Bundesliga

Boateng: "Ich muss nicht unbedingt weg vom FC Bayern"

Verteidiger über seine Vertragssituation

Boateng: "Ich muss nicht unbedingt weg vom FC Bayern"

Jerome Boateng

Er ist beim FC Bayern in der Abwehr aktuell gesetzt: Jerome Boateng. imago images

Im Hintergrund zwitschern die Vögel. Es ist kühler Vorfrühling in München, Sonnenschein bei lediglich neun Grad Celsius. Die Spieler des FC Bayern haben für den Mittwoch-Nachmittag von ihrem Cheftrainer Hansi Flick den Auftrag zu einer individuellen Laufeinheit bekommen, Grundlagenausdauer steht auf dem Pflichtprogramm. Jerome Boateng (31) ist da natürlich wie alle anderen Kollegen auch 40 Minuten lang unterwegs gewesen. Vormittags, bei der ersten Schicht, hatte Fitnesstrainer Dr. Holger Broich im Cybertraining - es wird von der Säbener Straße aus über Video in die Häuser und Wohnungen der einzelnen FCB-Profis ausgestrahlt - ein 50-minütiges Beweglichkeitstraining verordnet, anschließend mussten sie 18-mal über 70 Meter rennen, "im ordentlichen Tempo", so Dr. Broich, "im Intervallprinzip".

Alle FCB-Profis ziehen noch immer gut mit, sagen Dr. Broich und Chefcoach Flick, keiner lasse sich hängen. Aber alle hoffen auf ein Ende dieser balllosen Zeit, "es juckt in den Füßen", sagt Boateng, der am Mittwoch wegen eines Verstoßes gegen die Corona-Vorgaben des Vereins mit einer Geldstrafe belegt wurde.

Der 2014er Weltmeister, im Finale von Rio de Janeiro gegen Argentinien im Abwehrzentrum überragend und ein Garant des 1:0-Sieges, sollte den Rekordmeister eigentlich vor dieser Saison verlassen. Ein Wechsel zu Juventus Turin scheiterte in letzter Sekunde. Unter dem neuen Trainer Flick spürt Boateng aber wieder Vertrauen und absolvierte 24 von 37 Pflichtpartien 2019/20. Nach Niklas Süles Kreuzbandriss Mitte Okotber können die Bayern froh sein, dass Boateng noch da ist.

Mit Boateng gab es noch kein Gespräch

Dessen Vertrag läuft zum 30. Juni 2021 aus, wie bei Manuel Neuer, Thomas Müller, David Alaba oder Thiago, mit denen die Münchner Führung bereits über eine mögliche Verlängerung verhandelt hat. Mit Boateng oder dessen neuem Berater gab es ein solches Gespräch noch nicht.

Der Innenverteidiger, seit 2011 im Klub und prägendes Mitglied der goldenen Generation mit dem Triple-Triumph 2013 als Höhepunkt, bleibt gelassen. Er will in aller Ruhe die Entwicklung in diesen Corona-Zeiten abwarten, Anfragen anderer Klubs trafen bei ihm noch nicht ein - wie auch, wenn der komplette Fußball still liegt. "Der Verein muss sowieso auf mich zukommen", sagt Boateng zum kicker, nachdem er lange geschwiegen hat. "Ich muss nicht auf Teufel komm' raus weg vom FC Bayern, ich habe ja noch einen Vertrag."

Für ihn gibt es diese beruflichen Möglichkeiten: Er erfüllt dieses Arbeitspapier und verlässt den Klub ablösefrei; er verändert sich nach dieser Saison 2019/20 ein Jahr vor Vertragsende und bringt dem Rekordmeister noch eine gewisse Ablöse; oder er verlängert sogar.

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Karlheinz Wild

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