Bundesliga

Kahn über Bayerns Nübel-Plan: "Es kann alles ganz schnell gehen"

Bayern-Vorstand schließt Leihe aus

Kahn über Bayerns Nübel-Plan: "Es kann alles ganz, ganz schnell gehen"

Oliver Kahn und Alexander Nübel

Vergangenheit und Zukunft im Bayern-Tor: Oliver Kahn und Alexander Nübel. imago images (2)

Wenn Alexander Nübel zur neuen Saison zum FC Bayern stößt, muss er sich keine Sorgen machen, schon bald wieder weg zu sein. "Hier denkt im Moment niemand an irgendeine Ausleihe", stellte Bayern-Vorstandsmitglied Oliver Kahn am Sonntag bei "Sky90" klar. "Das ist zum jetzigen Zeitpunkt absolut ausgeschlossen."

Doch was haben die Bayern dann mit Nübel vor, der ablösefrei vom FC Schalke kommt, um sich hinter Manuel Neuer einzureihen? Für Kahn hat der frühzeitig eingefädelte Transfer "absolut Sinn" ergeben: Er sei "im Moment eines der größten Talente im Tor", und Neuer "hatte ja auch eine Phase, in der er Probleme hatte" - vor allem mit dem Mittelfuß.

Kahn über Nübel: "Stück für Stück zur Nummer eins entwickeln"

Dass Nübel "unbedingt" zu Bayern wollte, sei also "eine sinnvolle Entscheidung" gewesen, so Kahn; also "zum FC Bayern München zu kommen, die Situation mit Manuel Neuer anzunehmen, von ihm zu lernen und sich dann Stück für Stück zur Nummer eins zu entwickeln". Jetzt aber befindet sich Neuer wieder "auf absolutem Topniveau" (Kahn), hat seinen Vertrag bis 2023 verlängert und denkt nicht daran, dem neuen Stellvertreter Einsätze zuzugestehen.

Kahn spielt auf Zeit: "Ich habe auch schon Gespräche mit Alexander Nübel geführt. Es ist für den Jungen alles andere als eine einfache Situation auf Schalke. Er soll jetzt zum FC Bayern kommen, sich Stück für Stück akklimatisieren, und dann wird man sehen. Wir sollten einfach mal akzeptieren, dass ein junger Mann seinen Karriereweg jetzt so sieht, und dann schauen wir, wie sich das Stück für Stück entwickelt."

Er habe auch zu Hitzfeld oder Magath gesagt: "Lass mich mal weg"

Man brauche "zwei absolut exzellente Torhüter", findet Kahn, denn: "Das kann alles ganz, ganz schnell gehen. Dann spielst du Champions-League-Viertelfinale oder -Halbfinale, und auf einmal verletzt sich der Torwart." Doch reicht diese Aussicht Nübel, um sich - als ab 30. September 24-jährigem Keeper - adäquat weiterzuentwickeln?

Kahn erinnert an seine eigene Torhüterkarriere: "Als ich dann so 35, 36, 37 geworden bin, bin ich sogar mal freiwillig zu Ottmar Hitzfeld oder Felix Magath gegangen und habe gesagt: Lass mich einfach mal weg. Das ist ganz normal, dass man auch mal eine längere Regenerationsphase braucht." Bundesliga, Champions League, Nationalmannschaft: "Das ist dann irgendwann eine solche Belastung, wo ich persönlich in dem Alter auch mal durchgeschnauft habe." Fraglich bleibt, ob Neuer, aktuell 34 Jahre alt, ähnlich vorgehen wird.

jpe

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