Bundesliga

Aufsichtsrat nahm dankend an: Die Hintergründe zum Aus von Peter Peters

Schalke-Vorstand bleibt handlungsfähig

Aufsichtsrat nahm dankend an: Die Hintergründe zum Aus von Peters

Peter Peters und der FC Schalke 04 haben sich getrennt.

Bat um die Auflösung seines unbefristeten Arbeitsvertrags: Schalke-Finanzvorstand Peter Peters. imago images

In Peter Peters war schon länger der Gedanke gereift, den FC Schalke 04 zu verlassen. Mit seinem Entschluss wandte er sich nun an den Verein - der Aufsichtsrat willigte in der vergangenen Woche ein. Umstimmungsversuche? Im Gegenteil. Die Zustimmung fiel sehr deutlich aus. Nach kicker-Informationen votierte das von Clemens Tönnies angeführte Gremium nahezu geschlossen dafür, sich zeitnah (Vertragsende am 30. Juni) vom langjährigen Finanzvorstand zu trennen.

Dass der Aufsichtsrat die Bitte von Peters überaus dankend annahm, verschwieg der Klub in seiner offiziellen Darstellung nonchalant, sodass die Pressemitteilung verfälscht wirkte. Der Hintergrund für die reduzierte Version ist, dass alle Beteiligten nach außen hin eine so sauber wie möglich erscheinende Trennung angestrebt haben.

FC Schalke 04 - Vereinsdaten
FC Schalke 04

Gründungsdatum

04.05.1904

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Trainersteckbrief Wagner
Wagner

Wagner David

Der Aufsichtsrat sieht in Peters einen der Schuldigen für die finanzielle Not

Schließlich ist Peters nicht irgendjemand. Der Finanzexperte, der auch den Bau der 2001 eröffneten Arena an der Seite von Machern wie Rudi Assauer und dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Gerhard Rehberg maßgeblich mit realisierte, ist neben Tönnies die große Konstante auf Schalke. Seit 1994 sitzt Peters im Vorstand des Vereins. Auch er hat seinen Beitrag dazu geleistet, dass der FC Schalke 04 mit einem Wert von rund 800 Millionen Euro im Ranking der wertvollsten Vereine der Welt einen der oberen Plätze belegt.

Gleichwohl sieht der Aufsichtsrat in Peters einen der Schuldigen für die aktuelle finanzielle Not des eingetragenen Vereins, der im Vorjahr einen Verlust von 26,1 Millionen Euro erwirtschaftete sowie mit fast 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten belastet ist.

Die Wiederbesetzung des Peters-Postens ist nicht erforderlich, aber angedacht

Überraschend ist diese Schieflage nicht, einen hohen Schuldenberg schiebt der frühere Europapokal-Dauergast schon seit Jahren vor sich her. Die Corona-Krise hat speziell den Entscheidungsträgern vor Augen geführt, wie ernst die Lage für den Traditionsverein tatsächlich ist. Peters' Vorstandskollege Alexander Jobst hatte bereits zu Beginn der Pandemie mit dem Wort "existenzbedrohend" Alarm geschlagen.

Laut Satzung ist Schalke 04 auch mit einem Zweiervorstand handlungsfähig (Jobst, Jochen Schneider), die Wiederbesetzung des Peters-Postens zum 1. Juli ist daher nicht zwingend erforderlich. Angedacht ist sie dennoch, ebenso wie eine leichte Novellierung der Zuständigkeiten.

Peters' weitere Ämter bleiben unberührt

Peters' Aus auf Schalke hat auf seine weiteren Ämter keinen Einfluss, sie sind bei einem bereits gewählten Vertreter nicht an eine Funktion in einem Profiverein geknüpft. Bei der DFL ist der Familienvater stellvertretender Präsidiumssprecher und damit der zweite Mann hinter DFL-Chef Christin Seifert sowie Aufsichtsratsvorsitzender der DFL GmbH. Beim DFB ist Peters Vizepräsident.

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Toni Lieto

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