Bundesliga

Internationale Pressestimmen zum Re-Start der Bundesliga

Internationale Pressestimmen zum Re-Start

"Die Bundesliga stand im Zentrum der Welt"

Erling Haaland

Vorkämpfer gegen das Virus: Dortmunds Erling Haaland. Getty Images

Italien

"Gazzetta dello Sport": "Hätten wir für die Menschheit einen Fußballer wählen müssen, nur um diesem Bastard eines Virus ins Gesicht zu schlagen, hätten wir uns für Erling Haaland entschieden. (...) Er ist es, der herabsteigt und den ersten Schritt auf diesem unbekannten Planeten tut, die Augen der Welt auf ihm, und sein Hemd so gelb wie der Mond. Borussia Dortmund-Schalke 04, er schießt in der 29. Minute ins Netz. (...). So sieht ein Tor in Zeiten des Coronavirus aus. Der erste Schritt von Neil Armstrong ist noch mal etwas anderes, aber das Tor des Norwegers ist Geschichte. Die Bundesliga hat den Fußball nach Monaten des Todes und der Angst wieder zum Leben erweckt, hat die Weichen für die anderen gestellt, die immer noch nach Mut und Protokollen suchen."

Tuttosport: "Die Bundesliga gibt dem europäischen Fußball den Neustart, einen Neustart mit Atemschutz, Handschuhen und ohne Fans, aber immerhin einen Neubeginn mit dem historischen Ruhr-Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04, einem Duell, in dem man wieder einen Eindruck von Normalität nach dem Orkan Coronavirus genießt."

Corriere dello Sport: "29 Minuten lang muss man auf das erste Tor in der Coronavirus-Ära warten, die Fußballer feiern, ohne sich zu umarmen. Auch ohne Zuschauer wird das Derby Borussia-Schalke zu einer Show, die fußballhungrige Fans auf der ganzen Welt befriedigt."

Niederlande

"De Telegraaf": "Es ist ein surrealer Fußballnachmittag im Signal Iduna Park und den fünf anderen Bundesliga-Stadien, wo am Samstagnachmittag um halb vier der Startschuss zur Wiederaufnahme der Bundesliga fiel. Ganz Europa schaut zu, wie Deutschland als Vorreiter den Profifußball in der Coronazeit wieder aufnimmt. Mit einem sehr strengen und umfangreichen Maßnahmenpaket meinen der Deutsche Fußball-Bund und die Behörden genügend Garantien für einen verantwortungsvollen Liga-Abschluss eingebaut zu haben. Angesichts der Gefahr möglicher neuer Infektionsausbrüche ist das disziplinierte Verhalten der Fans bei der Wiederaufnahme der Bundesliga ein großer Glücksfall. Die deutschen Fußballfans zeigen fast alle sehr viel Disziplin und bleiben zu Hause, um die Spiele am Fernseher zu verfolgen."

De Volkskrant: "Die Tribünen sind leer, wo sonst die Gelbe Wand schwingt, singt und brüllt. Aber was wahrscheinlich das Wichtigste ist: Der Fußball ist zurück mit Vorbildland Deutschland als Kapitän. Die Welt der Bundesliga muss auch weiterlaufen, sonst rollt aus dem Geldhahn kein klingender Euro mehr. Es mag ein Ersatz ohne Zuschauer sein, aber Ersatz ist besser als nichts."

AD: "Der Fußball ist zurück, das Fußballgefühl leider noch nicht."

England

"Independent": "Es mag nicht Fußball gewesen sein, wie wir ihn kennen. Aber es war Fußball. Und irgendwie war es wohl passend, dass Erling Haaland, der weithin als die Zukunft dieses Spiels gesehen wird, das erste Tor der neuen Post-Covid-Ära geschossen hat. Dass Dortmund vor diesem Hintergrund exquisiten Fußball geboten hat, war umso passender und erfreulicher. (...) Die Bundesliga hat gezeigt, wie es geht. Sie hat für diesen Sport einen Präzedenzfall geschaffen. Das wird helfen, das Denken zu verändern. Sicher war dies nicht die Art und Weise, die wir uns für das Comeback des Fußballs gewünscht hätten. Ganz bestimmt war das keine Derby-Atmosphäre, insbesondere keine Revierderby-Atmosphäre. Es hatte überhaupt keine Atmosphäre. Das ist natürlich nicht zu bevorzugen, denn es ist einfach nicht dasselbe ohne die Fans. Aber es ist immer noch besser, als gar kein Fußball. Und sicherlich besser, als keine Fußballklubs mehr zu haben."

BBC: "Die deutsche Bundesliga ist am Samstag wieder gestartet und hat einen Einblick gegeben, wie die Premier League und andere Topligen aussehen könnten, wenn sie zurückkommen."

The Guardian: "Der Restart der Bundesliga nach einer neunwöchigen Pause war eine seltsam klinische Sache, die wahrscheinlich eher für ungewohnte Hygiene-Routinen, eine gespenstische Atmosphäre und seltsame Ellbogen-Checks in Erinnerung bleibt."

The Daily Mail: "Besonders in einer Liga mit einer solch lebendigen Fankultur war es eine traurige Angelegenheit. Aber auch unterhaltsam, dieser erste Versuch, Fußball zu spielen in Zeiten des Coronavirus."

Schweiz

"Sonntagszeitung": "Als der 26. Spieltag beginnt, passiert zuerst vor allem eines. Die Schreie der Trainer und Spieler prallen an den Tribünen ab. Es hallt durch die Stadien, als ob in Höhlen gespielt würde. (...) Wie war's an diesem Geisterspiel-Premierentag? Schon sonderbar immer wieder. Dortmund stürmt aufs Schalker Tor - im Stadion bleibt's still. Freiburgs vermeintliches 2:1 gegen Leipzig Sekunden vor Schluss wird vom Videoschiedsrichter aberkannt - null Aufregung. Vergebene Großchance? Irgendwie auch nicht so schlimm wie sonst. Ist das der Fußball, den die Welt sich wünscht? Nicht unbedingt. Doch besser als nichts ist es. Im Moment zumindest. Wie es in drei, vier Wochen aussieht, ist eine andere Frage."

Spanien

Marca: "Glückwunsch Bundesliga! Das Konzept scheint auf den ersten Blick zu greifen, die Fußballfans haben weltweit nach Fußball gelechzt, trotz der Geisterkulissen. Viele hatten eine Vorfreude, als würde die WM beginnen. Deutschland hat den weltweiten Fußballtest eingeführt. Die Bundesliga versüßt uns über die nächsten Wochen das Wochenende."

AS: "Der erste Bundesliga-Spieltag beim Restart lieferte viele Antworten auf die Zweifel bezüglich einer Rückkehr des Fußballs. Es gibt kein Virus, das so viele Emotionen und Leidenschaften wie beim Fußball bremsen kann."

El Mundo Deportivo: "Der Neustart der Bundesliga zeigt, wie der Fußball in der nahen Zukunft sein wird: Es wird gespielt, aber ohne Leidenschaft. Es kehrt eine Liga zurück, aber nicht der Fußball. Die Leidenschaft ist durch die Stille ersetzt worden. Wir müssen uns auf absehbare Zeit an solche Umstände gewöhnen. Es wäre gut gewesen, wenn in der Bundesliga eine Schweigeminute für die Corona-Opfer gehalten worden wäre."

"Sport": "Die Bundesliga stand gestern zum ersten Mal in ihrer Geschichte im Zentrum der Welt. Und wer weiß, vielleicht auch zum letzten Mal. Die Spiele erlaubten einen Vorgeschmack auf die düstere Zukunft, die dem Fußball auch bei uns und im Rest Europas bevorsteht, wenn es wieder losgeht. Es waren bestürzende Szenen zu beobachten: leere Tribünen, die Rufe der Spieler, die in der Stille der Stadien widerhallten, nach merkwürdigen Toren der Jubel ohne Umarmungen und unter Wahrung der Abstandsregeln, auf der Ersatzbank Spieler mit Masken und zwei Metern Abstand zwischen sich und Interviews mit Mikrofonen an meterlangen Stangen. Sportlich betrachtet gab es Mannschaften mit sehr unterschiedlichem Leistungsniveau zu sehen. Einige der Begegnungen erinnerten mehr an Trainingsspiele vor Saisonbeginn. Der strahlende Sieger des Tages war ohne Zweifel der Norweger Haaland, der derzeit aufsehenerregendste Spieler im Weltfußball. Haaland ist der Beweis, dass Dortmund einer der europäischen Klubs ist, die am geschicktesten (Spieler) einkaufen und verkaufen. Und der norwegische Spieler hat das Zeug, einer der ganz großen Akteure zu werden: Seine Leistung gerade an dem großen Tag, an dem die halbe Welt auf die Bundesliga schaute, kann ihn endgültig an die Spitze katapultieren. Haaland mal außen vor gelassen, hat die Rückkehr einer der großen Ligen uns die großen Schwierigkeiten vor Augen geführt, die vor allen Ländern liegen. Fußball ohne Publikum ist kalt, unnatürlich und wirkt gekünstelt. Ohne Heimspiele ähneln die Begegnungen mehr einer Trainingsrunde als dem herrlichen Spektakel, das sie sein sollten. Ist das eine ideale Lösung? Ohne Zweifel ist sie das nicht, aber schlimmer wäre, es gar nicht erst zu versuchen."

Brasilien

Globoesporte: "Es darf gejubelt werden! Haaland leitet Neustart der Torfeste in Deutschland ein, fast ohne Umarmungen (…) Aber es gab auch jene, die der Freude in Zeiten der Covid-19-Pandemie gesetzte Grenzen vergaßen."

Estadao (Sao Paulo): "Die Bundesliga hat gezeigt, wie der Sport bei seiner Rückkehr anders sein wird. Das Spiel hat seinen Charme verloren, die Spieler sind weniger enthusiastisch und mehr robotisiert. Die Angst, sich anzustecken, läuft mit auf. Und so wird es bleiben, bis man einen Impfstoff gegen Covid-19 findet."

Zero Hora (Porto Alegre): "Als Pionier unter den großen Ligen Europas trägt die Bundesliga die Verantwortung, den Weg zu zeigen. Der Erfolg oder das Scheitern ihres Versuchs, die Meisterschaft zu Ende spielen zu wollen, dürfte für die Pläne der andere Ländern entscheidend sein. Eine Situation, die weltweit beobachtet wird, aber mit einer verstörenden Stille auf den leeren Rängen der Stadien."

Argentinien

Ole: "Sie haben es nicht ausgehalten. Es wurde sich umarmt, gar Küsse verteilt. Der Fußball ist in Deutschland zurück, und mit ihm die Tore. Folglich auch die Jubelszenen."

Clarin: "Die Bundesliga spielt den Vorreiter mit einigen Polemiken. Es gab keine Schweigeminute für die Verstorbenen, und einige vergaßen die Vorgaben und umarmten sich beim Torjubel. Der Fußball ist in seiner neuen Version zurück. Trotz vieler atypischer Eindrücke ist es der gleiche Fußball wie immer. Deshalb schürt er so viele Erwartungen."

USA

CNN: "Die Bundesliga ist die erste große europäische Fußball-Liga, die wieder den Spielbetrieb aufnimmt, vielleicht bietet sie in mancher Hinsicht eine Vorlage, wie die amerikanischen Sportligen weitermachen können."

Sports Illustrated: "In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob es funktioniert, ob Fußball mit all den Protokollen sicher ist. Aber psychologisch und symbolisch war das ein großer Moment. Es gibt nun ein Modell, dem der Rest Europas folgen kann. Als Spektakel mag es nicht perfekt sein, aber es ist das, was wir haben. Mit oder ohne Fans, Fußball ist Fußball."

tru/dpa/sid

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