Bundesliga

Herrlichs große Rotation und ein Weckruf zur Pause

Augsburg nach 0:2 bei Hertha vor wegweisenden Partien

Herrlichs große Rotation und ein Weckruf zur Pause

Heiko Herrlich

Sah zwei grundverschiedene Halbzeiten seiner Elf: FCA-Coach Heiko Herrlich. imago images

Im Vergleich zum 0:0 gegen Paderborn nahm Herrlich gleich sechs Änderungen in seiner Startelf vor. Philipp Max fehlte verletzt, Kapitän Daniel Baier und erstmals in dieser Saison auch Torjäger Florian Niederlechner saßen auf der Bank. Zudem blieben Tin Jedvaj, Raphael Framberger und Marco Richter draußen. Herrlich begründete die massive Rotation mit dem "Wahnsinnsaufwand", den sein Team zuvor gegen Schalke (3:0) und Paderborn betrieben hatte.

Von seiner umformierten Elf versprach er sich mehr Frische sowie eine kompakte und aggressive Leistung - doch daran haperte es gewaltig. "Wir haben in der ersten Halbzeit nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", gibt der Trainer zu. Im Detail heißt das: kein Druck auf den Ball, kein Verengen der Räume, kein Mut bei Ballbesitz, keine Torchancen. "Das einzig gute war", meinte Herrlich, "dass es nur 0:1 stand".

In der Pause brachte der 48-Jährige mit Niederlechner und Marco Richter zwei Stammkräfte - und diese Einwechslungen wirkten wie ein Weckruf für das gesamte Team. Augsburg setzte nun die müde werdende Hertha unter Druck, nach gut einer Stunde brachte der eingewechselte Kapitän Baier zudem mehr Struktur ins Augsburger Spiel. "Ich war mir in der zweiten Halbzeit sicher, dass wir gewinnen, wenn wir ein Tor machen", meinte Herrlich nach dem Spiel. Doch der FCA ließ seine vier Chancen liegen, während Hertha in der Nachspielzeit den Konter zum 2:0 setzte.

Herrrlichs Fazit nach zwei grundverschiedenen Spielhälften und mit Blick auf das Ziel Klassenerhalt: "Wenn wir so auftreten wie in der ersten Halbzeit, wird es schwierig. Wenn wir so auftreten wie in der zweiten Halbzeit, bin ich optimistisch, dass wir die nötigen Punkte holen." Der FCA steht nun vor wegweisenden Partien. Mit Köln, Mainz und Düsseldorf sind drei der vier nächsten Gegner direkte Konkurrenten. "Wir sind uns der Situation bewusst", sagte Rani Khedira bei Sky: "Jetzt kommen die Spiele, in denen wir da sein müssen." Und zwar nicht erst in der zweiten Halbzeit.

David Bernreuther

Bilder zur Partie Hertha BSC - FC Augsburg