2. Bundesliga

VfB Stuttgart: Sisyphos-Arbeit für Trainer Pellegrino Matarazzo

Stuttgarts Trainer hat Probleme mit seinem neuen System

VfB: Sisyphos-Arbeit für Matarazzo

Pellegrino Matarazzo

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo setzt vor allem auf eine stabilere Defensive. imago images

Nach dem gestrigen freien Dienstagnachmittag sind die Stuttgarter in Marbella wieder in den täglichen Trainingsrhythmus eingestiegen. Die nächste Stufe der Vorbereitung auf die am 29. Januar gegen Heidenheim für den VfB beginnende Restrunde liegt vor ihnen. Viel Arbeit für Pellegrino Matarazzo und sein Trainerteam. Vor allem beim Vorhaben, der Mannschaft "seine" Spielweise nahezubringen, die sich deutlich von der seines Vorgängers unterscheidet.

Eine stabilere Defensive steht ganz oben auf der Aufgabenliste. Aufgeteilt in die Bereiche Ballbesitz, Ballverlust, Gegenpressing und Absicherung. Das risikobehaftete Jeder-macht-in-der-Offensive-mit unter seinem Vorgänger muss allerdings erst noch aus den Köpfen raus. Was sich als nicht wirklich leicht erweist. "Manchmal", so Matarazzos Erkenntnis, "fällt die Mannschaft in ihre alten Muster zurück." Der neue Cheftrainer sieht sich aktuell einer Sisyphos-Arbeit gegenübergestellt. "Das bedeutet, dass wir alles wieder und wieder wiederholen müssen, um das zu vermeiden."

Matarazzo setzt auf Ordnung und Struktur

Das Thema Ballverlust wurde bei den Schwaben in der ersten Halbserie der Saison zur Achillesferse. "Ballverlust ist allgemein extrem wichtig in der 2. Liga, weil wir viel Ballbesitz haben dürften, wenn sich die Gegner tief stellen", sagt Matarazzo. "Wir brauchen eine gute Struktur und gute Abläufe im Gegenpressing. Wir dürfen den Moment nicht verpassen, wann es Zeit ist, sich fallen zu lassen und in unsere Ordnung und Struktur zu kommen."

Das wird Zeit brauchen, bis es jeder verinnerlicht hat.

VfB-Kapitän Marc Oliver Kempf

Die Problematik sei auch den Spielern durchaus bewusst, erklärt der Kapitän. "Das ist jetzt wieder ein komplett anderer Spielstil als bei Tim Walter", sagt Marc Oliver Kempf. "Das wird auch wieder Zeit brauchen, bis es jeder verinnerlicht hat, bis alles hundert Prozent glatt läuft." Zu seiner eigenen Person und Perspektive kann der Innenverteidiger, der unter Walter als Kapitän gesetzt war, dagegen nichts Konkretes sagen. Sein Stammplatz dürfte ihm sicher sein. Alles weitere? Unklar. Kempf sieht's gelassen: "Ich bin offen für alles. Ich würde mich jedenfalls jeder Aufgabe stellen."

Georgios Moissidis