Bundesliga

Michael Gregoritsch: "Das darf ich im Fernsehen nicht sagen"

Österreicher erlebt Traum-Debüt trotz mangelndem Selbstvertrauen

Gregoritsch: "Das darf ich im öffentlichen Fernsehen nicht sagen"

David Wagner, Michael Gregoritsch

Hatten nach Abpfiff gut lachen: Schalke-Coach David Wagner und Debütant Michael Gregoritsch. imago images

"Sie können sich vorstellen, wie man anfängt zu beißen, wenn man ein halbes Jahr nicht gespielt hat und die erste Chance nicht reinmacht. Das darf ich im öffentlichen Fernsehen nicht sagen, was einem da durch den Kopf geht", erzählte Gregoritsch nach Abpfiff im ZDF und meinte damit seine Möglichkeit aus der 6. Spielminute. Nach einer Flanke von Benito Raman stand der Neuzugang am zweiten Pfosten blank, brachte den Ball per Direktabnahme aber nicht an Mönchengladbachs Schlussmann Yann Sommer vorbei.

"Ich wollte ihn einfach aufs Tor bringen", gestand Gregoritsch. "Mit ein bisschen Selbstvertrauen suche ich mir die Ecke aus." Aber eben dieses Selbstvertrauen, das gab Gregoritsch zu, war nach dem vergangenen halben Jahr beim FC Augsburg nicht mehr in Hülle und Fülle vorhanden. Seit Anfang Oktober (damals ebenfalls gegen Mönchengladbach) war Gregoritsch nicht mehr von Beginn an in einem Bundesligaspiel aufgelaufen, hatte im Anschluss daran nur noch fünf Minuten gespielt und war nach seiner Suspendierung im November gar nicht mehr für die Fuggerstädter aufgelaufen.

Spielersteckbrief Gregoritsch

Gregoritsch Michael

Trainersteckbrief Wagner

Wagner David

Er hat auch abgesehen davon ein sehr gutes Spiel gemacht.

David Wagner über Michael Gregoritsch

Auf eine Torbeteiligung hatte Gregoritsch in dieser Saison vergeblich gewartet - bis zum Freitagabend. Denn nach seiner vergebenen Chance zu Beginn lief die Partie für den Angreifer quasi wie im Traum. Mit einem Querpass bereitete er kurz nach dem Seitenwechsel den Führungstreffer durch Suat Serdar vor, zehn Minuten später schloss er einen blitzsauberen Schalker Konter eiskalt zum 2:0-Endstand ab. "So erträumt man sich den Einstand", freute sich der Österreicher.

Fast wortgleiches Vokabular verwendete Trainer David Wagner. "Einen besseren Einstand kann es nicht geben", so das Urteil des Schalker Coaches, der Gregoritschs Leistung aber nicht nur auf seine Torbeteiligungen reduzieren wollte. "Er hat auch abgesehen davon ein sehr gutes, sehr laufintensives Spiel gemacht."

Vorne der Knipser, hinten der Retter

In der Tat hatte die Augsburg-Leihgabe bereits im ersten Durchgang einige auffällige Szenen gehabt, darunter einen herrlichen Steilpass, mit dem er eine Raman-Großchance einleitete. Doch nicht nur offensiv hatte Gregoritsch überzeugt, beim Stand von 0:0 hatte er seine Farben auch vor dem Rückstand bewahrt. Bei einem Gladbacher Eckball stand er Ende des ersten Durchgangs goldrichtig und rettete nach einem Kopfball von Marcus Thuram auf der Linie für seinen bereits geschlagenen Schlussmann Markus Schubert.

"Dass es so funktioniert hat, ist top. Dass wir das Spiel gewonnen haben, ist etwas ganz Besonderes für mich", resümierte Gregoritsch ein Schalke-Debüt, das für ihn nicht besser hätte laufen können - zumindest nach der 6. Minute.

mib

Bilder zur Partie FC Schalke 04 - Bor. Mönchengladbach