2. Bundesliga

Stadionmiete: 1. FC Nürnberg zahlt wohl nur im Fall von Geisterspielen

Mieter und Vermieter halten sich bedeckt

Stadionmiete: Club zahlt wohl nur im Fall von Geisterspielen

Max-Morlock-Stadion

Das Max-Morlock-Stadion ist die Heimat des 1. FC Nürnberg. imago images

Der 1. FC Nürnberg und sein Stadion, das ist spätestens seit der WM 2006 ein leidiges Thema. Damals traf die Stadt als Besitzer die aus heutiger Sicht falsche Entscheidung, beim Umbau die Laufbahn rund um das Spielfeld zu belassen. Ein Stimmungstöter, anders als vielen Klubs blieb dem Club das Gefühl eines reinen Fußballstadions bis heute verwehrt. Ob Frankenstadion, Easy-Credit-Stadion oder nun Max-Morlock-Stadion, geändert hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten höchstens der Name.

Bei der aufgrund der Corona-Krise auch für den Steuerzahler berechtigten Frage, ob der Fußballverein in vollem Umfang Miete an die Stadt Nürnberg zahlen muss, halten sich Vermieter und Mieter bedeckt. "Bei dieser Frage handelt es sich um vertragliche Interna, und darüber wird natürlich nicht geredet", antwortet Alfred Diesner, Geschäftsführer der Stadion Nürnberg Betriebs-GmbH, auf eine Anfrage des kicker.

1. FC Nürnberg - Vereinsdaten
1. FC Nürnberg

Gründungsdatum

04.05.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bielefeld Arminia Bielefeld
52
2
HSV Hamburger SV
45
3
Stuttgart VfB Stuttgart
45

Nicht viel mehr gibt der FCN preis: "Wir haben in dieser Krisenzeit sowohl von Sponsoren als auch Dauerkarteninhabern klare Zeichen der Unterstützung erhalten. Auch die Stadt Nürnberg mit ihrem Dienstleister, der Stadion Nürnberg Betriebs GmbH, unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten und hilft uns in unserer herausfordernden Situation", lautet das offizielle Vereins-Statement. Diese Aussage lässt eigentlich nur eine Interpretation zu: Der Club muss nicht wie gewohnt zahlen. Kicker-Recherchen haben ergeben, dass der FCN nur zahlen muss, wenn Geisterspiele stattfinden sollten. Und auch dann wohl nicht in vollem Umfang, weil die Höhe der Miete an die Zuschauerauslastung gekoppelt sein soll.

Der FCN versichert seit Wochen, sich bis zum 30. Juni keine Sorgen in punkto Insolvenz machen zu müssen. Dass er an allen Ecken und Enden sparen muss, belegt aber schon die Bitte an die Dauerkartenbesitzer, das Geld für die ausstehenden Spiele nicht zurückzufordern. "Jeder Euro, den wir nicht zurückerstatten müssen, hilft dem Verein weiter", sagt FCN-Vorstand Niels Rossow. 6000 Dauerkarteninhaber haben sich demnach bislang zum Verzicht bereit erklärt.

Frank Linkesch

Das Zuschauer-Ranking der 2. Liga - und der Vergleich zur Vorsaison