2. Bundesliga

"Widerliche Aktion": Morddrohungen gegen Behrens und Mühl

Club-Fangruppierungen halfen mit, die Aufkleber zu entfernen

"Widerliche Aktion": Morddrohungen gegen Behrens und Mühl

"Bedenklich, wenn man sich im vor einem Fußballspiel nicht auf Fußball konzentrieren kann": Nürnbergs Trainer Jens Keller. imago images

Der Großteil der Zuschauer hatte von der "widerlichen Aktion" nichts mitbekommen, da "der Verein dank des Engagements und der schnellen Mithilfe verschiedener Fangruppierungen" alle Aufkleber noch vor Anstoß entfernen konnte, wie der FCN per Pressemitteilung erklärte. "Der Club verurteilt diese über die Maßen geschmacklose Aktion und hat direkt Strafanzeige bei der Polizei gestellt."

Nur die betroffenen Spieler waren informiert worden

Darüber, welche beiden Spieler betroffen waren und was genau auf den Aufklebern stand, wollten weder Verein noch die Polizei zunächst Auskunft geben. Später am Abend erfuhr der kicker jedoch, dass es um Hanno Behrens und Lukas Mühl ging. Es wurde gefordert, dass sich der Verein von "solchen Antifußballern trennen" soll - "muss es denn einen zweiten Fall Escobar geben?", wurde auf die Ermordung des kolumbianischen Nationalspielers Andres Escobar nach einem Eigentor bei der WM 1994 angespielt.

Sportvorstand Robert Palikuca meinte: "Man hätte es verstehen können, wenn diese beiden Spieler heute nicht Fußball spielen hätten wollen." Über die Geschehnisse seien vor dem Spiel nur Behrens und Mühl informiert worden, der Rest der Mannschaft nicht.

Für Trainer Jens Keller war es "keine Ausrede für unsere Leistung", gerade das Auftreten und die Körpersprache nach dem 0:1 habe ihm so gar nicht gefallen. Es sei jedoch "bedenklich, wenn man sich vor einem Fußballspiel nicht auf Fußball konzentrieren kann, sondern mit so etwas beschäftigen muss". Die Unbekannten konnten derweil noch nicht identifiziert werden, die Polizei ermittelt.

FCN reagiert auf Coronavirus

Außerdem teilte der Verein unabhängig zu den Vorfällen mit, dass aufgrund des Coronavirus bis auf Weiteres alle öffentlichen Trainings wie auch Sponsorentermine mit Spielern abgesagt werden. Dies wurde nach Austausch mit Ärzten als notwendige Maßnahme erachtet. "Darüber hinaus bittet der Club alle Fans, Abstand von Autogramm- und Selfiewünschen zu nehmen."

nba/chb