2. Bundesliga

Quarantäne bei Dynamo Dresden: Verein äußert sich

"Es kann nicht immer um die Finanzen gehen"

Wann spielen sie wieder? Dresden äußert sich ausführlich

Ralf Minge, Michael Born

Haben derzeit viele Fragen zu beantworten: Ralf Minge (li.) und Michael Born. imago images

Man habe am Dienstag eine virtuelle Sitzung mit DFL-Vertretern abgehalten - unter anderem, weil "Vorwürfe gegen uns im Raum standen", so Born. Unter anderem der, man habe die DFL nach den zwei positiven Testergebnissen aus der Mannschaft nicht schnell genug informiert. "Wir konnten deutlich klar machen, dass keine Versäumnisse von unserer Seite da waren und sollten bekräftigen, dass wir die Saison auf jeden Fall zu Ende spielen wollen."

Provokation vom spanischen Liga-Präsidenten

Zuletzt hatte unter anderem Javier Tebas, der Präsident der spanischen Liga, mit einer Aussage im spanischen TV suggeriert, Dresden wolle einen Saisonabbruch erwirken. Dem gab Dynamo nun deutlich Contra. "Wir wollen die Saison zu Ende spielen, da gibt es überhaupt keine Frage", sagte Minge. "Wir stehen dafür, die Saison sportlich zu beenden." Das habe auch sportliche Gründe. "Wir haben seit der Winterpause elf Punkte geholt und sind wieder in Schlagdistanz. Wir wollen das Thema sportlich regeln. Eine Forderung nach Saisonabbruch wird aus unserem Munde nie kommen."

Ab wann Dynamo die Sache wieder sportlich regeln kann, ist momentan aber offen. Nach den beiden positiven Tests befinden sich Mannschaft und Stab noch bis zum 23. Mai in häuslicher Quarantäne. Die Spiele in Hannover und gegen Fürth werden daher auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, der frühestmögliche Termin für einen Einstieg wäre wohl während der englischen Woche bei Tabellenführer Bielefeld am 27. Mai.

Es ist nicht möglich, nach drei Tagen wieder in den Spielbetrieb einzusteigen.

Michael Born

Gegen einen derartigen Kaltstart hat sich Dynamo aber deutlich gewehrt. Auf der Tagung der Zweitliga-Klubs am Mittwoch habe man "eingebracht, dass wir eine Solidarität erwarten zur Integrität des Wettbewerbs und wir haben gefragt, wie viel Zeit wir bekommen, nach der Quarantäne wieder einzusteigen", erklärte Born. Unter den Zweitliga-Klubs hätte man dafür viel Unterstützung erfahren. Die DFL habe zumindest bestätigt, dass man sich damit beschäftigen werde. Borns Haltung zur Thematik ist klar: "Es ist nicht möglich, nach drei Tagen wieder in den Spielbetrieb einzusteigen."

Auch Minge bekräftigte: "Nach der Quarantäne braucht man Zeit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir am 27. Mai gegen Bielfeld an den Start gehen." Dynamo habe seine Vorstellungen, die man auf der Pressekonferenz am Mittwoch aber nicht verraten wollte. Eine Verschiebung des Zweitliga-Re-Starts für alle Mannschaften habe aber zu keinem Zeitpunkt im Raum gestanden. Man wolle die Mitgliederversammlung der DFL am Donnerstag abwarten und sich dann mit der Liga abstimmen.

Es kann nicht immer nur um die Finanzen gehen.

Michael Born

Dynamo selbst möchte auf der Sitzung am Donnerstag dafür werben, "dass die sportliche Integrität ganz oben auf dem Zettel stehen kann", sagte Born. "Es kann nicht immer nur um die Finanzen gehen, sondern auch um das Sportliche - und das sollte man auf der Sitzung in den Fokus stellen."

Abstieg bei Abbruch? Dresden will dagegen stimmen

Als Tabellenletzter wird Dynamo auch von der geplanten Regelung rund um den Abstieg bei einem vorzeitigen Abbruch tangiert, in der auch die Bundesliga-Klubs derzeit uneinig sind. Die DFL hat vorgeschlagen, Auf- und Abstieg auch im Falle eines Abbruchs beizubehalten. Der SV Werder Bremen und der SC Paderborn hatten sich bereits gegen eine solche Regelung ausgesprochen - und auch Dynamo sieht dies kritisch. "Wir werden uns das anschauen", sagte Born. "Momentan kann ich mir aber nicht vorstellen, dass wir einer Regelung zustimmen, bei der es bei Abbruch Absteiger gibt."

Unabhängig davon werden alle Spieler bei Dynamo auch während der häuslichen Quarantäne auf das Virus getestet. Das obligatorische Quarantäne-Trainingslager wird Dresden anschließend nicht mehr durchführen müssen. Eventuell, so die Verantwortlichen, wolle man aber trotzdem eines machen.

Und dann? Hat Dresden nicht einen großen Nachteil aufzuholen, wenn das Team zwei Wochen lang nicht trainieren kann, während alle anderen 17 Teams schon spielen? "Das wird sich in der Realität zeigen", so Minge. "Wir werden versuchen, den Distanzverlust so gering wie möglich zu halten. Aber da gibt es keine Blaupause."

mib

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