Bundesliga

Werder bangt um Vogt - Baumann und Kohfeldt üben Kritik

Bremer Neuzugang im Krankenhaus - Moisander gesperrt

"Stimmung deutlich getrübt" - Vogt verletzt, Kohfeldt erzürnt

Kevin Vogt

Musste mit der Trage vom Feld gebracht werden: Kevin Vogt. picture alliance

Es lief bereits die 5. Minute der Nachspielzeit, als der Bremer Keeper Jiri Pavlenka im Getümmel nach einer hohen Hereingabe Mitspieler Kevin Vogt unglücklich im Bereich von Kopf und Nacken heftig traf. Die Leihgabe des TSG Hoffenheim blieb anschließend auf dem Rasen liegen und musste nach mehreren Minuten Behandlung - mit einer Halskrause versehen - per Trage in die Kabine gebracht werden. Anschließend ging es mit dem Mannschaftarzt der Bremer zur Untersuchung ins Krankenhaus.

Baumann vermisst Fingerspitzengefühl

Am späten Samstagabend gab der Klub dann leichte Entwarnung. Es handle sich um eine Gehirnerschütterung, daneben seien keine schwereren Verletzungen festgestellt worden. "Wir sind natürlich heilfroh, dass es noch verhältnismäßig glimpflich abgegangen ist", sagte Trainer Florian Kohfeldt. Der Abwehrmann bleibe zur Überwachung noch in der Düsseldorfer Klinik.

Spielersteckbrief Moisander

Moisander Niklas

Spielersteckbrief Vogt

Vogt Kevin

Trainersteckbrief Kohfeldt

Kohfeldt Florian

Der Geschäftsführer Sport der Norddeutschen, Frank Baumann, vermisste in der betreffenden Szene auch ein wenig das "Fingerspitzengefühl" von Referee Felix Brych. Denn unmittelbar nach dem Zusammenprall zwischen den Teamkollegen Pavlenka und Vogt war der Keeper am Elfmeterpunkt sehr heftig von den Fortuna-Spielern Nana Ampomah und Adam Bodzek angegangen und dabei auch am Kopf getroffen worden. Brych verwies indes Niklas Moisander, der sich deutlich beschwert hatte, mit der Ampelkarte vom Feld, ansonsten sah lediglich Bodzek die Gelbe Karte. "Da muss man nicht Gelb-Rot geben, man muss auch sehen, wie unser Torwart angegangen wurde und dass da ein Spieler von uns verletzt auf dem Platz liegt", klagte Baumann.

Kohfeldt kritisiert Regelhüter scharf

"'Pavlas' (Pavlenka; d. Red.) kam raus und er wurde an den Kopf getreten. Da sind mir die Emotionen etwas durchgegangen, deshalb habe ich Gelb-Rot bekommen. Das ist natürlich total enttäuschend. In dem Moment waren meine Jungs aber das Wichtigste für mich", verteidigte sich Moisander. Erzürnt über die Ampelkarte war auch Kohfeldt, nahm aber den Hauptschiedsrichter ein wenig aus der Verantwortung: "Ich kann Brych keinen großen Vorwurf machen. Die neuen Regeln wurden vor dem Wochenende angekündigt, es war uns allen klar, dass da wieder Exempel statuiert werden. Aber wer solche Regeln macht, da liegen in der 92. Minute zwei Spieler mit Kopfverletzungen auf dem Platz, einer läuft blau an, und dann gibst du dem Kapitän der Mannschaft Gelb-Rot, weil er eine Rudelbildung auslöst. Da machen Leute Regeln, die haben vom Fußball aber mal gar keine Ahnung! Das muss ich so deutlich sagen."

Der Coach und Baumann sehen sich angesichts einer möglichen Verletzung von Vogt sowie der Moisander-Sperre damit womöglich erneut mit großen Personalsorgen im Defensivbereich konfrontiert; zumal mit Ludwig Augustinsson, Theodor Gebre Selassie, Michael Lang und Philipp Bargfrede weitere Akteure noch auf der Verletztenliste stehen. "Wir sind schon ein bisschen geschockt. Die Stimmung ist deutlich getrübt, auch wenn man natürlich sagen muss, dass wir froh über einen wichtigen Sieg sind", konstatierte Baumann.

jom

Bilder zur Partie Fortuna Düsseldorf - Werder Bremen