Bundesliga

Neuers Ansage - die Folgen und Szenarien

Nübel-Berater antwortet auf die Aussagen des FCB-Kapitäns

Neuers Ansage - die Folgen und Szenarien

Bayerns Nummer eins und der FCB-Kapitän: Manuel Neuer.

Bayerns Nummer eins und der FCB-Kapitän: Manuel Neuer will die Handschuhe noch lange nicht ausziehen. imago images

Aus dem Trainingslager des FC Bayern in Doha berichtet Georg Holzner

Der Rekordmeister hat drei Keeper, die ihre Rolle nicht nur akzeptieren und annehmen. Sie füllen jeweils ihren Auftrag genauso aus, wie es vorgesehen ist. Neuer hält auf Weltklasseniveau und ist als Kapitän der Leader, den die Mannschaft braucht. Das betonte Joshua Kimmich nochmals explizit. Behält er seine derzeitige - vor allem - körperliche Verfassung bei, wird sich daran nichts ändern.

Flick lobt Ulreich als Vorbild für Ersatzspieler

Sven Ulreich präsentierte sich als sehr zuverlässige Vertretung von Neuer, als der 33-Jährige gerade 2017/18 lange verletzt ausgefallen war. "Er hat seine Sache immer sehr gut gemacht, wenn er mich vertreten und seine Spiele gemacht hat", lobt Neuer. Auch Trainer Hansi Flick schwärmte von der Nummer 2, sagte am Sonntag: "Was er leistet, ist sensationell. Er ist in jedem Training bei 100 Prozent." Der Ex-Stuttgarter sei für alle Profis, die nicht regelmäßig zum Einsatz kommen, ein Vorbild.

Zudem gab es von Ulreich, seit er in München unter Vertrag steht, nie ein Mucken oder eine gewisse Unzufriedenheit über seine Ersatzrolle. Im Gegenteil. Er ordnet sich dem Team unter. Nun könnte sich seine Situation verändern. Deshalb müsse sich Ulreich, der Verständnis für die Verpflichtung Nübels hat, erstmal "neu orientieren", wie er sagt, und die Lage überdenken.

kicker.tv Hintergrund

Neuer zu Nübel-Transfer: "Weiß nicht, ob ich mich so entschieden hätte"

alle Videos in der Übersicht

Das träfe auch auf Christian Früchtl zu. Der erst 19-Jährige, dessen Vertrag im November bis 2023 verlängert wurde, weiß um seine Talent-Situation. Er spielt in der 3. Liga für die zweite Mannschaft der Münchner, trainiert mit den Profis und schnuppert an das A-Team ran. Ein ganz normaler Prozess eines Torhüter-Youngsters. Ob er in ein paar Jahren das Niveau einer Bayern-Nummer-1 erreichen kann, ist natürlich nicht absehbar.

Deshalb droht den Münchnern ein Keeper-Konflikt

Der 23-jährige Gelsenkirchener, der Neuer und sein Torwartspiel unheimlich bewundert, kommt im Sommer nach München. Nach kicker-Informationen wollte Nübel vom FCB ein Konzept vorgelegt bekommen haben, wie der junge Torwart trotz Neuer im Kader ab Sommer ausreichend Praxis-Minuten erhält. Und das soll, so berichtet dem kicker ein Insider, passiert sein, sonst hätte Nübel diese Entscheidung nicht getroffen. Nach dem Neuer-Klartext vom Montag aber sollte es schwierig werden, diese mit Garantie zu erhalten. Und so droht den Münchnern schon jetzt - obwohl Nübel noch nicht mal da ist - ein Konflikt.

Nübel zu verpflichten, ist nachvollziehbar

Neuer will keine Spiele abgeben, Ulreich wohl nicht die Nummer 3 werden, Früchtl gewiss nicht seine Perspektive begraben und Nübel gerne auf dem Feld stehen? Eine schwierige Aufgabe, diese vier Torhüter zu vereinen - ohne jemanden zu degradieren. Die Entscheidung der Bayern, einen der besten deutschen Nachwuchstorhüter zu verpflichten, ist dennoch richtig und absolut nachvollziehbar. Insbesondere dann, wenn der Spieler wie in diesem Fall ablösefrei ist. Es wäre fahrlässig gewesen, zuzusehen, wie sich Nübel für einen anderen Klub entscheidet. Auch Coach Flick nennt diesen Transfer "weitsichtig".

Kommt eine Leihe infrage?

Zumal es im Sommer ja immer noch die Möglichkeit gäbe, Nübel direkt wieder zu verleihen, damit er an Spielpraxis gelangt. So würde Nübel seine Entwicklung fortsetzen können; Neuer muss in keinem Fall Spiele abgeben; die Münchner würden einem Problem auf dieser Position aus dem Weg gehen, da die drei momentanen Keeper alle ihre Rollen behalten; und die FCB-Führung könnte zudem die Fortschritte des Noch-Schalkers beruhigt beobachten. Immer mit dem Wissen: Der FC Bayern hat die Hand auf dieser Personalie, sollte sich der Verdacht, dass Nübel ein Torhüter mit Top-Format wird, bestätigen.

Manuel Neuer wäre nicht das geworden, was er heute ist: eine starke Persönlichkeit. Das hat man heute gesehen.

Stefan Backs, Berater von Alexander Nübel

Aber käme das für Nübel überhaupt infrage? Nach kicker-Informationen ist dieses Prozedere - Stand jetzt - nicht vorgesehen. Er vertraut auf die Vereinbarungen mit dem Klub. Daran ändert auch die Ansage von Manuel Neuer nichts. Oder wie kamen die Aussagen bei der Nübel-Seite an? Stefan Backs, der Berater von Alexander Nübel, sagt dem kicker: "Manuel Neuer wäre nicht das geworden, was er heute ist: eine starke Persönlichkeit. Das hat man heute gesehen."

Diese Aussagen seien absolut verständlich für einen Bayern-Kapitän, der in diesem Verein eine exponierte Rolle hat und niemals freiwillig auf Spiele verzichtet.

Die Zahlen zum Duell: Neuer versus Nübel