Bundesliga

Müller: Mia san wieder mia - auch hinter der Grenze

30-Jähriger zählt den FC Bayern zu Europas Top-Teams

Müller: Mia san wieder mia - auch hinter der Grenze

Thomas Müller

Er hat das Kabinen- und Mannschaftsleben vermisst: Thomas Müller. imago images

Der bislang letzte Bundesligaspieltag dieser eigentlich laufenden, momentan unterbrochenen Saison liegt nun schon einen Monat zurück. Seither beschäftigten andere, deutliche wichtigere Themen die Menschen. Langsam aber, trotz des weiterhin durch das Coronavirus veränderten Lebens, wird wieder an Fußball gedacht, wie die Online-Pressekonferenz mit Thomas Müller an diesem Donnerstag zeigte. Es wurde wieder über den Sport diskutiert, über das Spiel, über die Fans - auch, wenn die restliche Saison, sofern sie denn fortgesetzt wird, eine andere sein wird. Unter völlig neuen Voraussetzungen.

"Geisterspiele werden auch für mich Neuland sein", sagt Müller, so ganz ohne Stimmung, "ohne Feedback, das wird komisch werden." Für alle, Zuschauer wie Protagonisten. Immerhin, meint der Weltmeister von 2014, sei man jetzt schon wieder am Trainieren. In den vergangenen Wochen habe er vor allem "das Kabinen- und Mannschaftsleben vermisst, die Gruppe, das Miteinander". Jetzt endlich, so sagt er, "haben wir wieder den Ball am Fuß und ein gemähtes Stück Gras" unter uns. Denn: "Wenn der Ball weg ist, ist der Fußballer traurig."

Dass "wir gut sind", hat sich "über die Grenzen hinaus" rumgesprochen

Seit Montag treffen sich die Münchner Profis wieder an der Säbener Straße, natürlich unter strikter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Mit dieser ungewohnten und manchmal sicherlich auch herausfordernden Situation aber gehe die Mannschaft hochprofessionell um. "Das Trainerteam ist begeistert", sagt Müller, das Klima unter den Spielern ist gut und harmonisch, der Wille seh- und spürbar.

Die nun vierwöchige Pause änderte nichts am bayerischen Selbstvertrauen, erinnert der 30-Jährige doch, "dass wir bis auf das 1:1 in Leipzig alle Spiele in der Rückrunde gewonnen haben". Der FCB sei "in einem Flow gewesen", sagt er: "Wir sind gut." Das habe sich auch "über die Grenzen hinaus" rumgesprochen, und außerdem: "Diese Übermannschaft gibt es nicht."

Unseren Kader sehe ich ganz oben mit dabei.

Thomas Müller

Der FC Liverpool, der einen unheimlich starken Lauf hatte, wie Müller betont, "ist ausgeschieden". Und die restliche Konkurrenz? Hebe sich nicht zwingend vom FC Bayern ab. "Unseren Kader", sagt das bayerische Urgestein, "sehe ich ganz oben mit dabei." In allen Wettbewerben, in jedem europäischen Vergleich.

Da sind sie also wieder - die Mia-san-mia-Bayern. Obwohl noch nicht mal klar ist, wann wieder Fußball gespielt werden kann. Müller ist's egal. Er ist heiß auf Fußball, hat einen neuen Vertrag bis 2023 in der Tasche und immer noch den Willen und Glauben, den größtmöglichen Erfolg zu erreichen. Auch dafür war die Verlängerung seines Arbeitspapiers für den Rekordmeister wichtig. Weil er die Philosophie dieses Klubs vorlebt und predigt, weil Müller für diesen Verein steht. Das dürfte sich ebenfalls - trotz geschlossener Grenzen in dieser Corona-Phase - in Europa rumgesprochen haben.

Georg Holzner

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