließlich verdientermaßen fiel (Lauberbach, 67.) - auch weil die Nürnberger wie schon über weite Strecken des ersten Abschnitts zu wenig Entlastung fanden.

Alles oder nichts, musste es nun heißen aus Sicht der Franken, denn in Fürth führte Konkurrent Karlsruhe und hatte den Club auf Rang 16 verschoben. Doch auch fünf Wechsel von Keller brachten nicht die erhoffte Offensivpower. Erst in der Nachspielzeit stürmte der FCN mit dem Mute der Verzweiflung. In Asger Sörensen war es ein Abwehrspieler, der bei der einzigen echten Chance das 2:1 knapp verpasste (90.+3).

Spieler wie Trainer übten sich hinterher in Durchhalteparolen. Man müsse den Verein in der Liga halten, "koste es was es wolle", meinte Mathenia. Kapitän Hanno Behrens blickte ebenfalls auf die Relegationsspiele (7. Juli zu Hause, 11. Juli auswärts) voraus: "Egal, was vorher war, wir müssen den Fokus voll auf die beiden Spiele legen."

Wir haben uns das anders vorgestellt und wollten den Sack zu machen. Jetzt drehen wie eine Ehrenrunde.

Jens Keller

Der Plan von Keller, der davon ausgeht, weiter auf der Bank zu sitzen: "Köpfe frei kriegen. Wir haben uns das anders vorgestellt und wollten den Sack zu machen. Jetzt drehen wie eine Ehrenrunde."

Enttäuscht zeigte sich natürlich auch Nürnbergs Sportvorstand: "Es war ein Spiegelbild der Saison. Wir haben zu viele Punkte liegen gelassen, auch heute", meinte Robert Palikuca. Nun gelte es, die Situation in Ruhe zu besprechen.

Vielleicht gelingt es dem 1. FC Nürnberg, eine verkorkste Saison zu einem glücklichen Ende zu bringen. Eher unglücklich war sicherlich ein unmittelbar nach dem Schlusspfiff abgesetzter Tweet mit Blick auf Erzrivale Fürth, das gegen Karlsruhe 1:2 verloren hatte. So schrieben die Franken: "Da der KSC parallel ein paar Kilometer westlich von Nürnberg gewonnen hat, heißt es jetzt nochmal zwei weitere Spiele für den Club."

Offenbar aufgrund negativer Kritiken in den sozialen Medien versuchte man rund zwei Stunden später von Vereinsseite, in einem weiteren Tweet ein wenig Schadensbegrenzung zu betreiben. "Weil dieser Tweet offenbar so verstanden wird, möchten wir deutlich machen: an der aktuellen Situation tragen wir ganz alleine die Schuld. Wir haben es verkackt. Niemand anderes. Und nur wir alleine können das noch gutmachen. Falls das im Tweet anders ankam, tut uns das leid." Die Chance auf eine Entschuldigung beim Nachbarn aus Fürth blieb ungenutzt.

jch

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