Bundesliga

FC Bayern - Oliver Kahn: "Ich war darauf nicht vorbereitet"

FCB-Vorstand über die Coronakrise

Kahn: "Das kannten wir bisher nur aus Katastrophen-Filmen"

Oliver Kahn

Seit Januar im Bayern-Vorstand: Oliver Kahn. picture alliance

Seit Januar ist Oliver Kahn offiziell zurück beim FC Bayern, in den letzten Wochen wird der ehemalige Torhüter aber, so wie seine Kollegen, von der Corona-Pandemie an der Ausübung seiner normalen Verpflichtungen gehindert. "Natürlich", bestätigt Kahn im Interview auf der FCB-Webseite, "war ich auf diese Herausforderung in meiner neuen Rolle beim FC Bayern nicht vorbereitet." Aber: "Ich nehme diese Aufgabe an, so wie wir alle."

Beim deutschen Rekordmeister verzichten Vorstand, Aufsichtsrat, Trainer und Mannschaft unisono auf 20 Prozent ihres Gehalts. Für Kahn beweist das, "dass es heute mehr denn je um Solidarität geht". Die Mitarbeiter des Vereins würden damit außerdem eine Botschaft aussenden: "Mir ist es nicht egal, was mit meinem Arbeitgeber, meinem Verein passiert."

Wie überall auf dem Planeten verändern sich auch bei den Bayern gewohnte Abläufe und Routinen. "Neben täglichen virtuellen Meetings haben wir intern ein Team gegründet, dass die besonderen Anforderungen an diese ungewohnte Situation koordiniert", schildert Kahn. "Dadurch geschieht alles in engster Abstimmung mit dem gesamten Vorstand, unseren Direktionen und damit auch mit den Mitarbeitern des FC Bayern."

Für den Fußball könnte das eine Umkehr von seiner chronischen Überhitzung zu mehr Maß bedeuten.

Oliver Kahn

Die Gesundheit, das betont Kahn deutlich, stehe selbstverständlich weiter im Vordergrund. Natürlich gehe es aber auch für die Münchner um Finanzen und darum, "die potenziellen Auswirkungen der Coronakrise für den Klub und den Fußball im Allgemeinen zu minimieren". Für "uns alle" sei das eine neue Situation, "die wir in dieser Form bisher nur aus Katastrophen-Filmen kannten".

Und dennoch: "Eine Krise ist immer ein Resilienz-Test. Sie zeigt, wie wir als Klub und alle Beteiligten mit dieser Veränderung umgehen. Gelingt es uns, solche Schocks zu absorbieren, besteht eine große Chance, gestärkt aus der Krise hervorzugehen." Es könnte laut Kahn durchaus auch einen positiven Aspekt der aktuellen Situation geben. "Wir werden durch diese Krise unsere Einstellung in vielen Lebensbereichen ändern. Für den Fußball könnte das eine Umkehr von seiner chronischen Überhitzung zu mehr Maß bedeuten."

mkr

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