Bundesliga

Leipzigs Diego Demme hat am Donnerstag Medizin-Check in Neapel

RB Leipzig: Ilsanker darf noch nicht weg - Newcastle bereitet Angebot für Lookman vor

Demme: Donnerstag Medizin-Check in Neapel

Diego Demme im Spiel gegen Benfica Lissabon

Jetzt geht es schnell: Diego Demme wechselt zum SSC Neapel. Getty Images

Die Nachricht, die am Mittwochnachmittag vom Trainingsplatz kam, ging angesichts des Demme-Transfers fast ein wenig unter. Nationalspieler Timo Werner, beim Trainingsstart zu Wochenbeginn von einer Erkältung gehandicapt, trainierte am dritten Tag der Rückrunden-Vorbereitung erstmals mit der Mannschaft. Dafür arbeiteten Patrik Schick, Nordi Mukiele und Dayot Upamecano individuell (Belastungssteuerung). Noch immer nicht trainieren konnte Stefan Ilsanker, den ein Infekt plagt - und der angesichts geringer Einsatzchancen seinen Wechselwunsch in der Führungsetage hinterlegt hat. "Im Hinblick auf die EM benötige ich viele Spiele, daher würde sich ein Wechsel schon anbieten", hatte der österreichische Nationalspieler den "Salzburger Nachrichten" gesagt. Nach kicker-Informationen darf Routinier Ilsanker, dessen Vertrag im Sommer endet, allerdings erst weg, wenn RB einen neuen Innenverteidiger gefunden hat. Angesichts der langen Ausfallzeiten von Willi Orban, der nach seiner Knie-OP voraussichtlich frühestens im April ins Mannschaftstraining zurückkehren wird, und Ibrahima Konaté, der nach seiner Muskelverletzung im Hüftbeuger vermutlich erst Mitte Februar wieder zur Verfügung steht, ist die personelle Situation im Abwehrzentrum aktuell angespannt. Deshalb ist klar: Ilsanker darf erst weg, wenn ein Nachfolger da ist.

Kein Transfer wegen Demmes Abgang

Auf den Abgang von Diego Demme, der alle 17 Hinrunden-Spiele in der Bundesliga bestritten hat, wird der Klub dagegen nicht mit einer Verpflichtung reagieren. Der bisherige Leipziger Vize-Kapitän wird sich am Donnerstag mit der Unterschrift beim SSC Neapel den lange gehegten Traum von einem Engagement in Italien, der Heimat seines Vaters Enzo, eines glühenden Napoli-Fans, erfüllen. Alle drei beteiligten Parteien sind zufrieden mit dem Geschäft, das inzwischen auch bis in die Details ausverhandelt und auf den Weg gebracht ist. Demme verbessert sich beim Salär und landet unter den Fittichen seines Vorbildes Gennaro Gattuso. Neapel, wo Gattuso am 11. Dezember Carlo Ancelotti als Coach abgelöst hatte, bekommt den gesuchten zweikampfstarken, nimmermüden Sechser. Und RB, wo sich mit der Rückkehr der lange verletzten Tyler Adams und Kevin Kampl ein Überangebot im zentralen Mittelfeld angebahnt hatte, erhöht mit der Demme-Ablöse seine Schlagkraft auf dem Transfermarkt. Erklärter Wunschspieler ist weiterhin Benjamin Henrichs (22, AS Monaco). Mit dem früheren Leverkusener ist sich RB einig, zwischen beiden Vereinen ging es in den vergangenen Tagen nicht voran. Monaco fordert unverändert 25 Millionen Euro Ablöse für den bis 2023 gebundenen Außenverteidiger, der auch im defensiven Mittelfeld spielen kann. Gut möglich, dass dank der Demme-Millionen jetzt wieder Bewegung in die Personalie kommt.

Lookman und Cunha sind weitere Wechselkandidaten

Nach dem bevorstehenden Verkauf von Demme und den Leihen von Marcelo Saracchi (21, bis 2021 an Galatasaray Istanbul) und Luan Candido (18, bis 2021 an Red Bull Bragantino inklusive Kaufoption) sind bis zum Ende der Transferperiode weitere Abgänge denkbar. Neben Ilsanker gelten auch die Offensivakteure Ademola Lookman (22) und Matheus Cunha (20) als Kandidaten. In Sachen Lookman haben die Leipziger Entscheidungsträger Signale von der Insel erhalten, dass der Premier-League-Dreizehnte Newcastle United eine Offerte vorbereitet. Bei Cunha, der sich aktuell mit der brasilianischen U-23-Auswahl auf das am 18. Januar startende Olympia-Qualifikations-Turnier in Kolumbien vorbereitet, gelten unverändert Real Betis Sevilla und Brighton & Hove Albion als Interessenten. Einer kolportierten Leihe steht RB nach kicker-Informationen allerdings sowohl bei Cunha als auch bei Lookman ablehnend gegenüber. Die Leipziger favorisieren stattdessen einen Verkauf und wollen die Ablösen, die sie für beide Spieler investiert haben, zumindest annähernd wieder einnehmen.

Lookman war im Juli 2019 für 18 Millionen Euro vom FC Everton gekommen, der Engländer konnte in dieser Saison nicht an seine guten Auftritte als Leihspieler in der Rückrunde 2017/18 anknüpfen. Cunha war im Sommer 2018 für 15 Millionen Euro vom FC Sion nach Sachsen gewechselt (35 Bundesliga-Spiele, zwei Tore). Im Sturm hat er gegen die hochkarätige Konkurrenz - das Nationalspieler-Trio Timo Werner (Deutschland), Patrik Schick (Tschechien) und Yussuf Poulsen (Dänemark) - einen schweren Stand. Cunhas Kontrakt in Leipzig läuft noch bis 2023, der von Lookman bis 2024.

Steffen Rohr

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