3. Liga

KFC Uerdingen - Krämer: "Keiner ist weinend aus der Kabine gerannt"

KFC Uerdingen: Trainer hatte kaum Kontakt mit Effenberg

Krämer: "Keiner ist weinend aus der Kabine gerannt"

Stefan Krämer

Freut sich, wenn die 3. Liga den Spielbetrieb wieder aufnimmt: KFC-Coach Stefan Krämer. imago images

Krämer sieht die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Mannheim am Samstag (so der DFB-Bundestag dem Re-Start in Liga drei am Montag zustimmt) durchaus als Herausforderung an. Zwar seien alle fünf Testreihen beim KFC bislang negativ gewesen, doch die Organisation des Quarantäne-Aufenthalts in der Klosterpforte nahe Bielefeld sei durchaus eine Herausforderung. "Wir verbringen viel Zeit damit zu überlegen, wie wir die Tage so organisieren, dass sie für die Spieler nicht zu lang werden", sagte der 53-Jährige im kicker-Interview. Eine Erkenntnis: Bei nur einer Trainingseinheit am Tag dürfen die Spieler "eine Stunde länger schlafen und frühstücken, damit der Tag nicht so lang ist". Da "große Spieleabende" nicht möglich seien, bekommen die Uerdinger Profis mehr Videomaterial zur Sichtung vorgesetzt.

"Wir wollen die Entscheidung nicht am grünen Tisch"

Über die Drittligisten, die einen Saisonabbruch befürworten (Gegner SV Waldhof gehört dazu), will Krämer nicht urteilen. Er selbst freut sich auf den Spielbetrieb: "Wir wollen die Entscheidung auf dem Platz haben und nicht am grünen Tisch." Sein Team belegt aktuell Rang elf mit fünf Punkten Rückstand auf den Tabellendritten.

Seit seiner Rückkehr nach Krefeld Mitte März - Krämer war schon von März 2018 bis Januar 2019 für den KFC verantwortlich - gab es viele Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. "Wir haben uns viel über Telefon und Videochats ausgetauscht und versucht, die Mannschaft voranzubringen", beschreibt der Trainer Lösungsansätze in der schwierigen Zeit. "Selbst als es in Kleingruppen losging, war es schön, hatte aber mit richtigem Fußball nichts zu tun. Ohne größere Spielformen und Körperkontakte ist es mehr Bewegungstherapie als Fußballtraining." Angesichts von elf Spielen in 30 Tagen begrüßt er die Möglichkeit, fünf Mal wechseln zu dürfen.

Effenberg? "Ich habe ihn nur einmal gesehen"

Beim Wiedersehen herrschte Freude vor. "Es ist niemand weinend aus der Kabine gerannt", sagte Krämer augenzwinkernd. Die Mannschaft sei körperlich in einem sehr guten Zustand gewesen, auch der Charakter stimme. Nach acht Monaten schied indes Stefan Effenberg aus seinem Amt als Manager Sport aus. Intensiven Austausch mit dem ehemaligen Nationalspieler habe es nicht gegeben, verriet Krämer: "Ich habe ihn nur einmal kurz gesehen, als ich anfing. In der Pause hatten wir wenig Kontakt. Was seine Beweggründe sind, weiß ich nicht." Dass somit aktuell der Kaderplaner fehle, sei kein großes Problem, da der Transfermarkt momentan weitgehend ruhe. "Das Transferfenster wird sich nach hinten verschieben. Die Position der Klubs wird sich verbessern, vielleicht fallen die Preise etwas", so Krämers Einschätzung. 14 KFC-Profis haben einen über das Saisonende gültigen Vertrag, bei zwölf Akteuren läuft das Arbeitspapier aus. Krämers Plan für die Zukunft: "Die Mannschaft muss etwas jünger werden und einen Tick mehr Tempo bekommen. Da müssen wir die richtige Mischung finden und die richtigen Entscheidungen treffen." Generell bleibe das Ziel bestehen, mit dem KFC in die 2. Liga aufzusteigen.

Effenberg zieht positives Fazit

Der ausgeschiedene Effenberg resümierte seinerseits in einer Kolumne die kurze Zeit in Krefeld. "Mich haben einige Spieler im Nachhinein angerufen und sich bedankt. Das war für mich total positiv und deshalb kein Grund, diese Station als Fehler abzutun. Ich ziehe ein positives Fazit, auch wenn das Engagement nur über acht Monate ging", schrieb der frühere Bayern- und Gladbach-Profi bei "t-online.de".

aho

Das Karussell dreht sich: Die Trainer in der 3. Liga