Bundesliga

Dortmund - Abwehrfehler bereiten BVB Sorgen

Abwehrfehler bereiten dem BVB Sorgen

Kehl: "Jeder ist selbst dafür verantwortlich, wie er auf den Platz tritt"

Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl

Nimmt die Profis in die Pflicht: Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl. imago images

Ein Fehlpass von Thorgan Hazard leitete in Augsburg das 0:1 ein, ein missglückter Kopfball von Manuel Akanji das 0:2, beim 1:3 wiederum verschlief Achraf Hakimi den defensiven Lauf, hinzu kamen bei zwei der drei Tore Übergabeprobleme in der Mitte - die Fehlerkette der Dortmunder zum Rückrundenauftakt war beachtlich. Allerdings auch nicht sonderlich überraschend, deutete sich doch bereits in den Vorbereitungstests an, dass die Dortmunder die überwiegend aus der Hinrunde bereits bekannten Mängel auch im neuen Jahr noch immer nicht abstellen konnten.

Dortmunder denken primär offensiv

"Wir müssen es ganz oben auf unsere Agenda packen, leichte Ballverluste zu vermeiden. Die machen den Gegner immer stärker, als es sein muss", forderte nach dem Sieg in Augsburg Mats Hummels, der allerdings damit rechnet, dass "solche Spiele noch häufiger bei uns auftauchen, in denen viele Tore fallen". Falsch dürfte er damit nicht liegen: Der überwiegende Teil der Dortmunder Profis denkt primär offensiv. Das sorgt vorne für spektakuläre Momente, hinten allerdings auch immer wieder für Rückschläge. Nicht immer werde es möglich sein, drei Tore zu schießen, um ein Spiel zu gewinnen, warnte Trainer Lucien Favre zuletzt im kicker-Interview. Verinnerlicht haben seine Spieler diese Mahnung bislang ganz offensichtlich noch nicht.

Zorc und Kehl mahnen

"Wir dürfen nicht immer so sorglos sein", fordert deshalb Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl. Der Trainer spreche das oft genug an, auch die anderen Verantwortlichen. In letzter Instanz allerdings seien die Profis selbst in der Pflicht: "Man kann die Dinge ansprechen, man kann darauf hinweisen. Aber ab einem gewissen Punkt ist der Spieler selbst dafür verantwortlich, wie er auf den Platz tritt", sagt der langjährige Kapitän des BVB. "Jeder muss sich fragen, ob er selbst genug dafür tut, auf den Punkt da zu sein und sich selbst genug vorzubereiten."

Der nächste Anlass zur perfekten Vorbereitung steht am Freitag an, wenn der seit vier Spielen siegreiche 1. FC Köln nach Dortmund kommt. Bis dahin wird der BVB weiter an seinem individuellen und kollektiven Abwehrverhalten arbeiten müssen. Denn, sagt Sportdirektor Michael Zorc, mit Defensivleistungen wie in Augsburg "werden wir unsere Ziele nicht erreichen".

Matthias Dersch

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